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Höchstädt

23.11.2017

Gerrit Maneth will Bürgermeister in Höchstädt werden

„Dann ist mir Gerrit eingefallen. Er ist ein Macher. Er versteht es. Ich bin mir sicher, dass er der richtige Nachfolger für mich ist.“Gerrit Maneth ist seit 2014 für die Freien Wähler Höchstädt Mitglied im Stadtrat. Nun will er für seine Partei am 25. Februar als Bürgermeister für seine Heimatstadt kandidieren und der Nachfolger von Stefan Lenz werden.
Bild: Bronnhuber

Der aktive Stadtrat erhält von seiner Partei der Freien Wähler hundert Prozent Unterstützung. Was seine Ziele und Pläne sind.

Gerrit Maneth kann sich noch genau erinnern. Er saß auf seiner Terrasse, das Telefon klingelte. Stefan Lenz war in der Leitung und sagte seinem Parteikollegen, dass er mit ihm reden müsse. „Mein erster Gedanke war: Oh Gott, was kommt da auf mich zu“, sagt Maneth und lacht. Das Telefonat ist einige Monate her, viele Gespräche fanden zwischenzeitlich statt und eine weitreichende Entscheidung ist gefallen: Gerrit Maneth will Höchstädts neuer Bürgermeister werden und für die Freien Wähler am 25. Februar ins Rennen gehen. Und damit die Nachfolge des noch amtierenden Rathauschefs Stefan Lenz antreten. Am Dienstagabend erhält Maneth, der seit 2014 im Stadtrat aktiv ist, die volle Zustimmung der Mitglieder. Bei der Nominierungsversammlung machen von 29 Stimmberechtigten 29 ihr Kreuzchen bei Gerrit Maneth. „Ich bin überwältigt. Danke. Als geborener Bürger von Höchstädt will ich nur das Beste für die Menschen in Höchstädt. Danke für das Vertrauen“, sagt er nach dem Ergebnis und dreht daraufhin ein großes Banner und verteilt Postkarten mit Bildern und Infos zu seiner Person und direkt nach der Veranstaltung geht seine eigene Internetseite online. „Ich war vorbereitet“, sagt er mit einem Schmunzeln. Und vorbereitet ist er auch auf den Wahlkampf – wobei der 44-Jährige das Wort Kampf nicht benutzen will. „Das ist negativ besetzt. Ich will viel mehr Wahlwerbung machen“, so Gerrit Maneth.

Auf prominente Unterstützung kann der BSH-Abteilungsleiter dabei zählen: Bei der Nominierung in der Pfalz-Neuburg-Stubn auf dem Sportgelände der SSV sind viele Menschen gekommen. Darunter nicht nur Mitglieder, sondern auch interessierte Bürger, Stadträte, Kreisräte und Besucher, die einer anderen Partei angehören. Unter ihnen: Landrat Leo Schrell, Wertingens Bürgermeister Willy Lehmeier, Höchstädts Dritter Bürgermeister Hans Mesch und Kreisrätin Susanne Ahle. Und Stefan Lenz. Am Dienstag auf den Tag genau vor einem Jahr erlitt Höchstädts Bürgermeister einen schweren Herzinfarkt. „Irgendwann habe ich begriffen, dass es nicht so schnell geht, dass ich wieder der Alte werde. Darum ist dieser Weg jetzt wichtig“, so Lenz. Er habe sich viele Gedanken darüber gemacht, wie es mit „seinem Rathaus, mit meinen Mitarbeitern“ weitergehe. Vieles habe man unter seiner Amtszeit auf den Weg gebracht, vieles müsse aber noch verwirklicht werden. „Dann ist mir Gerrit eingefallen. Er ist ein Macher. Er versteht es. Ich habe mir von Herzen gewünscht, dass er sich die Kandidatur überlegt. Ich bin mir sicher, dass er der richtige Nachfolger für mich ist.“ Landrat Leo Schrell unterstützt die Kandidatur von Maneth ebenfalls, auch wenn der Grund dafür traurig sei. „Stefan Lenz war ein hervorragender Bürgermeister. Mit Gerrit Maneth können wir Höchstädt aber wieder ein tolles Angebot machen. Er ist ein toller, ein echter Typ, und solche Typen brauchen wir“, so Schrell bei der Nominierungsversammlung. Der Landrat sagt, er ist vollständig von Maneth als neuer Bürgermeister überzeugt. Wertingens Rathauschef Willy Lehmeier pflichtet ihm bei: „Meine Frau hat gesagt: Des isch a Netter. Da kann ich ihr nur zustimmen. Ich gratuliere jetzt schon von Herzen, und gleichzeitig habe ich Respekt vor der Entscheidung, sich um dieses Amt zu bewerben.“

Dass die Höchstädter Freien Wähler hinter ihrem Ortsvorsitzenden stehen, steht auch an diesem Abend, der von den Stadträten Eva Graf-Friedel und Hans Mesch moderiert wird, nicht infrage. Mesch betont, dass Lenz Großes geleistet habe in seiner Amtszeit, vor allem die Kultur des Miteinanders im Stadtrat und in der Bevölkerung wieder gelebt werde – und das solle so bleiben. Mesch spielt auf die Entscheidung an, die Wahl so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen, anstatt – wie unter anderem von CSU-Landtagsabgeordneten Georg Winter gewünscht – so zu legen, dass Höchstädt den Bürgermeister weiter im Rhythmus mit dem Stadtrat wählt. Mesch: „Den Schritt von Stefan Lenz, selbst eine Untersuchung auf Dienstunfähigkeit anzuordnen, muss man erst mal gehen. Dann ist es doch wohl logisch, dass man akzeptiert, dass man die Sache so schnell wie möglich über die Bühne bringt. Außerdem wurde nie mit ihm geredet. Erst zwei Tage vor der Stadtratsitzung wird Wirbel gemacht.“ Zudem gelte für ihn das Argument, Höchstädt sei künftig mehr mit Wahlen statt wichtigen Themen beschäftigt, nicht. Schließlich sei der Landrat auch außerrhythmisch gewählt und „ich glaube nicht, dass während der Wahl die Arbeit im Landratsamt flach liegt. So ein Schmarrn.“

Gerrit Maneth geht nicht darauf ein, er betont, dass er Höchstädt in Zusammenarbeit mit allen voranbringen will. „Irgendwann hat es bei mir klick gemacht, weil ich will, dass es dem Höchstädter Bürger gut geht. Auch meine Familie sind Höchstädter Bürger“, so der zweifache Familienvater. Ehefrau Birgit steht an seiner Seite, immer wieder zwinkert sie ihm zu, drückt seine Hand. Maneth sagt, er will Höchstädt und seine Stadtteile in eine erfolgreiche Zukunft führen, das sei ihm eine große Herzensangelegenheit. Themen wie B16, Wasserversorgung oder Dorfzentrum Deisenhofen seien dabei nur einige wichtige, die es gelte anzupacken. Der Diplom-Betriebswirt will dabei auf seine Erfahrung in der Personalführung, der Projektleitung und Kommunikation setzen. „Ich will alle mit ins Boot holen. Ich bin vor und nach der Wahl bürgernah, zuverlässig und durchsetzungsstark. Das weiß man“, so Maneth.

Gegen wen der Freie-Wähler-Kandidat am 25. Februar antreten wird? Bislang hat die CSU noch keinen Kandidaten präsentiert. Die Partei, die aktuell mit Stephan Karg den Zweiten Bürgermeister und seit einem Jahr den Vertreter von Stefan Lenz stellt, hält sich noch bedeckt.

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