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Wertingen
08.10.2021

Unverständnis für die Situation am Thürheimer Tor

Autos dürfen durch, Fußgänger nicht. Die Situation am Thürheimer Tor ärgert den Wertinger Referenten für Barrierefreiheit, Jens Baur.
Foto: Benjamin Reif

Autos ja, Passanten nein: Der Referent für Barrierefreiheit, Jens Baur, kritisiert das mit deutlichen Worten

Wertingen Die Engstelle am Thürheimer Tor, der Zufahrt zum Wertinger Marktplatz, ist manchem Wertinger ohnehin ein Dorn im Auge. Mehrfach hat der Wertinger Referent für Barrierefreiheit, Jens Baur, bereits in der Vergangenheit die dortige Situation kritisiert. Bei Regen etwa ist es mangels echtem Gehsteig glitschig und gefährlich für Passanten – gerade auch für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer, wie es Baur selbst ist, sei die Engstelle ungünstig.

An der Engstelle in Wertingen wird eine moderne Interpretation eines Fachwerkhauses gebaut

Seit Ende August ist das Thürheimer Tor ein noch engeres Nadelöhr, als ohnehin schon. Dort baut die Firma Reitenberger eine „moderne Interpretation eines Fachwerkhauses“ (wir berichteten). Zunächst blieb es komplett gesperrt, dann gab es einen Durchgang für Passanten. Mittlerweile ist die Situation folgende: Autos dürfen wieder auf den Marktplatz fahren – geregelt wird das mit einem Schild, welches den von Norden kommenden Fahrzeugen Vorfahrt gewährt. Für Passanten ist der Durchgang allerdings verboten, auch wenn sich daran nicht alle halten. Diese sollen auf einen Umweg über den Parkplatz und das Kalteck auf den Marktplatz gelangen.

Das stößt beim Wertinger Jens Baur auf Unverständnis. „Ich konnte es zuerst kaum glauben, als ich das gesehen habe“, sagt er gegenüber unserer Zeitung. Im Internet hat Baur dazu ein klares Statement abgegeben. Auf Facebook schrieb er: „Wertingen eine Stadt für Menschen? Nein!“ Stattdessen sei es eine Stadt für „Autos und Raser.“ Lärmbelästigung und Abgase seien fast rund um die Uhr garantiert. Baur vermisst zudem Zebrastreifen und Querungshilfen an den Kreisverkehren und Zufahrtsstraßen.

Direkt innerhalb der aktuellen Sichtwand stehe das Baugerüst

Wertingens Geschäftsleiter Dieter Nägele äußert sich auf Anfrage zum Sachverhalt folgendermaßen: „Für die sichere Durchführung einer Baumaßnahme auf öffentlichem Grund wird eine minimale Restfahrbahnbreite von 2,75 Metern und eine minimale Breite des Gehwegs von einem Meter benötigt. Die regelmäßige vorgeschriebene Fahrbahnbreite beträgt 3,10 Meter. Mit dem Bauleiter der Baufirma Reitenberger Bau wurde vor Ort die maximal mögliche Restfahrbahnbreite – es ging um jeden Zentimeter – festgelegt.“ Direkt innerhalb der aktuellen Sichtwand stehe das Baugerüst.

So kann laut Nägele nun eine Durchfahrtsbreite von circa drei Metern zwischen der Baumaßnahme und der Pflasterung entlang dem Gebäude der Wertinger Zeitung eingehalten werden. Die Pflasterung werde jedoch regelmäßig auch von Bussen sowie großen Autos bei der Durchfahrt „mitbenutzt“, da die Durchfahrt (nicht nur) optisch sehr eng wirke. Die Pflasterung auf dieser Straßenseite hat inklusive Wasserrinne eine durchschnittliche Breite von 40-50 Zentimetern. „Ein wirklicher Gehweg war hier also auch vor Beginn der Baumaßnahme nicht vorhanden“, sagt Nägele. Die Einrichtung eines Durchgangs für Fußgänger zugleich zur Durchfahrt des Verkehrs sei also aus Platzgründen nicht möglich.

So bald wird sich die Situation noch nicht ändern

Während der Zeit, als Fußgänger die Engstelle passieren konnten, Autos jedoch nicht, habe die Stadt „massiven Druck von Anliegenden und Gewerbetreibenden erhalten“, berichtet Nägele. Und resümiert: „Eine optimale Lösung, die allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird, ist also während der Bauphase nicht zu realisieren.“ So bald wird sich die Situation noch nicht ändern. Die Absicherung der Baustelle samt Verengung des Thürheimer Tors werde noch bis ins kommende Frühjahr andauern, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung von Reitenberger Bau. Dafür wird dann die Engstelle breiter sein als vorher, und Passanten wie Autos etwas mehr Raum bieten – rund 40 Zentimeter wird das neue Gebäude an der engsten Stelle nach hinten versetzt sein. Im Vergleich zur ehemaligen Glaserei Seitz, welche vor dem Abriss auf dem Grundstück gestanden hatte.

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09.10.2021

Teilen Sie uns doch die Namen der "Anliegenden und Gewerbetreibenden" mit, so weiß ich wo ich in Wertingen nichts mehr kaufen werde

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