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Laugna

27.06.2018

Auf dass sich die Fische in der Laugna wohlfühlen

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Um den Lebensraum in und an der Laugna zu verbessern, investiert die Gemeinde Laugna viel Geld und bekommt Zuschüsse vom Wasserwirtschaftsamt. Etwa in Höhe des Ortsausgangs Laugna, Richtung Bocksberg, endet der bisherige Ausbau. Langfristig soll er bis zur Ortsgrenze Emersacker weitergeführt werden.

Die Gemeinde Laugna baut im Verbund mit dem Wasserwirtschaftsamt das Flussbett und die Uferböschungen des gleichnamigen Flüsschens aus. Ziel ist, den Lebensraum zu stärken. Wie 90 Schwarzerlen helfen können.

Seit 2014 hat sich einiges getan am Ufer der Laugna im gleichnamigen Gemeindebereich. Vorher waren die Uferböschungen teilweise in einem schlechten Zustand. Bürgermeister Johann Gebele erklärt: „Erde lagert sich ab, bildet Anlandungen. Daraufhin macht das Wasser eine Kurve und spült an der anderen Seite die Uferböschungen aus.“ Außerdem arbeitete sich die Laugna sehr tief ins Flussbett ein, der Wasserstand sank. Die Folge: Böschungen stehen frei, das Holz verfault. Ecken brechen nach unten, die Uferböschungen rutschen nach. 2014 legte die Gemeinde Laugna im Verbund mit dem Wasserwirtschaftsamt los. Von der Brücke vor Geratshofen bis zum Ortsrand von Laugna, Richtung Bocksberg, ist der Gewässerunterhalt mit Renaturierung zur Verbesserung der Gewässerstruktur“ schon abgeschlossen. Doch es geht noch weiter, bis zur Ortsgrenze Emersacker.

Gebele erläutert die verschiedenen Maßnahmen: „Wir flachen den Rand ab, soweit das möglich ist, damit die Uferböschungen stabiler sind.“ Da die landwirtschaftlichen Grundstücke aber direkt angrenzen, fehle meist der Platz, um sie richtig flach zu machen. Deshalb werden die Uferböschungen mit Wasserbausteinen unterbaut. Das sind Quader unterschiedlicher Größe, welche die Böschung sichern.

Sie sollen auch den Bibern den Weg verbauen, die den Baumbesatz entlang der Laugna abgefressen haben. Nun hofft Gebele auf Erfolg beim Ersatz: „Im Zuge des Ausbaus pflanzen wir 90 Schwarzerlen, die angeblich einen Stoff in sich haben, den der Biber nicht mag.“ Die Schwarzerlen wachsen relativ schnell, werden aber nicht zu groß, brauchen deshalb nicht zuviel Halt für die Wurzeln. Durch den Schatten steht das Wasser nicht voll in der Sonne, was weniger Algenbildung nach sich zieht. Außerdem bieten die Bäume den Fischen Schutz vor Raubvögeln.

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Weiterhin heben sogenannte Schwellen den Wasserspiegel an. Das sind Wasserbausteine, die ins Flussbett eingebaut werden. Sie stauen das Wasser bis zu einer gewissen Höhe an, dann fließt es darüber und läuft weiter. „Der Höhenunterschied ist für die Fische kein Problem.“ Sollte ein Absturz doch zu groß sein, werden sogenannte Fischtreppen aus Wasserbausteinen gebaut, die in beiden Richtungen durchgängig sind. Das ist wichtig beim Laichen. Außerdem reichert sich das Wasser beim Durchfluss mit Sauerstoff an, und Mikroorganismen können sich halten. Auch Buhnen sind im ausgebauten Bereich zu finden, Rückzugsorte für Fische. Hier können sie ablaichen, sich ausruhen und finden wiederum Schutz vor Raubvögeln.

Angesprochen auf das Silowasser, das vor wenigen Wochen in die Laugna gelaufen ist, meint Gebele: „An sich ist das ein natürlicher Stoff. Aber dem Wasser wird dadurch Sauerstoff entzogen.“ Fische können abwandern, die Mikroorganismen nicht. Sie sterben. „Wie schnell sich die Laugna im betroffenen Gebiet wieder erholt, kann keiner sagen.“ Wer sich deswegen nicht in die Kneippanlage bei Laugna traut, den kann Gebele beruhigen. Erstens handle es sich um kein Gift. Abgesehen davon, liegt die Kneippanlage im Asbach, der in die Laugna fließt. Gebele sieht weitere Probleme: Bei jedem großen Stark-regen werden die Felder abgespült, die nah an der Laugna stehen. „Gülle, Spritzmittel und Dünger sind nicht förderlich für die Wasserqualität.“ Auch das Wasser der Weldener Kläranlage läuft in die Laugna, mitsamt Medikamentenrückständen. Für Gebele steht fest: Die Politik muss mit der Landwirtschaft und Pharmaindustrie geeignete Maßnahmen entwickeln.

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