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Landkreis Dillingen

07.05.2015

„Ein Segen“ für Schwerstkranke in zwei Landkreisen

Jetzt wurden die Räumlichkeiten für die spezialisierte ambulante Palliativversorgung in Dillingen eröffnet. Die Einrichtung ist in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries tätig. Im Bild von links Paul Kling, Gesellschafter von Pallicare in Form von Pallidon in Nördlingen, Geschäftsführerin Bettina Hemminger, Olaf Miklis von den Pflegekassen, Dillingens Landrat Leo Schrell, Hermann Hillenbrand Direktor der Günzburger AOK, Doris Hitzler von der Caritas, Dr. Andreas Hoenig von der Kubitscheck Stiftung, der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle, Geschäftsführerin Stefanie Mederle, Jürgen Busse, Vorstand der gKU Donau-Ries-Kliniken und Seniorenheime, und  Johannes Hiller, Direktor der Donauwörther AOK.
Bild: Cordula Homann

Die Räume für die ambulante Palliativversorgung in Dillingen sind eröffnet. Der Weg dorthin war nicht leicht.

„Erst sterben die anderen. Dann sterben wir.“ Mit diesen mahnenden Worten hat Dillingens evangelischer Pfarrer Manuel Kleiner am Donnerstag die neuen Räume von Pallicare Nordschwaben in Dillingen gesegnet. Dort wird die spezialisierte ambulante Palliativversorgung koordiniert. Das Angebot steht schwerstkranken Menschen in den Landkreisen Dillingen und Donau-Ries gesetzlich zu und kann auf Rezept etwa vom Hausarzt verschrieben werden.

Pallicare ist eine gemeinnützige GmbH, einer der Gesellschafter ist Professort Dirk Hempel. Erst am Sonntag hatte sich bei ihm eine Frau gedankt, deren schwerkranker Mann zuhause sterben konnte. Die Ärzte und Pflegekräfte hatten den medizinischen Rahmen dafür geschaffen, dass er nicht ins Krankenhaus musste und sie sich von ihm verabschieden konnte. Weil der Dienst bereits so gut angenommen wird, wird laut Hempel bereits über eine kleine Außenstelle in Donauwörth nachgedacht, wo die Pflegekräfte auf dem Weg zu ihren Patienten zum Beispiel Medikamente auffüllen könnten.

Der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle sagte: „Der Satz ‚Wir können nichts mehr für Sie tun‘ gehört jetzt der Vergangenheit an, denn die spezialisierte ambulante Palliativversorgung könne in bestimmen Bereichen durchaus noch etwas erreichen. Für Dillingens Landrat Leo Schrell ist die Einrichtung gar ein „Segen“, weil er Betroffene besonders auffange. 92 Prozent der Senioren im Landkreis Dillingen, die an einer Umfrage teilgenommen haben, möchten zuhause sterben. „Genau das ermöglicht diese Einrichtung.“

Dass der Weg dorthin kein leichter war, zeigte Karl Kling als Vertreter von Pallidon Nördlingen, einem weiteren Gesellschafter der Pallicare, auf. Damit die Ärzte und Pflegekräfte, die 24 Stunden erreichbar und in den beiden Landkreisen unterwegs sind, nicht mehr lange so weite Wege vor sich haben, hofft er, dass sich noch mehr Fachpersonal findet. Ärzte könnten sich im Herbst in Nördlingen bei Pallidon schulen lassen. Vielleicht, wird das Angebot von Pallicare auf den Kreis Günzburg erweitert. In den frisch gesegneten und eingerichteten neuen Räumen in Dillingen hätten noch ein paar Kollegen Platz.

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