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Meitingen

21.05.2015

Straßendamm an der B 2 spuckt weiter Schadstoffe

Um die Schlackenhalden der Lech-Stahlwerke (links hinten) abzubauen, wurde Schlacke für die B-2-Umfahrung Meitingen (vorne) verwendet. 
Bild: Marcus Merk

Bei Meitingen bereitet eingebaute Schlacke immer noch Sorgen.

Der lange Damm aus Schlacke an der Bundesstraße 2 bei Meitingen macht Probleme. Das ist zwar schon seit fast zehn Jahren so, denn bald nach dem Bau der Bundesstraße traten grundwassergefährdende Stoffe aus dem Damm aus. Doch jetzt soll aufgrund der Problematik eine weitere Schutzmaßnahme ergriffen werden. Wie Uwe Fritsch vom Staatlichen Bauamt Augsburg bestätigte, ist der Bau einer „breit gestreckten Verdunstungsmulde“ unterhalb des Schlackendamms geplant. In dieser Mulde soll sich das schadstoffbelastete Wasser, das aus dem Damm sickert, sammeln und dann verdunsten. Die Rückstände, die dann noch in der Mulde verbleiben, sollen in regelmäßigen Abständen herausgeholt und entsorgt werden.

Bereits im Jahr 2006 hatte der Einbau von Tausenden Tonnen Ofenschlacke, die von den Lech-Stahlwerken Herbertshofen stammte, zu einer erheblichen Grundwasserverunreinigung im Bereich des Straßendamms geführt. Das ging aus einem Expertengutachten hervor, dass vom Landratsamt damals in Auftrag gegeben worden war. Daraufhin waren teure Sanierungsmaßnahmen ergriffen worden, damit das Fahrbahnwasser nicht mehr in den Schlacke-Damm eindringen konnte. Auch die Entwässerungsschächte wurden abgedichtet. Zur Überprüfung werden seitdem jedes Vierteljahr Proben gezogen und von einem Chemielabor ausgewertet.

Nach den Sommerferien soll begonnen werden

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Laut Fritsch liegen die Ergebnisse dieser Proben derzeit zwischen Stufe 1 und 2. Bei Stufe 2 müssten umgehend Maßnahmen ergriffen werden, bei Stufe 1 sei dagegen nur eine weitere Beobachtung vorgeschrieben. Man habe die Ergebnisse mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landratsamt diskutiert, verschiedene Ideen erörtert und sich dann zum Bau der einige Hundert Meter langen Verdunstungsmulde am Fuße des Schlackendamms entschlossen.

Außerdem soll die Entwässerung an der Ostseite, die durch die Witterung gelitten habe, wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand versetzt werden. Nach den Sommerferien soll mit dem Bau begonnen werden.

„Das Ganze ist eine schwierige Geschichte“, meint Fritsch. Heute würde man die Schlacke nur noch unter einer Dichtungsschicht einbauen, damals seien die Regeln andere gewesen. Insofern sei beim Einbau nichts falsch gemacht worden. Dennoch musste die Straßenbaufirma damals die Sanierungskosten bezahlen. Ob das weiterhin gilt, konnte Frisch nicht sagen. „Man muss mit der Obersten Baubehörde verhandeln, wie man das vertragsrechtlich in den Griff kriegt.“

Auf jeden Fall hoffen die Experten darauf, dass die Schlacke in dem Damm bei Meitingen irgendwann so ausgewaschen ist, dass keine Schwermetalle mehr austreten. Sollten die Messwerte dann konstant nach unten gehen, könnte man die regelmäßigen Beprobungen auf einen halbjährlichen Turnus umstellen. Falls dies allerdings nicht der Fall sein sollte, müsse man eventuell den Damm komplett abdichten. Fritsch: „Das wäre dann aber die Maximallösung.“

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