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Bayern hält an FFP2-Maskenpflicht fest - auch für Schüler im Unterricht
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Lehrstellenoffensive
20.04.2021

Eine Lehre als technischer Produktdesigner ist wie Lego für Erwachsene

Michael Heubeck lernt Technischer Produktdesigner bei der Firma Siegmund in Oberottmarshausen..
Foto: Marcus Merk

Wer als Kind Erfinder werden wollte und eine Ausbildung sucht, sollte eine Karriere als technischer Produktdesigner in Betracht ziehen. So wie Michael Heubeck.

Seit einem halben Jahr arbeitet Michael Heubeck bei der Firma Siegmund in Oberottmarshausen, südlich von Augsburg, als Lehrling für technisches Produktdesign. Dabei handelt es sich um die modernere Form des technischen Zeichners. In den sechs Monaten, seit er dort angefangen hat, hat er bereits einen eigenen Schweißtischaufbau erfunden, der bald auf den Markt gebracht werden soll.

Siegmund versorgt den bayerischen Landtag mit FFP2-Masken

Es handelt sich um spezielles Zubehör, das es leichter machen soll, spezielle Bauteile zu fixieren. Etwa drei Wochen hat er an dem Plan gearbeitet. Eigentlich das Kerngeschäft der Firma Siegmund. Der Name des Weltmarktführers für industrielle Schweißtische ist außerhalb der Branche zuletzt meist im Zusammenhang mit FFP2–Masken gefallen. Neben Apotheken, Krankenhäusern und Altenheimen bezieht auch der bayerische Landtag seine Masken von der Tochterfirma Siegmund Care aus Oberottmarshausen. Der Umsatz der Tochter hat den der Mutterfirma längst übertroffen. Das Geschäft läuft so gut, dass die Firma nun expandieren und das Betriebsgelände über die Stadtgrenze nach Königsbrunn erweitern will.

Ob die charakteristische Maske von Markus Söder von Siegmund stammt ist unklar, aber der bayerische Landtag bezieht seine Masken aus Oberottmarshausen.
Foto: Peter Kneffel, dpa

Heubecks Schweißtisch hätte eigentlich schon im großen Stil auf Fachmessen und Ähnlichem unters Volk gebracht werden sollen. Diese sind allerdings vielfach der Pandemie zum Opfer gefallen, sodass die Innovation vorerst noch im Showroom des Unternehmens untergebracht ist. „Als technischer Produktdesigner bin ich quasi die Schnittstelle zwischen Produktion und Produktentwicklung“, fasst Heubeck zusammen.

Wie man technischer Produktdesigner wird

Eine Ausbildung als technischer Produktdesigner war eigentlich nicht ganz oben auf seiner Karriereplanung. Nach dem Abitur hat er zuerst ein Studium des digitalen Medienwesens nach einem Semester abgebrochen. „Mir hat einfach das Praktische gefehlt“, sagt er. Bei einem Kurzpraktikum bei Siegmund habe er dann entdeckt, dass es ihm großen Spaß macht mit 3D zu arbeiten. Seine Zeichnungen macht Heubeck ausschließlich am Computer. Sein Bildschirm ist dreimal so groß wie üblich und er manipuliert seine Entwürfe mit einer sogenannten 3D-Maus. Einem kleinen Kasten mit allerlei Schiebereglern und Knöpfen. Diese erleichtert das Arbeiten im dreidimensionalen Raum im Vergleich zu den herkömmlichen 2D-Mäusen.

Auf dem Bildschirm demonstriert er den Plan für einen Schnellspannbolzen, die er fotorealistisch nachgebaut hat. Aus diesen Bauteilen können am Computer dann eigene Kreationen zusammengestellt werden.„Es ist ein bisschen wie Legobauen für Erwachsene“, sagt Heubeck.

Es gibt zwei Arten von technischen Produktdesignern

Wie Ausbilder Fabian Lang erklärt, gibt es zwei Arten von technischen Produktdesignern. Maschinen- und Anlagenkonstrukteure konzentrieren sich vor allem auf die Optimierung von Fertigungsabläufen. Der technische Teil des technischen Produktdesigners also. Produktgestaltern geht es im Gegensatz dazu eher um die äußere Erscheinung der Designstücke. Hier geht es also eher um den Design-Teil der Berufsbezeichnung.

Es handelt sich aber nicht ausschließlich um einen Schreibtischberuf. „Wir müssen auf Messen auch direkt mit den Kunden in Kontakt treten“, sagt Lang. Zusätzlich legt Siegmund Wert darauf, dass Auszubildende und Angestellte direkten Kontakt mit dem Sortiment machen, in dem sie mindestens einmal im Lager gearbeitet haben. Neben Kreativität, technischer Affinität und einem Auge fürs Design, sollte ein guter Kandidat für einen Ausbildungsplatz also „gerne mal anpacken können“, wie Lang es nennt. „Es ist uns wichtig Auszubildende eng in die Abläufe im Unternehmen einzubinden“, erklärt er. So bekommt man als Azubi also alles mit von der Fertigung bis hin zur Vermarktung der Produkte.

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