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15.05.2018

Arbeiter reinigen Strommasten im Wittelsbacher Land

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7 Bilder
Mit Hochdruckgeräten und Wasser reinigen Arbeiter in der Höhe bei Hollenbach die Strommasten der 280-KV-Leitung.
Bild: Wolfgang Sellmeier

Betreiber Tennet führt Maßnahmen zum Korrosionsschutz im Landkreis Aichach-Friedberg durch. Das führt zu spektakulären Szenen

Wer in diesen Tagen nach oben schaut, mag sie erblicken. Die Rede ist nicht von den vielen Baumsamen und Blütenteilchen, die im Moment überall durch die Luft schwirren. Gemeint sind handfestere Gestalten, hoch droben auf einigen Strommasten im Landkreis. Männer, die in gut 50 Metern Höhe nicht mehr leicht zu erkennen sind und die dadurch auffallen, dass sie die Giganten aus Stahl in Wölkchen aus zerstäubtem Wasser zu hüllen scheinen. So gesehen vor einigen Tagen bei Hollenbach.

Was da genau los ist, darüber klärt ein Anruf in Bayreuth auf. Dort hat der Netzbetreiber Tennet seinen Sitz. Die Tennet TSO GmbH ist für die 280-kV-Leitung zuständig, die von Meitingen im Landkreis Augsburg aus bis nach Oberbachern bei Dachau führt – und damit auch durch den Landkreis Aichach-Friedberg. Wie Tennet-Pressesprecher Markus Lieberknecht erläutert, handelt es sich um „routinemäßige Korrosionsschutzmaßnahmen“ an den insgesamt 110 Masten der rund 50 Kilometer langen Leitung. Das Unternehmen bringt die Masten sozusagen wieder in Schuss.

Lieberknecht zufolge müssen diese im Schnitt alle 30 Jahre neu angestrichen werden – und die Leitung ist seit 1981 in Betrieb. Dafür klettern speziell geschulte Arbeiter an den Steigbolzen der Masten hoch. „Sie sind natürlich angegurtet und gut gesichert“, sagt Lieberknecht. Oben entfernen sie Moos, Kot und anderen Schmutz mit einem Hochdruckreiniger. Dabei entstehen dann auch die Wasser-Wolken, die schon von Weitem ins Auge fallen. Anschließend tragen die Arbeiter per Hand mit einem Knollenpinsel die neue Korrosionsschutzfarbe auf. Die Farbe haben die Streicher in Eimern bei sich, sagt Lieberknecht.

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Gefährlich ist es für die Arbeiter übrigens nicht, mit Wasser an den Leitungen zu hantieren, beruhigt der Pressesprecher. Denn während der Arbeiten werde in der Regel eine Seite der Leitung, also ein Stromkreis, tagsüber abgeschaltet. Die Arbeiter sind dann auf dieser Seite zugange. Verbraucher müssen dadurch nicht befürchten, dass ihnen zeitweilig der Strom wegbleibt. Das Ganze sei bereits über ein Jahr im Voraus geplant worden. Dadurch gewährleistet Tennet eigenen Angaben zufolge auch während der Arbeiten eine „gleichbleibend hohe Stromversorgung“.

Und diese Arbeiten, die Ende April begonnen haben, laufen noch bis Ende September. So lange gibt es also noch die Gelegenheit, sie zu beobachten: die Kletterer in schwindelerregender Höhe.

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