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Forst

11.06.2019

Hitze und kleine Käfer schaden immer wieder dem Wald

Rund 30 Teilnehmer ließen sich von den Forstleuten Johann Stuhlenmiller, Felicitas Lunzner und Marc Koch (Bildmitte) in Sachen Borkenkäferbekämpfung im Wald östlich von Zusamaltheim schulen.
Bild: Bayerische Forstverwaltung

Waldbesitzer lernen, wie dem Problem beizukommen ist. Dabei gilt es, vieles zu beachten. Warum es wichtig ist, dass die Schädlinge unverzüglich bekämpft werden

Borkenkäfer und Trockenheit machen den Wäldern weiterhin zu schaffen. Was Waldbesitzer dagegen tun können, war Thema einer Schulung, die das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Wertingen gemeinsam mit der Forstbetriebsgemeinschaft Dillingen in Zusamaltheim initiierte.

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30 interessierte Waldbesitzer scharten sich um Forstdirektor Marc Koch, Revierleiterin Felicitas Lunzner (beide AELF Wertingen) und Johann Stuhlenmiller (FBG Dillingen) die, die Gruppe über die aktuell in mehrfacher Hinsicht problematische Lage informierten.

Vor allem die Fichten sind geschwächt und haben immer noch nicht ausreichend Wasser zur Verfügung. Die Borkenkäfer, vor allem die Arten „Buchdrucker“ und „Kupferstecher“, sind zahlreich und nahezu unbeschadet durch den Winter gekommen und legen neue Bruten an. „Geschwächte Bäume, trockenes und warmes Wetter und eine Armee aus Käfern sind eine brisante Mischung“, so Marc Koch. Felicitas Lunzner hatte als Anschauungsobjekte eine Handvoll Buchdrucker und Kupferstecher dabei, sodass die Waldbesitzer sich nochmals vergewissern konnten, mit wem sie es da zu tun haben. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie klein die sind und welch großen Schaden die anrichten“ bemerkte ein Waldbesitzer fast anerkennend. Johann Stuhlenmiller erklärte wie sehr momentan das Fichtenholz unter Preisdruck steht. „Das Überangebot zerstört die Marktmechanismen. Wir können froh sein, wenn das Holz noch abfließt, über Preise kann man aktuell als Anbieter nicht verhandeln, es geht nur um Mengen die noch genommen werden können.“ Wichtig, so sind sich Experten und Waldbesitzer einig, ist nun eine flächendeckende Kontrolle auf Befall und das sofortige Handeln der Waldbesitzer – sprich der Einschlag und das Entfernen der Hölzer und des Kronenmaterials aus dem Gefahrenbereich – mindestens 500 Meter vom nächsten Fichtenwald.

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In einem nahe gelegenen Wald demonstrierten die Forstleute dann noch, wie man am besten die Suche organisiert und durchführt und auf welche Symptome die Waldbesitzer achten müssen: Braunes Bohrmehl, Harztropfen am Stamm, Einbohrlöcher hinter Rindenschuppen und sich verfärbende Nadeln.

Forstbetriebsgemeinschaft und Forstamt unterstützen die Waldbesitzer bei der Bekämpfung. „Stellen die staatlichen Förster Befall fest, erhält der Eigentümer einen schriftlichen Hinweis mit einer Frist von etwa zwei Wochen. Sollte der Waldbesitzer nicht reagieren, geht der Fall an das Landratsamt und dann kann es richtig teuer werden“, gibt Koch zu bedenken. „Wir haben nur Erfolg, wenn alle zusammenarbeiten und wir dabei schneller sind als die Käfer mit ihrer Brut“, war das Fazit des Abends.

Wenn man sich nicht selbst darum kümmern kann, sollte jemand mit der Kontrolle und Aufarbeitung beauftragt werden, denn: Überwachung und Bekämpfung der Borkenkäfer sind gesetzliche Pflichten der Waldbesitzer. Versäumnisse führen meist zu handfesten Schäden im eigenen Wald oder im Wald der Nachbarn.

Beratung zu diesem Thema erhalten alle Waldbesitzer beim zuständigen Revierförster, auch zum Thema Wiederbewaldung nach einem Käferschaden. Die zuständigen Förster im Landkreis Dillingen sind im Internet zu finden unter der Adresse http://www.aelf-wt.bayern.de/forstwirtschaft/083732/index.php. (pm)

zum Borkenkäfer und zur aktuellen Gefährdungslage in Bayern gibt es auch online unter www.borkenkaefer.org

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