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Aichach-Friedberg

29.05.2015

Bauarbeiter ertappt 60-Jährigen beim Schauen von Kinderpornos

Ein 60-Jähriger wurde mit Kinderpornos erwischt.
Bild: Symbolbild, Peter Kneffel (dpa)

Ein 60-Jähriger wurde von einem Bauarbeiter dabei ertappt, wie er Kinderpornos anschaute. Der Mann gab sich beim Prozess uneinsichtig - er habe sich nur fortbilden wollen.

Das Thema Kinderpornografie ist nicht erst seit der Affäre um SPD-Politiker Sebastian Edathy ein heikles. Ein 60-Jähriger aus dem Landkreissüden musste sich wegen des Besitzes entsprechenden Materials vor dem Amtsgericht Aichach verantworten. Die Pornos begründete er mit privaten Fortbildungsmaßnahmen.

Nervös sitzt der Angeklagte im Amtsgericht, der Platz neben ihm ist frei, eine Verteidigerin brauche er nicht. Freiwillig ist er hier, er hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch erhoben. Laut Anklage soll er im Besitz mehrerer Speichermedien mit kinderpornografischen Inhalten gewesen sein. Nachdem im Frühjahr 2014 ein Bauarbeiter zufällig das verbotene Material durch das Fenster des Angeklagten erblickt hatte, fand die Polizei bei einer Hausdurchsuchung sowohl Bild- als auch Videodateien. Darunter auch Aufnahmen seiner beiden heute erwachsenen Kinder.

Polizist spricht von Hunderten von Bildern

„Ich habe sie beim Baden gefilmt. Das macht jeder und ist nicht verboten“, sagte der Angeklagte. Laut Anklage soll die Kamerahaltung aber bewusst so gewählt worden sein, dass die Genitalien im Fokus stehen. Auch sollen Bilder gefunden worden sein, die per Bildbearbeitungsprogramm so verändert wurden, dass eindeutig kinderpornografisches Material entstanden ist.

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Dies bestätigte ein Polizeibeamter, der bei der Auswertung dabeigewesen war, als Zeuge. „Es waren Hunderte von Bildern, die wir gesichtet haben. Auf Laptop, Kamera, DVD-Player und USB-Stick“, sagte der Zeuge. Auch Richter Walter Hell hatte die Bilder vor sich liegen: „Sie haben mit dem Programm den Kindern Genitalien hinmontiert, das ist eindeutig zu erkennen.“

Der Angeklagte bestätigte, dass es sich um seine Bilder handle. „Ich habe niemanden heimlich gefilmt. Den Kindern wurde keine Gewalt angetan“, sagte der Angeklagte. Hell wies ihn darauf hin, dass dann der Fall noch schlimmer wäre: „Es ist egal, was Sie mit dem Material machen, allein der Besitz ist strafbar“, sagte Hell.

Der Angeklagte pochte auf seine Unschuld. Er habe die Bilder legal erworben, „etwa aus einer FKK-Zeitschrift“ und dann „lediglich“ zusammengeschnitten: „Ich wollte meine technischen Fähigkeiten mit dem Programm ausbauen, aus beruflichen Gründen. Das geht am besten mit menschlichen Körpern“, so der 60-Jährige.

Angeklagter: "Das ist für mich keine Pornografie"

„Mir ist egal, wo Sie die Bilder herhaben“, erwiderte der Richter, dennoch gab er dem Angeklagten die Chance, seinen Einspruch zurückzuziehen. „Sie können den Schaden in Grenzen halten, wenn Sie jetzt einlenken. Ansonsten wird die Strafe höher ausfallen.“

Auch jetzt wollte der Angeklagte seine Lage nicht einsehen: „Das ist für mich keine Pornografie.“ Staatsanwalt Alexander Müller forderte eine Bewährungsstrafe von vier Monaten. Richter Walter Hell verurteilte den nicht vorbestraften Mann zu einer Geldstrafe von insgesamt 4000 Euro, außerdem bleiben seine Daten in Polizeigewahrsam.

„Der Fall ist eindeutig. Sie waren uneinsichtig, dennoch hoffe ich, dass Sie es nun verstehen können“, gab Hell ihm mit auf den Weg und fügte hinzu, „durch die umfangreiche Berichterstattung sollte es jeder kapiert haben.“

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