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Das Handwerk braucht Einigkeit und eine faire Bildungspolitik

Kommentar Von Michael Kerler
08.12.2022

Deutschland setzt auf eine Energiewende und gesunde Lebensmittel. Ohne Handwerk werden die Ziele nicht erreichbar sein. Was der neue Präsident zusammen mit der Politik anpacken muss.

Man muss sich nur in die Lage eines Bäckermeisters hineinversetzen, um zu verstehen, wie es zahlreichen Handwerksbetrieben geht. Die Energiekosten explodieren. Personal ist schwer zu finden, nicht nur für das Backen in der Nacht, sondern auch im Verkauf. Die Kinder haben längst BWL oder Jura studiert und sind schwer zu begeistern, den Betrieb zu übernehmen. Kommt dann eine neue Vorschrift hinzu, die die Arbeit komplizierter macht, ist der Schritt nicht weit, es bleiben zu lassen, aufzuhören, in den Ruhestand zu gehen und den Betrieb aufzugeben. 

Das Handwerk in Deutschland befindet sich in einer schwierigen Lage. Nach langen, guten Jahren haben die vielen Krisen von Corona bis zum Ukraine-Krieg tiefe Schrammen hinterlassen. Staatliche Hilfen konnten nicht alle Ausfälle der Corona-Krise abfedern. Jetzt schlagen die hohen Energiekosten ins Kontor. Die Sorge bei vielen Betrieben ist groß, dass das Geld ausgeht, bevor die staatlichen Preisbremsen auf Strom und Gas greifen. Neue Investitionen lassen sich bei den steigenden Zinsen schwerer stemmen. Drei von fünf Handwerksbetrieben geben inzwischen an, durch die aktuellen Krisen an Umsatz einzubüßen. 

Die Industrie geht ins Ausland, ein Handwerksbetrieb aber sperrt zu

Dem Handwerk fehlen die Reaktionsmöglichkeiten, die Auswege, wie sie die Industrie hat. Sind die Bedingungen im Inland schlecht, reagieren Industriebetriebe und Konzerne knallhart und verlagern ihre Produktion ins Ausland. Im politischen Betrieb wird die Drohung häufig benutzt, um Bewegung in eine Sache zu bringen. Ein Handwerksbetrieb kann nicht ins Ausland wechseln. Der Dorfbäcker, der Heizungsbauer, der nun in Bulgarien oder Malaysia sitzt? Absurd. Handwerksbetriebe sterben still und leise. Bevor eine Meisterin oder ein Meister mit Mitte 50, Anfang 60 die Rücklagen für das Alter angreift, um den Betrieb durch die Krise zu retten, sperrt er zu. In manchen Bereichen geht es rasch. Bei den Bäckereien sank die Zahl der Betriebe allein zwischen 2014 und 2021 von rund 12.600 auf 9965. 

Fatalerweise reagieren manche Teile des Handwerks mit Bitterkeit und Wut. Der scheidende Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hat als kluger Beobachter festgestellt, dass ihn die Polarisierung im Handwerk bedrückt. Auch in unserer Region haben sich in der Corona-Krise Unternehmerkreise abseits der Kammerorganisation gebildet. Heute gibt es Stimmen auch aus dem Handwerk, die Pipelines Nord Stream 1 und 2 zu öffnen. Diese Forderung verkennt die bittere Realität des Aggressionskrieges Russlands gegen die Ukraine und würde in der Bundesregierung in Berlin zu Recht keine Resonanz finden. Dringende Aufgabe des am Donnerstag auf dem Deutschen Handwerkstag in Augsburg gewählten neuen Handwerkspräsidenten wird es sein, die 40 Fachverbände, eine Million Betriebe und über fünf Millionen Beschäftigte zusammenzuhalten. 

Der neue Handwerkspräsident muss den Verband und die Betriebe zusammenhalten

Das Land wird seine Ziele – seien es gesunde Lebensmittel oder die Energiewende – ohne Handwerksbetriebe nicht erreichen. Jemand muss moderne Heizungen installieren oder die Dächer dämmen. Kurzfristige Probleme wie die Energiekosten muss und kann der Staat zwar mit Preisbremsen und den nötigten Härtefall-Hilfen lösen. Langfristig die größte Herausforderung aber wird es sein, Nachwuchs für die Betriebe zu finden. Rund 250.000 Fachkräfte fehlen schon heute. Jedes Jahr bleiben rund 20.000 Lehrstellen unbesetzt.

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Einige Instrumente, um attraktiv für Arbeitnehmer zu sein, hat das Handwerk selbst in der Hand. Ein guter Ton im Betrieb, anständige Bezahlung, flexible Arbeitszeiten, moderne Berufsbilder, die digitale Technik nutzen. Die Leistungen des Handwerks finden steigende Anerkennung in der Bevölkerung. Jetzt muss es dem Handwerk noch stärker gelingen, die Wertschätzung auch in Interesse an den Berufen umzusetzen. 

Fairness in der Bildungspolitik hälfe dem Handwerk

Insbesondere braucht das Handwerk neben einem Image-Booster aber auch einen Politik-Booster. Dazu gehört Verlässlichkeit. Die abrupten Förderkürzungen für Photovoltaik-Anlagen vor zehn Jahren zum Beispiel hatten vielen Handwerksbetrieben binnen weniger Wochen den Boden unter den Füßen weggezogen. Verdient hat das Handwerk auch eine faire Bildungspolitik. Die Branche wünscht sich zu Recht, ihre Arbeit auch bundesweit in der Berufsorientierung in den Gymnasien vorstellen zu können. Und von den Milliarden Euro, die derzeit in die Hochschullandschaft fließen – auch in Bayern – kann die berufliche und schulische Bildung nur träumen. 

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