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Aichach-Friedberg

31.10.2020

Allerheiligen und Corona: Was ist überhaupt noch möglich?

Allerheiligen ist der Tag des Gräberbesuchs: Doch Corona sorgt nicht nur hier auf dem alten Friedhof in Aichach für Einschränkungen.
Bild: Christoph Lotter (Archivbild)

Plus Durch die Corona-Pandemie wird es auch für Allerheiligen am Sonntag einige Einschränkungen geben. Wie gehen die Pfarrer aus dem Raum Aichach damit um?

Alljährlich, am 1. November, ist es so weit: Allerheiligen. Auch an diesem Sonntag versammeln sich wieder zahlreiche Familienmitglieder von nah und fern auf dem Friedhof, um gemeinsam an ihre Verstorbenen zu denken. So zumindest der ursprüngliche Plan, denn in diesem Jahr ist vieles anders. Auch Allerheiligen bleibt nicht von Corona verschont. Doch muss der Gräberbesuch deshalb ausfallen?

In Aichach gibt es an Allerheiligen keine Andacht

Komplett abgesagt werden die Programmpunkte rund um Allerheiligen nicht, doch in den Gemeinden gibt es Änderungen. In Aichach beispielsweise kann die gewohnte Andacht nicht stattfinden. Stadtpfarrer Herbert Gugler ist sich bewusst, dass Allerheiligen ein emotionales Fest ist. "Wir haben lange gerungen", sagt er. Doch er sieht keine Möglichkeit, die Andacht durchzuführen. Mehrere hundert Leute und die damit verbundenen An- und Abfahrten machen es unmöglich die Mindestabstände einzuhalten. Selbst auf die offizielle Gräbersegnung muss Gugler verzichten. Doch der Stadtpfarrer betont: "Ich lasse die Leute nicht allein." Er werde auf dem Friedhof sein und für Gespräche bereit stehen, wenn die Angehörigen die Gräber besuchen.

Die Pfarreiengemeinschaft Affing hingegen, bietet kurze Andachten auf dem Friedhof und Gräbersegnungen an. Doch auch hier gilt Abstand halten und Maske tragen. Pfarrer Max Bauer findet: "Das Gefährlichste ist nicht der Gottesdienst, sondern das gemeinsame Kaffeetrinken zu Hause." Allerdings habe er zu seiner Gemeinde gesagt, falls jemand nicht kommen möchte, müsse er auch nicht. Dafür liegen in den Kirchen Gebete aus, die am Grab oder daheim gesprochen werden können.

In Pöttmes werden die Gräber am Montag gesegnet

Wie Allerheiligen in der Pfarreiengemeinschaft Pöttmes abläuft? "Unterschiedlich", lautet die Antwort von Pfarrer Thomas Rein. Eine Gräbersegnung auf dem Friedhof in Pöttmes wird es am Sonntag keine geben. "Wir können nicht gewährleisten, dass die Abstände eingehalten werden", sagt Rein. Als Alternativtermin für die Segnung haben die Verantwortlichen der Pfarreiengemeinschaft den Montag vorgesehen.

Diese Entscheidung begründe sich damit, dass der offizielle Gedenktag der Verstorbenen eigentlich sowieso erst an Allerseelen, also am 2. November sei. Erfahrungsgemäß kommen an Allerseelen weniger Besucher, zudem handle es sich noch um einen Montag. Dennoch hat der Pfarrer Verständnis: "Es ist ein alter Brauch, auch dass die Familien zusammenkommen." Rein ist froh, dass sie die Möglichkeit haben, wenigstens den Gottesdienst am Sonntagvormittag stattfinden zu lassen, auch ohne Anmeldung. Sonstige Alternativprogramme wird es nicht geben. Wenn die Menschen sich aufteilen und nicht alle zur selben Stunde kommen, halte er das für nicht notwendig, so Rein.

Der Affinger Pfarrer Max Bauer.
Bild: Pfarreiengemeinschaft Affing

Dekan Stefan Gast segnet die Gräber in Inchenhofen heimlich

Dekan Stefan Gast aus der Pfarreiengemeinschaft Inchenhofen fällt die diesjährige Situation selbst nicht leicht. "Leider können wir die Gedenkfeier nicht so abhalten wie sonst immer", bedauert Gast. Der Gottesdienst am Vormittag finde zu den üblichen Zeiten statt, die Andacht müsse hingegen ausfallen. "Die Gräber sind zu eng beieinander", so Gast. Er segnet die Gräber, möchte aber nicht verraten, wann genau, um so eine Menschenansammlung zu vermeiden. Er hoffe, dass die Menschen in ihren Familien gemeinsam beten und möchte ihnen mit Gebetszetteln auch etwas an die Hand geben.

Auch der Aichacher Stadtpfarrer möchte seiner Gemeinde ein Segengebet anbieten. Die Pfarrei wird auf dem YouTube-Kanal ein Video veröffentlichen, welches zu Hause oder am Grab abgespielt werden kann. "Jeder kann sich auch frei fühlen, keine vorgefertigten Texte zu sprechen", sagt Gugler. Er sieht die momentane Situation auch als Gelegenheit, sich als Christ selbst mehr zu trauen. Durch die Taufe dürfe jeder einen Segen spenden. "Es ist eine Chance zu entdecken Segnender zu sein", so Gugler.

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