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Zusamaltheim

19.08.2020

Corona, Wasserrohrbrüche und eine Trauung

Hell und freundlich ist das Büro von Stephan Lutz im Rathaus Zusamaltheim. Der Amtsantritt als Bürgermeister war für ihn wegen Corona durchaus turbulent.
Bild: Elli Höchstätter

Stephan Lutz kommt als Bürgermeister von Zusamaltheim ins Schwitzen. Ein Termin freute ihn besonders.

Hell, freundlich, mit einem herrlichen Ausblick auf die Ausläufer der westlichen Wälder. So präsentiert sich der Arbeitsplatz von Stephan Lutz. Seit 100 Tagen ist der 45-Jährige der Chef im Gemeindehaus Zusamaltheim. Doch viel Zeit, um den Blick aus dem Fenster zu genießen, hat er nicht. Es gibt einiges zu tun. Wir haben nachgefragt, welche Projekte er angehen will, wie der Start im neuen Amt lief und was ihn in den vergangenen Monaten besonders gefreut hat.

Herr Lutz, Sie waren bereits zwölf Jahre Gemeinderat, ehe Sie Bürgermeister wurden. Hat Sie etwas an Ihrer neuen Tätigkeit überrascht?

Lutz: Ja, das Amt des Bürgermeisters ist eine ganz andere Hausnummer. Man bearbeitet die verschiedenen Themen mit einem wesentlich höheren Detailierungsgrad und Tiefgang als das bei einer Gemeinderatssitzung vermittelbar ist.

Wie liefen die ersten Wochen im neuen Amt?

Lutz: Es war sehr spannend, auch weil die Corona-Pandemie für einige Arbeit, vor allem im Kindergarten und in der Schule, sorgte. Aber die Zusammenarbeit mit Rita Drewes vom Kindergarten und mit Katja Chronik von der Grundschule sowie der Verwaltung in Wertingen lief sehr gut.

Sie sind ja nicht nur Bürgermeister, sondern auch Gruppenleiter in der Entwicklung bei BSH-Hausgeräte in Dillingen. Wie läuft es mit der Vereinbarkeit von Beruf und Amt?

Lutz: Ganz ehrlich, das ist derzeit schon stressig, denn der Zeitaufwand für das Bürgermeisteramt ist höher als gedacht. Aber ich gehe davon aus, dass sich das Ganze noch etwas entspannt, wenn sich alles eingespielt hat. Derzeit arbeite ich in meinem Beruf zwei Tage wöchentlich im Homeoffice. So klappt es mit der Vereinbarkeit besser. Außerdem kann ich so auch abends mehr erledigen und meine Frau hält mir den Rücken frei, sonst ginge es nicht.

Welche Momente haben Sie besonders gefreut?

Lutz: Schön war für mich eine standesamtliche Trauung, die ich vornehmen durfte. Da war ich im Vorfeld schon ein bisschen nervös. Es hat aber alles gut geklappt. Auch wenn wir alle etwas geschwitzt haben - aber das lag an den Temperaturen.

Gab es andere Dinge, die sie ebenfalls ins Schwitzen gebracht haben?

Lutz: Ja, die gab es. Das war ein Wasserrohrbruch in der Schule. Das Problem war, dass der Gemeindearbeiter gerade Urlaub hatte. Er war dann aber glücklicherweise erreichbar. Und genau an diesem Tag gab es einen weiteren Rohrbruch in der Friedhofsstraße.

Welche Projekte werden Sie gemeinsam mit dem Gemeinderat anpacken?

Lutz: Ein großes Thema ist die Dorferneuerung. Es werden Parkplätze im Bereich des Kreisels und vor dem Dorfladen angelegt. Außerdem bekommt der Dorfplatz einen Brunnen. Abgerundet wird das alles mit einer Begrünung und einigen Sitzgelegenheiten. Hinzu kommt, dass der Spielplatz saniert wird. Dort wird beispielsweise ein Kletterturm mit einer Brücke aufgestellt. Zudem soll der Ausbau der Alten Wertinger Straße heuer noch fertiggestellt werden. Nächstes Jahr ist die Erschließung des Baugebiets vorgesehen. Weitere Projekte sind beispielsweise das kommunale Denkmalschutzkonzept für den Lerchenberg, der Hochwasserschutz an der Zusam und die Sanierung der Staatsstraße in Sontheim.

Gibt es noch weitere Themen, die Sie beschäftigen?

Lutz: Ja, mittelfristig müssen wir uns über die Erschließung des Ortes mit Glasfaserkabel und die Sanierung des Schulgebäudes Gedanken machen. Langfristig geht es auch um die Frage, wo man die Dorfentwicklung vorantreibt, sprich in welchen Bereichen sich die Orte weiterentwickeln können.

Können Sie ruhig schlafen, oder verfolgen Sie so manche Probleme in den Schlaf?

Lutz: Schlafen kann ich schon. Nur die Nächte nach den Gemeinderatssitzungen sind recht kurz - das liegt aber auch daran, dass wir uns anschließend noch zusammensetzen.

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