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19.12.2017

Mehr Wasser versickern lassen

Leonhard Greck (links) und Reinhold Sing vom Kreisverband Gartenbau und Landschaftspflege wollen mehr Regenwassersammler gebaut sehen.
Bild: Greck

Naturschutz Speziell in der Region Wertingen sollen laut Landschaftspfleger Reinhold Sing die Leute aktiv werden

Wertingen Vor Weihnachten sind es meist die sozialen Themen von Nächstenliebe und der Hilfe von Bedürftigen in aller Welt, welche die öffentlichen Gespräche dominieren. Das Wohl der Gesellschaft hat auch der ehemalige Lehrer und Ex-Bürgermeister von Wittislingen, Reinhold Sing, stets im Blick. In einem Gespräch mit unserer Zeitung teilt er sein Anliegen mit, das auf etwas andere Art zum Wohl der Gesellschaft beitragen soll. Sing wünscht sich einen stärkeren Schutz des Grundwassers – und dafür sei auch die Bevölkerung gefragt.

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Sing ist langjähriges Mitglied im Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege. Er sagt: „Wir treten für Kreisläufe ein.“ Er will niemand belehren, er will Denkanstöße geben, wie er sagt. Der erste Denkanstoß lautet: „Regenwasser gehört nicht in die Kanalisation.“ Was vielen Leuten nicht bewusst sei, ist die Tatsache, dass alles Regenwasser, das nicht versickert, sondern in die Abwassersysteme eindringt, verschmutzt wird und letztendlich durch die Kläranlagen wieder mit hohem Aufwand und beträchtlichem Energieverbrauch gereinigt werden müsse.

Sing schätzt, dass im Wertinger Bereich von Zusam und Laugna in den kommenden Jahrzehnten vergleichsweise oft Probleme mit Hochwasser auftreten werden. Auch aus dem Wertinger Stadtrat wurden im Lauf des Jahres immer wieder Befürchtungen in diese Richtung geäußert. „Da ist Handeln erforderlich“, sagt Sing. Doch wie kann dieses aussehen?

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Auf dem großen Gelände des Kreisverbandes für Gartenbau und Landschaftspflege steht ein Regenwassersammler. Rund vier Meter reicht er in die Tiefe und fasst etwa sieben Kubikmeter Wasser. Er ist komplett mit Efeu eingewachsen, was ihm ein idyllisches Aussehen verleiht. Laut Sing enthält er wertvolles, sauberes Wasser für die Gartenarbeit.

Sing wünscht sich, dass die Bauherren in Neubaugebieten dazu animiert werden, selbst solche Regenwassersammler auf den Grundstücken aufzustellen. „Das geht schon mit einem kleinen Bagger und relativ wenig Aufwand“, sagt Sing. Es geht aber noch kleiner. Schon eine kleine Mulde reicht laut Sing aus, um etwas Regenwasser versickern zu lassen. Beim Gebäudebestand sollten ebenfalls Anreize geschaffen werden, um mehr Versickerungsanlagen zu installieren.

Sing und Leonhard Greck vom Kreisverband für Gartenbau und Landschaftspflege sprechen sich gegenüber unserer Zeitung für eine verstärkte Suche nach gemeinsamen Lösungen aus. Von Schuldzuweisungen halten sie nichts. Dass etwa ausschließlich die Landwirte an der verstärkten Belastung des Grundwassers Schuld seien, ist laut Sing zu kurz gedacht. „Durch den Preisdruck sind beispielsweise die Milchbauern stärker zum Ackerbau bewegt worden“, erinnert Sing. Damit liege die Verantwortung auch bei allen Verbrauchern. Eine Maßnahme, die in Kooperation verwirklicht werden könnte: Große Grünstreifen mit niedrigem Buschwerk, in denen Wasser ungehindert versickern kann.

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