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Wahl in Bissingen

13.10.2019

Stephan Herreiner ist der neue Bürgermeister in Bissingen

Bürgermeisterwahl in Bissingen (von links): Michael Holzinger, Stephan Herreiner, Rosi Herreiner und Tochter Hannah nach dem Wahlsieg.
Bild: Simone Bronnhuber

Der Familienvater erhält ein überragendes Ergebnis: 91,7 Prozent aller Stimmen gehen an ihn. Es gibt auch eine Besonderheit nach der Auszählung.

Rosi Herreiner umarmt ihren Mann fest. Tochter Hannah fällt ihrem Papa überwältigt um den Hals. Ganz hinten in der Ecke des Sitzungssaales steht die Familie kurz zusammen. Alle drei nehmen sich in den Arm, atmen tief durch. In diesem Moment am Sonntagabend ist klar: Stephan Herreiner ist der neue Bürgermeister in Bissingen. Der 52-Jährige gewinnt die Wahl im Kesseltal haushoch. 91,7 Prozent der Stimmen gehen an ihn. „Unglaublich“, ist seine erste Reaktion. Herreiner war der einzige Kandidat, der sich zur Wahl stellte. Angetreten ist er für CSU und Freie Wähler. Der Familienvater ist von seinem Ergebnis überwältigt, wie er betont. Mit dieser hohen Prozentzahl habe er nicht gerechnet, das überrasche ihn sehr. „Packen wir es an und das in einem guten Miteinander. Es gibt so viel zu tun.“ Dabei wünsche er sich inständig, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl, das er in den vergangenen Wochen während seines Wahlkampfes gespürt habe, anhalte. „Ich hoffe sehr, dass wir diesen Zusammenhalt für unsere Zukunft nutzen können.“

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Es gibt eine Besonderheit nach der Auszählung

Bissingens Geschäftsstellenleiter Arne Spahr bestätigt, dass von insgesamt 2998 Wahlberechtigten 1583 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht haben. Die Wahlbeteiligung liegt bei 52,8 Prozent. Am Sonntagabend sind 1547 gültige und 36 ungültige Stimmen vermerkt. Insgesamt gibt es 402 Briefwähler. Spahr gibt noch eine Besonderheit bekannt: „40 Einzelpersonen sind handschriftlich auf die Stimmzettel geschrieben worden. Ihre Wählbarkeit muss aber noch geprüft werden. Am Ergebnis wird es nichts mehr ändern.“ Der Wahlleiter betont ausdrücklich, dass es sich hierbei um das vorläufige Ergebnis handelt.


Bild: Simone Bronnhuber


Dieses steht am Sonntagabend kurz nach 18.30 Uhr fest. Michael Holzinger verkündet es. Bis einschließlich 31. Oktober ist er noch der amtierende Bürgermeister der Marktgemeinde. Ab 1. November tritt Herreiner, sein bisheriger Stellvertreter, nun seine Nachfolge an. Holzinger gratuliert und sagt: „Ich wünsche dem neuen Bürgermeister viel Kraft, Energie, gute Nerven und immer die richtigen Entscheidungen.“ Holzinger musste, wie berichtet, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt vorzeitig niederlegen. Dass er das Ergebnis am Sonntag bekannt gibt, freut seinen Nachfolger besonders. Stephan Herreiner sagt kurz nach seinem Wahlsieg: „Was gibt es Besseres, wenn eine Stabübergabe so harmonisch und vertrauensvoll abläuft. Danke an alle, die für mich gekämpft haben und mich bis hierher schon so unterstützt haben. Danke.“

Am Montag geht es erst wieder in die Arbeit

Im Anschluss an die Bekanntgabe stößt er am Sonntag mit Familie, Freunden, Wahlhelfern und Gemeinderäten in der Krone in Bissingen auf seinen Wahlsieg an. „Aber am Montag gehe ich normal zur Arbeit“, sagt er. Seit mehr als einem Jahr hat er als Zweiter Bürgermeister den erkrankten Holzinger vertreten – parallel zu seinem Beruf als Bautechniker in einer Führungsposition. „Was in den vergangenen Monaten alles los war, war Wahnsinn. Es ist alles zusammenkommen: Bürgerversammlung, Kuchenstreit, Wahlkampf und Job. Eigentlich kann es nur noch besser werden“, sagt Herreiner lachend. Er sei nun einfach erleichtert, dass die Entscheidung gefallen sei und damit wieder etwas Normalität einkehre – privat wie beruflich. Das wünscht ihm auch Ehefrau Rosi. Gemeinsam mit Tochter Hannah steht sie ihrem Mann zur Seite. Auch an diesem Sonntagabend. „Ich gehe davon aus, dass die Arbeit jetzt erst richtig los geht. Ich glaube aber auch, dass es sich irgendwann einpendelt. Ich freue mich sehr für meinen Mann und es macht mich stolz, dass er so ein tolles Ergebnis bekommen hat.“ Rosi Herreiner hat einen weiteren Wunsch, der ihr am Herzen liegt: „Dass es nach den Kommunalwahlen einen guten Gemeinderat gibt.“

Ein besonderes Geschenk von Tochter Hannah

Dabei setzt sie auch ein wenig auf historische Unterstützung. Zum Wahlsieg schenkt sie ihrem Mann zwei eingerahmte Bilder, auf denen Sebastian Schertlin zu sehen ist – ein Ritter und Landsknechtführer, der die Geschichte Bissingens vor vielen Jahrhunderten prägte. „Vielleicht hilft’s“, sagt Rosi Herreiner und lacht. Auch Tochter Hannah hat ihrem Papa, der jetzt Bürgermeister in Bissingen ist, ein Geschenk. Es ist ein braunes T-Shirt auf dem in weißer Schrift groß steht: „Make Bissingen great again!“.

Ein Kommentar zur Wahl von Simone Bronnhuber

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