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Verkehr

18.10.2019

A8: Kommt Expressbus bald und Schwebebahn später?

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Ein Schnellbus vom Bahnhof Dasing auf der Autobahn zum Bahnhof Pasing – der fährt bald. Eine Magnetschwebebahn auf der A8 (unten) – das ist eine Vision.

Plus Der Kreis Dachau will in gut einem Jahr eine Buslinie auf der Autobahn von Dasing nach Pasing auf den Weg bringen. Die Vision stößt auf großes Interesse

Eine Magnetschwebebahn auf Stelzen über dem Mittelstreifen der Autobahn A8 von Augsburg bis zum Bahnhof in Pasing. Das ist eine Zukunftsvision , die nicht nur genervte München-Pendler elektrisiert, sondern in einer aktuell laufenden Onlinebefragung auf großes Interesse stößt. Ein Expressbus vom Bahnhof Dasing bis zum Knotenpunkt Pasing steht dagegen schon am Start.

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Bereits zum Fahrplanwechsel in einem guten Jahr sollen die Doppelstockbusse unterwegs sein und laut Fahrplan 48 Minuten brauchen. Mit dem Zug über die Paartalbahn und Hochzoll dauert es bestenfalls eine Stunde nach Pasing.

Wer an der Haltestelle Adelzhausen in den Schnellbus zusteigt, braucht 37 Minuten und vom Autobahnzubringer in Odelzhausen aus sind es noch 29 Minuten Fahrzeit bis in den Münchner Stadtteil – natürlich vorausgesetzt, es ist kein Stau auf der Autobahn. Vom dortigen Bahnhof aus gibt es dann Verbindungen in alle Richtungen.

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Überlegungen gibt es seit einem Jahrzehnt

Seit einem Jahrzehnt gibt es Überlegungen, Gespräche und Planungen für eine schnelle Verbindung. Der Landkreis Dachau macht Druck und jetzt auch Nägel mit Köpfen. Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2020 läuft die bestehende MVV-Linie 732 von Odelzhausen nach Pasing aus.

Für diesen Anschluss hatten schon mal die Ecknachtalgemeinden Sielenbach und Adelzhausen gemeinsam mit dem Landkreis einen Zubringerbus auf die Beine gestellt. Doch die Pendler stiegen nicht ein und die Linie wurde wieder aufgegeben.

Jetzt hat der Kreisausschuss des Nachbar-Landkreises einstimmig beschlossen, eine neue MVV-Regionalbuslinie auszuschreiben und voranzugehen. Die Dachauer tragen dabei bislang allein das anfallende Betriebskostendefizit, erwarten aber Staatszuschüsse und hoffen auch auf Kostenbeteiligung durch München und den Landkreis Aichach-Friedberg mit den angeschlossenen Gemeinden Dasing und Adelzhausen.

Die Linie soll eine Lücke zwischen den S-Bahnen schließen

Die Verbindung Dasing–Pasing ist sozusagen ein Vorläufer für alternative Verkehrsangebote an der Autobahn und soll die Lücke zwischen den S-Bahnlinien S2 und S3 schließen. Für die neue Linie ist in drei Jahren ein Zuschuss von insgesamt 1,5 Millionen Euro vom Freistaat zugesagt.

Für den auf fünf Jahre ausgelegten Betrieb kalkuliert Albert Herbst, Verkehrsexperte im Dachauer Landratsamt, dennoch mit einem jährlichen Defizit von etwa einer halben Million Euro für den Landkreis. Aus dem Wittelsbacher Land erhoffen sich die Nachbarn zumindest 50000 Euro Zuschuss. Das unterstützt auch Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko, der sich gemeinsam mit seinem Dachauer CSU-Kollegen Bernhard Seidenath seit mehreren Jahren für die Linie eingesetzt hat.

In Sulzemoos auf die Autobahn

Der Schnellbus fährt von Dasing bis Sulzemoos auf Landstraßen und von da ab durchgehend auf der Autobahn nach Pasing. Im Landkreis Aichach-Friedberg ist werktags ein auf den Zugfahrplan abgestimmter Stundentakt geplant, ab Odelzhausen gilt ein 30-Minuten-Takt. Samstags wird zwischen den beiden Zielorten stündlich, sonntags und feiertags alle zwei Stunden gefahren.

In Dachau sieht man den Landkreis als Bremser

In Dachau sieht man das Wittelsbacher Land übrigens als Bremser für eine „bestechende Idee“. Landrat Stefan Löwl bezeichnete das in der Sitzung als „sehr frustrierend“. Abteilungsleiter Georg Großhauser, im Landratsamt in Aichach für den Nahverkehr im Kreis zuständig, verweist dagegen darauf, dass die Zugverbindung von Dasing aus nach Pasing fast genauso schnell ist wie der Bus.

Im Landratsamt in Dachau sieht man dagegen deutlich mehr Fahrgastpotenzial. Die vielen Pendler aus Aichach-Friedberg nach München würden eine deutliche Sprache sprechen, so Albert Herbst. Und: Die Zahlen würden durch Zuzug und weiterem Siedlungsdruck künftig noch steigen.

Die doppelstöckigen Busse bieten bis zu 90 Sitzplätze. Derzeit befördert die MVV-Linie 732 wochentags rund 700 Menschen. Um das Defizit zu begrenzen und das Angebot auch über 2025 hinaus zu halten, müssten die Fahrgastzahlen natürlich steigen.

Zur Schwebebahn läuft noch eine Onlinebefragung

Seit Anfang September und noch knapp zwei Wochen bis Ende Oktober läuft derzeit eine Onlinebefragung, in der unter anderem das Potenzial einer Magnetschwebebahn von Augsburg nach München ermitteln soll (wir berichteten mehrmals).

Bis jetzt haben bereits rund 2500 Menschen mitgemacht. Eine außergewöhnlich hohe Beteiligung für eine solche Befragung.

Ein Magnetbahn-Transportsystem (TSB), wie es das bayerische Bauunternehmen Max Bögl konzipiert hat, könnte bei maximaler Auslastung bis zu 30 000 Menschen pro Fahrtrichtung und Stunde mit Tempo 150 bei 13 Haltestellen an den Zubringerstraßen und einer Fahrzeit von 45 Minuten zwischen den beiden Städten befördern. Die Ergebnisse der Potenzialanalyse sollen bis März 2020 vorliegen.

Zur Onlinebefragung kommen Sie hier.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Christian Lichtenstern: Auf der A8 ohne Auto unterwegs

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