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Nach Kuka-Chefwechsel
02.12.2018

Oettinger fordert EU-Regelungen für chinesische Investoren

EU-Kommissar Günther Oettinger.
Foto: Wiktor Dabkowski/ZUMA Wire, dpa (Archiv)

Exklusiv EU-Kommissar Günther Oettinger fordert nach dem Führungswechsel bei Kuka gemeinsame europäische Maßnahmen. "Schlüsseltechnologien dürfen nicht in fremde Hände geraten."

Nach dem überraschenden Führungswechsel beim Augsburger Roboterbauer Kuka fordert EU-Kommissar Günther Oettinger gemeinsame europäische Maßnahmen, um die Macht chinesischer Investoren zu begrenzen. "Wir brauchen eine europäische Industriepolitik, Schlüsseltechnologien dürfen nicht in fremde Hände geraten", sagte der CDU-Politiker unserer Redaktion nach dem Abgang von Kuka-Chef Till Reuter, der das Vertrauen des chinesischen Mutterkonzerns verloren hatte.

"Ich war damals schon sehr skeptisch, als die Chinesen Kuka übernommen haben. Der überraschende Weggang von Till Reuter nach einer Vertragsverlängerung lässt Raum zur Sorge", fügte der CDU-Politiker hinzu. Es müsse jetzt alles dafür getan werden, dass Forschung und Entwicklung in Augsburg bleiben und nicht nach China abgezogen werden.

Der Roboterbauer Kuka gehört zu rund 95 Prozent dem chinesischen Haushaltsgeräte-Konzern Midea. Reuter hatte noch einen Vertrag bis 2022.

 

Früherer Kuka-Robotik-Chef wirft Management um Reuter Fehler vor

Der frühere Chef der Kuka-Robotersparte Manfred Gundel warnte unterdessen vor einer schweren Krise des Augsburger Unternehmens: "Wir müssen mit aller Macht verhindern, dass Kuka wie 2009 wieder in eine existenzielle Krise schlittert", sagte er im Interview mit unserer Redaktion. Gundel, der bis 2015 Roboter-Chef des Augsburger Konzerns war, warf dem Management um den bisherigen Kuka-Chef Till Reuter schwere Fehler und mangelnde Innovationen vor. "Die Lage ist meines Erachtens ernst, in der Zukunftssparte Robotik muss technologisch schnell etwas passieren." (msti/pom)

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Das ganze Interview lesen Sie hier: Früherer Top-Manager: "Ich mache mir Sorgen um Kuka"

Auch in der aktuellen Folge unseres Podcasts "Bayernversteher" geht es um Kuka. Chefkorrespondent Stefan Stahl, der das Unternehmen bereits seit vielen Jahren intensiv beobachtet, analysiert gemeinsam mit Michael Stifter, Leiter des Ressorts Politik und Wirtschaft, die Lage beim Augsburger Roboterbauers. Hier können Sie reinhören:

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03.12.2018

Oettinger legt den Finger in die Wunde. Seine Skepsis gegenüber den Chinesen sollte in der öffentlichen Wahrnehmung nicht zu kurz kommen. Auch deshalb hat die Augsburger Allgemeine für dieses Interview Dank verdient!

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