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Wertingen

07.09.2019

Ein schöneres Warten auf den Bus

Das neue Wartehäuschen an der Wertinger Haltestelle „Am Kaygraben“ gefällt (von links) Dominik Kratzer, Geschäftsführer Lebenshilfe Dillingen und Wertingen, Gerhard König, Leiter der Wertinger Werkstätten, sowie Willy Lehmeier, Bürgermeister Wertingen.
Bild: Ulrike Hauke

Das neue Wartehäuschen für die Lebenshilfe ist eine komfortable Sache.

Ein neu aufgestelltes Glashäuschen an der Wertinger Adresse „Am Kaygraben“ bietet seit kurzem den Menschen ein deutlich optimiertes Warten auf den Bus. Darüber freut sich nicht nur Bürgermeister Willy Lehmeier, sondern auch der Geschäftsführer der dort ansässigen Außenstelle der Nordschwäbischen Werkstätten der Lebenshilfe Dillingen, Dominik Kratzer. Er betont bei einer gemeinsamen Besichtigung: „Wir tauschen uns regelmäßig aus, dank des guten Miteinanders zwischen Willy Lehmeier und dem gesamten Rat der Stadt Wertingen erreichten wir, dass hier ein Wartehäuschen errichtet wurde.“

Das Bushäuschen werde unter anderem von ungefähr zwanzig Personen, die in den Werkstätten der Lebenshilfe arbeiten, benutzt, berichtet der Leiter der Lebenshilfewerkstätten, Gerhard König. Bislang mussten diese bei jedem Wetter dort im Freien warten. Dieser Umstand bot laut Kratzer und König immer wieder Anlass für Kritik.

Jetzt wartet es sich schöner auf den Bus

Über die Abläufe der Wertinger Lebenshilfe berichten die beiden im Gespräch: „Derzeit arbeiten in Wertingen rund einhundert Personen, davon 80 mit Handicap.“ Gleichzeitig betreibe die Inklusionsfirma Roko einen Produktionsstandort im südlichen Flügel der Werkstätten. „Die Roko ist ein Tochterunternehmen der Lebenshilfen Dillingen, Donau-Ries und der Gemeinde Asbach-Bäumenheim“, sagt Kratzer. „Rund 25 Personen, denen aus gesundheitlichen Gründen, meist wegen einer psychischen Erkrankung, der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt bleibt, gehen hier ihren Tätigkeiten nach.“ Es ist also viel los am Standort „Am Kaygraben“.

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2010 kaufte die Lebenshilfe die ehemaligen Betriebsgebäude der Firma 3M ESPE, zuvor betrieb die Einrichtung ihre Werkstätten in der Kanalstraße. Und das seit 1996. Kratzer weiß darüber zu berichten, dass lange Anfahrten nach Dillingen für die Werkstattmitarbeiter aus dem Bereich Wertingen und dem unteren sowie oberen Zusamtal den Ausschlag gegeben haben für die Gründung der Wertinger Außenstelle im Jahr 1996.

Mehr als nur ein Arbeitsplatz

Einem Zufall habe man es dann zu verdanken gehabt, dass man den Standort „Am Kaygraben“ mit einer Gesamtfläche von knapp 1,2 Hektar 2008 erwerben konnte. Laut Gerhard König ist eine Werkstatt für behinderte Menschen immer mehr als nur ein Arbeitsplatz: „Neben den Räumen für Produktion und Betreuung gibt es mehrere Therapie- und Ruheräume, einen Raum für Meditation und Entspannung und eine große Mensa, die als Speisesaal, aber auch als Raum für Veranstaltungen dient.“ Kratzer sagt, derzeit habe man lediglich eine sogenannte Versorgerküche, geplant sei aber, nicht nur das frisch gekochte Essen aus Dillingen zu liefern, „sondern auch in Wertingen zu kochen und öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen – wie in Dillingen schon erfolgreich und mit steigender Nachfrage praktiziert –mit Essen zu beliefern“.

Es stünden jedoch neben der Wohngruppe mit acht Bewohnern in der Hans-Wertinger-Straße neue Erweiterungen an, so Kratzer. „Wir wissen um den großen Bedarf an Wohnplätzen für unsere Werkstattmitarbeiter.“ Diesen wolle man mit insgesamt 27 Wohnplätzen mit Einzelzimmern mit Dusche und WC in der Wertinger Mohnblumenstraße decken. Mit einem Bezug könne laut Kratzer Ende 2020, Anfang 2021 gerechnet werden. Weiter seien dort zwei Zimmern für sogenannte Kurzzeitunterbringungen gedacht: „Sie sollen der Entlastung von Eltern und Angehörigen dienen.“ (pm)

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