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Porträt

19.02.2018

Diese Frau kombiniert Idylle und Atomkraft - auch in der Region

Gabriele Strehlau ist auch kaufmännische Geschäftsführerin im Kernkraftwerk Gundremmingen.
Bild: Bernhard Weizenegger

Gabriele Strehlau ist Chefin in der Nuklear-Sparte von RWE. Bereits in der Schule zeichnete sich ihr Interesse für die Kerntechnik auf eine besondere Art ab.

Sie ist als Essenerin zwar „ein echter Ruhri“, wie sie sagt. Doch den Süden kennt sie bestens. Wandern und das Motorradfahren auf kurvigen Strecken zählen zu ihren liebsten Freizeitaktivitäten, „für die Alpen brauche ich keine Karte“. Gabriele Strehlau und ihre Familie kennen gerade auch die Region Günzburg gut, die 52-Jährige ist seit 2013 kaufmännische Geschäftsführerin im Atomkraftwerk Gundremmingen. Bereits beim ersten Besuch von Mann und Sohn war ein Abstecher ins Legoland Pflicht.

Seit ein paar Monaten hat die Diplom-Ökonomin noch eine weitere Aufgabe im Energiekonzern RWE: Sie ist eine von zwei Geschäftsführern der neuen RWE Nuclear GmbH, in der Kernkraftwerke samt Anlagen und Beteiligungen gebündelt sind. Am 1. September vergangenen Jahres war sie dort die erste Mitarbeiterin, am 1. Januar 2018 kamen die Kollegen dazu. Sie ist für Finanzen und Personal verantwortlich und für 1358 Mitarbeiter in 14 Gesellschaften. Zudem ist sie in der Geschäftsführung des Kraftwerks in Lingen an der Ems und der VAK GmbH des inzwischen zurückgebauten Versuchsreaktors Kahl am Main. Dort wachse bereits eine Wiese, auf der Pferde grasen, sagt sie.

Das sei zwar eine schöne, romantische Vorstellung. Aber ob das auch für Gundremmingen gilt, wo bis April mit der Rückbaugenehmigung für Block B gerechnet wird und wo Block C noch bis Ende 2021 läuft? Das vermag Strehlau nicht zu sagen. Weiter Geld zu verdienen mit einer neuen industriellen Nutzung sei für Region und Unternehmen auch keine zu verachtende Option.

Herausforderung: Vorbereitungen auf den Atomausstieg

Dass sie mal Chefin werden würde, war (für sie) in der elften Klasse klar, auch wenn nach dem Studium der Ort nicht direkt feststand. In der Oberstufe erstellte sie einen Kupferstich, auf dem das AKW Grafenrheinfeld zu sehen ist – das nicht zu RWE gehört, wo sie seit 1991 arbeitet. Die Verbindung von Idylle und Technik mit dem Dorf im Vorder- und dem Kraftwerk im Hintergrund habe sie begeistert, „das war sicher kein Zufall“. Das Bild hängt nun im Büro. Ob ihr Sohn auch in die Richtung gehe? Zumindest habe er schon ein Kraftwerk gemalt, sagt die Mutter. Der Neunjährige könne sich aber auch vorstellen, Informatik oder Maschinenbau zu studieren – oder Kriminelle im Internet zu jagen. Strehlaus Mann, ein Maschinenbautechniker, „schmeißt die Familie“. Denn sie ist beruflich viel unterwegs – in Gundremmingen ist sie im Schnitt 30 Tage im Jahr. Dafür, so sagt sie, könne sie sich die Zeit für Mann und Sohn in Essen recht gut einteilen.

An ihrer neuen Aufgabe reizt sie vor allem die Verbindung von Energieerzeugung und Vorbereitung auf den Atomausstieg. Damit komme das Personal in Gundremmingen gut klar. „Aber wir müssen mit den Mitarbeitern ganz viel reden und sie auch nach ihren Gefühlen fragen.“ Nach Jahrzehnten reiner Stromproduktion ist das für alle nun einmal etwas ganz Neues.

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