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Tagung

21.11.2016

Schwimmen statt Treppensteigen

Der Präsident des Verbands, Hans-Joachim Weirather (links) und Ralph Neumeier, Chef des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth, Zufrieden mit seiner Branche: Präsident Hans-Joachim Weirather, Volles Haus: Mehr als 120 Angler und Berufsfischer kamen in den Landgasthof Stark in Gottmannshofen.
Bild: Stauch

Fischereiverband Schwaben präsentiert dramatische Aufnahmen von begradigten Flüssen. Dennoch gibt es gute Alternativen

Gegen immer neue Kleinwasserkraftwerke, die kaum einen Beitrag zur regenerativen Energieerzeugung lieferten, aber die Lebensqualität der Gewässer störten, hat sich jetzt der Präsident des Fischereiverbandes Schwaben ausgesprochen. Bei der Herbsttagung der Organisation mit Vertretern von Vereinen und Genossenschaften in Wertingen zog Hans-Joachim Weirather eine gemischte Bilanz, was den Zustand und Perspektiven für Flüsse, Bäche und Seen in der Region angehe. Einerseits würde es hoffnungsvolle Projekte und ein gutes Zusammenarbeiten etwa mit den Betreibern geben. „Andererseits können wir nicht akzeptieren, dass zeitgleich neue fragwürdige Projekte entstehen, mit denen die ohnehin schon starke energetische Nutzung etwa der Iller ausgeweitet werden soll.“

Vor rund 120 Gästen, die zum Teil bis aus Füssen oder vom Bodensee kamen, präsentierte Weirather dramatische Aufnahmen von über die Jahrzehnte und Jahrhunderte begradigten Flüsse in Südbayern. „Das ist ein Bild, an denen nur Freunde von geometrischen Linien ihre Freude haben werden, für uns aber eine Katastrophe bedeutet“, stellte Weirather sarkastisch fest, der auch als Landrat im Kreis Unterallgäu fungiert.

Man wisse aber, dass die Uhr nicht zurückgestellt, Besiedelung und Energiegewinnung nicht rückgängig gemacht werden könnten. Ganz diplomatisch stellte der Landkreispolitiker aber auch fest: „Da waren keine bösen Menschen im Spiel, sondern Leute, die die Landschaft urbar machen wollten.“ Dennoch sparte der Fischer-Präsident nicht mit Kritik und bemängelte bei manchen staatlichen Gewässerentwicklungskonzepten, die „eher schüchtern und zu wenig anspruchsvoll daherkommen.“

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Als eine „gute Lösung und große Chance auch für uns“ bezeichnete der Memminger die als Alternative zu aufwendigen Fischtreppen jetzt vorangetriebenen Umgehungsbäche. Da die Fischwelt unter dem Bau von Wasserkraftwerken an den großen Flüssen wie Donau, Lech, Iller und Wertach stark gelitten hat, waren für die zum Laichen notwendige Wanderungsbewegung der Tiere millionenteure Betonstufen entstanden. Sie könnten durch naturnahe Gebilde parallel zu den Hauptströmen ergänzt oder ersetzt werden, für die die Bayerischen Elektrizitätswerke (BEW) gerade Musterstrecken austesten.

Der Leiter Wasserbau bei BEW, Ralf Klocke, präsentierte anhand eines Beispiels der Kessel die vielfältigen Möglichkeiten solcher Gewässer. Bei Untersuchungen an der Iller, so der ebenfalls anwesende Bezirks-Fischereifachberater Oliver Born, seien gute Erfahrungen gemacht worden. In den strukturreichen Parallelbächen seien Tausende von Brütlingen und Jungfischen zu finden gewesen- Die Fische nutzten sie nicht nur zum Wandern, sondern auch als Lebensraum, der bei den begradigten Wasserläufen kaum mehr zu finden sei. Weniger erfreulich waren die Eindrücke, von denen Ralph Neumeier, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth, im Zuge des seit einem Jahr dauernden „Hochwasserdialogs“ an der hiesigen Donau berichtete.

Aufnahmen zeigten die deutlichen Proteste in Orten, die möglicherweise von den geplanten Flutpoldern betroffen sind. „Sie sind wichtige Bausteine beim dringend notwendigen Hochwasserschutz. Neumeier wies auf ein Defizit beim Rückhalteraum hin, zeigte aber „Verständnis für die Befürchtungen beim Bürger“. Noch im kommenden Monat soll es Untersuchungsergebnisse durch das Umweltministerium geben.

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