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Umwelt

12.09.2018

Weniger Plastik aus dem Zusamtal

Im Bioladen Natur Pur gibt es eine Stofftaschenbörse und Produkte in Glasverpackungen, um Plastik zu sparen.
Bild: Louisa Müller

Der Abfallwirtschaftverband Nordschwaben suchte in einem Wettbewerb kreative Möglichkeiten, um Plastik zu recyceln. Unter den Gewinnerinnen ist eine Wertingerin. Wie Geschäfte und Firmen den Verbrauch reduzieren.

Für Plastikmüll sensibilisieren wollte der Abfallwirtschaftsverband Nordschwaben, als er die Bürgerinnen und Bürger aus den Landkreisen Donau-Ries und Dillingen aufrief, im Rahmen eines Wettbewerbs kreative Ideen zur Plastikvermeidung einzubringen. Zumindest im Falle von Christine Leix aus Wertingen ist ihnen dies gelungen. Sie zählt zu den zehn Gewinnern des Wettbewerbs.

„Ich wollte eigentlich schon immer möglichst auf Plastik verzichten, aber seit des Wettbewerbs achte ich noch stärker darauf“, erzählt sie. Auf den Wettbewerb ist sie eigentlich nur durch Zufall gestoßen: „Ich war im Urlaub in Südtirol, dort haben wir auf der Suche nach Souvenirs einen kleinen Krämerladen entdeckt.“ Eine Kuriosität sei ihr sofort aufgefallen: ein „Waschmittel Self-Service“. Die 49-jährige Wertingerin erzählt: „Man kann dort seine leeren Waschmittelbecher wieder auffüllen lassen, das spart sicherlich viel Plastik.“ Einen ähnlichen Automaten hat sie bei sich zuhause noch nie gesehen. „Ich könnte mir vorstellen, dass es in Großstädten schon so etwas gibt, aber bei uns auf dem Land wäre es sicherlich eine gute Idee“, vermutet sie. Sie beklagt außerdem, dass manchmal die Möglichkeit fehlt, Plastikmüll zu vermeiden. Christine Leix versucht zwar immer, Taschen mitzunehmen, um Plastiktüten zu vermeiden. Beim Metzger gebe es aber keine andere Möglichkeit: „Das Fleisch darf nicht in eigenen Tupperdosen verpackt werden.“ Auch Plastikbesteck und Pappbecher umgeht sie. „Es ist leicht, Plastikmüll zu vermeiden, wenn man es bewusst tut – im Alltag gibt es viele umweltfreundlichere Varianten“, sagt sie bestimmt. So wäre es zum Beispiel einfach, einen Korb mit zum Einkaufen zu nehmen.

Auch die Geschäfte selbst versuchen oft, ihren Plastikverbrauch so gering wie möglich zu halten. Zu diesem Zweck hat der Wertinger Bioladen „Natur Pur“ vor einem Jahr eine „Stofftaschenbörse“ eingerichtet. „Jeder hat doch alte Stofftaschen zuhause rumliegen, die man nie verwendet“, meint Inhaberin Cecilia Feistle. Bei Natur Pur können die Kunden diese abgeben. Die Ladeninhaberin sorgt dafür, dass sie ordentlich gewaschen und gebügelt werden. So kann sie sie statt einer Papier- oder Plastiktüte den Kunden kostenfrei mitgeben, sollten diese Tasche und Korb vergessen haben. „Die Leute sind regelrecht begeistert von der Stofftaschenbörse, sie wird sehr gut genutzt“, berichtet Marga Feistle, die Mutter der Inhaberin, die im Laden mitarbeitet. Sie weiß, dass es manchmal sehr schwer ist, Plastikverpackungen zu vermeiden: „Einer unserer Lieferanten versucht es gerade mit Folien aus Zellulose, die Plastikverpackungen ersetzen sollen. Einfach mit Papier austauschen kann man sie nämlich nicht!“ Verpackungen aus Papier seien oft nicht dicht und reißfest genug. Ungeziefer kann ebenfalls leichter eindringen. Stattdessen bietet Natur Pur viele Produkte, wie zum Beispiel Quark und Joghurt in Gläsern an. „Uns bleibt gar nichts anderes übrig, als Plastik einzusparen“, sagt Cecilia Feistle: „Unseren Kunden fragen gezielt nach, ob es eine andere Verpackung als Plastik gibt.“ Auch ihr sechsjähriger Sohn Henri weiß schon: „Plastik ist ganz schlecht für Pflanzen!“

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Auch den Mitarbeitern des Wertinger Weltladens liegt am Herzen, Plastik zu sparen. „Unseren Lieferanten ist es wichtig, kaum Plastik zu verwenden“, berichtet Monika Pienkny, die sich ehrenamtlich im Laden engagiert. So gibt es zum Beispiel bei der Lieferung nur wenig Umverpackungen. „Außerdem ist das Plastik, das die fairen Firmen verwenden, kompostierbar“, führt Pienkny weiter aus.

Wenn sich Verbraucher und Geschäfte gezielt bemühen, scheint es vielfach möglich, Plastik zu sparen. Viele kreative Möglichkeiten, um Plastikmüll zu sparen, gibt es außerdem auf der Webseite des AWV Nordschwaben zu sehen.

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