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Wertingen

08.10.2019

Wertinger Gymnasium wird offizielle Inklusionsschule

Bernhard Hof, Schulleiter des Wertinger Gymnasiums, erhielt die Urkunde von Staatssekretärin Anna Stolz.
Bild: Gebert

 Am Wertinger Gymnasium nehmen zwölf Kinder mit Benachteiligungen am Unterricht teil. Etwas wird sich mit der Auszeichnung verändern.

„Es gibt viele richtige Wege der Inklusion. Jedes Kind ist anders, jedes Kind ist besonders. Im Freistaat passen wir daher unsere vielfältigen Förderangebote an die individuellen Bedürfnisse des Kindes an“, erklärte Staatssekretärin Anna Stolz bei der Auszeichnung der neu hinzugekommenen Schulen mit dem Profil Inklusion. Zu diesen gehört auch das Gymnasium Wertingen.

Gymnasium Wertingen und Mittelschule Lauingen

Seit 2011 zählen die Bildungseinrichtungen mit dieser Profilrichtung laut Stolz zu den Vorreitern bei der Inklusion: „Hier lernen Kinder mit und ohne Behinderung mehr als nur den Unterrichtsstoff.“ Dieser Einsatz sei unverzichtbar. „Inklusion lebt durch Ihr Vorbild“, lobte Anna Stolz die 21 neu ernannten Schulen. Neben dem Wertinger Gymnasium wurde im Landkreis Dillingen die Hyazinth-Wäckerle-Mittelschule in Lauingen ausgezeichnet.

Entgegengenommen hat die Auszeichnung für das Wertinger Gymnasium Schulleiter Bernhard Hof. Auf WZ-Anfrage erklärt er, dass die Schule sich ganz bewusst dafür beworben habe, im Einvernehmen mit der ganzen Schulfamilie – Elternbeirat, Schülermitverwaltung und Lehrerschaft. In dem Antrag hatte man vorzulegen, was die Schule bereits in Richtung Inklusion leiste. „Insgesamt zwölf Inklusionsschüler mit unterschiedlichen Formen der Benachteiligung nehmen an unserem Unterricht teil“, erzählt Hof gegenüber unserer Zeitung. Einige davon seien körperlich schwer behindert, andere hätten mit Hörthemen oder Autismus-Störungen umzugehen. Am Gymnasium Wertingen gebe es sowohl ein schulinternes Team aus Lehrern, die sich zusätzlich speziell fortgebildet hätten. Zudem kooperiere man mit mobilen sozialen Diensten und der Jugendhilfe.

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Staatssekretärin empfiehlt Dialog

Bei der Inklusion handle es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, erinnerte Staatssekretärin Anna Stolz bei der Auszeichnung am Montag in München. Sie appellierte an alle Partner aus Elternhaus, Schule, Politik, Gesellschaft, Wissenschaft und Praxis, im Dialog miteinander nach den individuell besten Fördermöglichkeiten für die Schüler(innen) mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu suchen. „Denn Kooperation ist der Schlüssel für gelingende Inklusion.“

Zur Unterstützung der Inklusion habe der Freistaat in den letzten acht Jahren 900 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Bis 2020 soll diese Zahl auf 1000 Stellen anwachsen. Mit 100 zusätzlichen Stellen wurde laut Stolz zudem die individuelle Förderung an Förderschulen zum laufenden Schuljahr gestärkt. Erneut 100 Stellen werden für Schulpsychologen und Schulsozialpädagogen zur Verfügung gestellt. Außerdem investiere Bayern gezielt in die Lehrerbildung: So wurden die Kapazitäten der bayerischen Universitäten zur Ausbildung von Lehrkräften für Sonderpädagogik deutlich ausgebaut. Das Basiswissen über Inklusion sei für alle Lehramtsstudierenden verpflichtender Studieninhalt und für Lehrkräfte steht zudem ein breites Angebot an Fortbildungen zur Verfügung.

Kleine Veränderung am Wertinger Gymnasium

Für das Gymnasium Wertingen bewirkt die Auszeichnung laut Schulleiter Hof keine allzu großen Veränderungen. „In bescheidenem Umfang“ profitiere man davon. Konkret erhält die Schule zwei zusätzliche Lehrerwochenstunden.

Mit den neuen ausgezeichneten Inklusionsschulen ist die Anzahl der Schulen, die dieses Profil ausgebildet haben, zum aktuellen Schuljahr auf 377 angestiegen. Anna Stolz war es wichtig zu betonen, dass die Profilschulen stellvertretend stehen für das Engagement anderer bayerischer Schulen für ein vorurteilsfreies Schulklima: „Sie vermitteln Werte, die die Schülerinnen und Schüler ein Leben lang prägen und dienen als Botschafter für mehr Miteinander in unserem Land.“ (pm/dem)

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