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Konjunktur

14.09.2020

Deutsche Wirtschaft warnt vor Folgen des Brexit-Streits

Der Brexit könnte auch milliardenschwere Folgen für die deutsche Wirtschaft hab
Bild: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa

Exklusiv Der Deutschen Industrie- und Handelskammertag warnt vor den Folgen des Brexit-Streits. Was für die Wirtschaft auf dem Spiel steht.

Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Brexit-Streits zwischen der EU und Großbritannien warnt die deutsche Wirtschaft  vor milliardenschweren Folgen.

„Allein für die Automobilbranche – die den größten Anteil am Handelsvolumen zwischen Deutschland und Großbritannien hat – drohen ohne Abkommen in weniger als vier Monaten Zölle in Höhe von mindestens zwei Milliarden Euro“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben unserer Redaktion. „In der Wirtschaft wächst die Sorge vor einem Scheitern der Brexit-Verhandlungen“, betonte er und sprach von einer „neuen Unsicherheit“.

London und Brüssel können sich derzeit nicht auf die konkrete Umsetzung des Austrittsabkommens und einen Vertrag über die wirtschaftlichen Beziehungen ab 2021 einigen. Es droht ein harter Bruch und dabei steht „für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals viel auf dem Spiel“, mahnte Wansleben. Neben hohen Zöllen seien abbrechende Lieferketten und lange Wartezeiten an den Grenzen zu befürchten, da es auf britischer Seite noch immer keine funktionierende Infrastruktur für die Zollabwicklung gebe.

Deutsche Wirtschaft warnt vor Folgen des Brexit-Streits

Martin Wansleben fordert: EU-Binnenmarkt zusammenhalten, Zölle vermeiden, Transportwege aufrechterhalten

„Bereits die Brexit-Unsicherheiten der Vergangenheit haben deutliche Spuren hinterlassen“, sagte Wansleben: „Seit dem Referendum im Jahr 2016 sind die deutschen Exporte auf die britische Insel merklich gesunken – von 89 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 79 Milliarden Euro im Jahr 2019.“ Dadurch sei das Vereinigte Königreich von Rang 3 auf Rang 5 der wichtigsten Exportmärkte Deutschlands abgerutscht. „Der Trend setzt sich in diesem Jahr fort – und wird durch die Corona-Krise noch zusätzlich verschärft. So sind die deutschen Exporte zwischen Januar und Juli um fast 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen“, sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer.

Für die Unternehmen sei es umso wichtiger, dass die künftigen Beziehungen zwischen der EU und Großbritannien mit klaren Prioritäten geregelt werden, forderte Wansleben: „EU-Binnenmarkt zusammenhalten, Zölle vermeiden, Transportwege aufrechterhalten und die Bürokratie beim Warenaustausch so gering wie möglich halten.“

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie hier: DIHK warnt: Brexit-Streit könnte Milliarden kosten

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