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Prozess

22.10.2019

Betrunkener kracht auf B300 beinahe frontal in Auto

Ein 31-Jähriger, der betrunken einen Unfall auf der B300 baute, musste sich vor dem Aichacher Amtsgericht verantworten.
Bild: Katja Röderer (Archiv)

Plus Ein 31-Jähriger gerät nach einem Biergartenbesuch auf der B300 bei Aichach auf die Gegenfahrbahn. Was die Richterin ihm anrechnet.

Betrunken und viel zu schnell ist ein 31-Jähriger aus dem Raum Aichach im Mai mit seinem Auto bei Aichach auf die B300 gefahren. Er geriet prompt auf die Gegenfahrbahn, wo ein Autofahrer nur durch seine schnelle Reaktion einen frontalen Zusammenstoß verhindern konnte. Es kam dennoch zu einem Unfall, bei dem Fahrer und Beifahrer des entgegenkommenden Wagens leicht verletzt wurden. Am Auto entstand ein Sachschaden von rund 50000 Euro.

31-Jähriger legt Einspruch gegen einen Strafbefehl ein

Wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung erhielt der Aichacher einen Strafbefehl über 6000 Euro (150 Tagessätze zu je 40 Euro) und eine Sperre des Führerscheins von weiteren 18 Monaten. Dagegen legte der 31-Jährige Einspruch ein.

Deshalb kam es zu einer Verhandlung vor dem Aichacher Amtsgericht. Dabei zeigte sich, dass der Angeklagte den Vorwurf zugibt. Ihm ging es um die Höhe der Geldstrafe und die Länge der Führerscheinsperre. Warum er betrunken auf die B300 gefahren ist, daran hatte er laut seiner Aussage keine Erinnerung mehr. Sein Mandant habe seit dem Unfall einen Filmriss, sagte Verteidiger Hermann Kühn.

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Der 31-Jährige entschuldigt sich sofort nach dem Unfall auf der B300

Der 31-Jährige weiß noch, dass er vorher mit einem Kumpel in einem Biergarten bei Aichach war. Eine Alkoholkontrolle ergab bei ihm später einen Wert von knapp zwei Promille. Der Angeklagte beteuerte: „Normalerweise trinke ich nicht so viel Alkohol.“ Ihm tue unendlich leid, was passiert sei, versicherte er Richterin Eva-Maria Kraus. „Ich weiß selber nicht, was mich da geritten hat“, sagte der 31-Jährige.

Er selbst hatte damals viel Glück. Weil der entgegenkommende Fahrer aus Schrobenhausen noch versuchte, nach links auszuweichen, prallte das Auto des Angeklagten nicht frontal, sondern in die rechte Fahrzeugseite des Wagens. Der Schrobenhausener verstauchte sich dabei die Halswirbelsäule und prellte sich zwei Rippen. Sein Beifahrer hatte Schmerzen an der rechten Körperhälfte und eine Prellung des rechten Handgelenks. Der Angeklagte blieb unverletzt.

Die Reue, die der Angeklagte vor Gericht zeigte, nahm ihm Staatsanwältin Stefanie Dylla ab. Sie hielt ihm auch zugute, dass er sich gleich nach dem Unfall bei den beiden Verletzten entschuldigte. Außerdem hatte er sich sofort in die Abstinenzüberwachung begeben. Der ganz erhebliche Sachschaden sprach für Dylla gegen den Angeklagten. Vor allem aber sei es ein sehr gefährlicher Vorfall gewesen, sagte sie und ergänzte: „Sie können froh sein, dass die andere Person im Fahrzeug so glimpflich mit Prellungen und Halswirbelsyndrom davongekommen ist.“ Die Staatsanwältin hielt deshalb die 6000 Euro im Strafbefehl für angemessen. Anstelle der 18-monatigen Führerscheinsperre plädierte sie für 15 Monate.

Richterin nimmt Angeklagtem die Reue wegen des Unfalls auf der B300 ab

Verteidiger Kühn wies darauf hin, dass die Lebensgefährtin seinen Mandant täglich in die Arbeit fahren müsse. Er hielt eine Geldstrafe von 2700 Euro (90 Tagessätze à 30 Euro) und eine zehnmonatige Führerscheinsperre für ausreichend.

Die Richterin sah in dem Angeklagten keinen Raser und hielt auch seine Reue für glaubwürdig. Wie die Staatsanwältin wies sie darauf hin, dass der Angeklagte Glück gehabt hatte, dass der Fahrer des anderen Wagens so reagiert hatte. „Sonst wäre es schlimmer geworden.“ Sie verurteilte den 31-Jährigen wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 4200 Euro (120 Tagessätze à 35 Euro) und weiteren 13 Monaten Führerscheinsperre. Sie blieb damit unter dem Strafbefehl.

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