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Umgehung Affing

02.03.2011

Ost-Trasse ist für Kurzak zu kurz gesprungen

Verkehrsgutachter und Bauamt halten an Nord- und West-Trasse fest: deutlich mehr Entlastung

Affing/Augsburg Verkehrsgutacher Professor Harald Kurzak hat eine Ost-Umfahrung von Affing geprüft. Kurz-Ergebnis: Er hält wenig bis nichts von dieser Trasse. Das ist zumindest einem Schreiben des Straßenbauamts an den Rechtsanwalt der Bürgerinitiative aus Anwalting und Gebenhofen zu entnehmen. Die BI hatte mit einem eigenen Planer diese Umgehung (siehe Grafik) wieder ins Spiel gebracht, doch für Kurzak ist sie keine Alternative: Die Entlastungswirkung für Affing, insbesondere aber für die Ortsteile Aulzhausen und Mühlhausen, sei deutlich geringer als bei Nord- und Westumfahrung (siehe „Verkehrsentlastung“). Speziell für Mühlhausen geht der Experte von einer fünf Mal so hohen Entlastung durch die „Amtstrasse“ (Nord und West) aus. Kurzak gilt als einer der profiliertesten Verkehrsexperten Bayerns und hat bereits mehrere Gutachten für den Affinger Raum erstellt.

Das Straßenbauamt hat ihn jetzt wieder beauftragt, nachdem die Interessengemeinschaft aus Anwalting/Gebenhofen (Igusag) den alternativen Trassenvorschlag Ende Januar öffentlich machte (wir berichteten). Jetzt liegt das Ergebnis vor und das Bauamt schreibt in einer Antwort an das Anwaltsbüro der Igusag: Diese Variante stelle keine sich aufdrängende Alternative dar. Auch nach Prüfung der Unterlagen gebe es keine hinreichenden Gründe, „von unserer Amtstrasse (Nordumfahrung) abzuweichen“. Außerdem hat die Behörde noch eine Reihe von Mängeln in der Alternativplanung entdeckt (weiterer Artikel).

Kurzaks Kurz-Bewertung zur Igusag-Trasse: Mit der Ostumfahrung über Frechholzhausen werde nur der Durchgangsverkehr durch Affing, Aulzhausen und Mühlhausen verlagert, der sein Fahrtziel in den östlichen Augsburger Stadtteilen (Lechhausen, Hochzoll), Friedberg und weiter habe, beziehungsweise auf die Autobahn fährt. Der größere Teil des Verkehrs mit Ziel Innenstadt, Augsburg-West, Augsburg-Süd sowie Mühlhausen und Gersthofen verbleibe auf der kürzeren Staatsstraße und den Ortsdurchfahrten bis Mühlhausen. Verkehrsteilnehmer aus Affing und Haunswies würden bereits heute diese Verbindung zur neuen A-8-Anschlussstelle Friedberg oder nach Augsburg nutzen, wenn das Fahrtziel so schneller erreicht werde.

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Seit Jahrzehnten ist die Verkehrsbelastung der Staatsstraßen-Anlieger Dauerbrenner der Affinger Kommunalpolitik. 2003 fasste der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss für die Nordumgehung – gegen die Räte aus Gebenhofen und Anwalting. Damals ließ das Straßenbauamt der Kommune keine andere Wahl – Nordtrasse oder gar nichts, so die „Alternativen“. Für die Igusag ist die Ostumgehung „deutlich günstiger, flächensparender und bringt eine bessere Verkehrsentlastung für alle Affinger“. Bei einer Klage gegen einen künftigen Planfeststellungsbeschluss für die Nordtrasse könnte die Variante auch als „Munition“ vor Gericht dienen.

BI-Vorsitzender Josef Schmid zeigte sich gestern nicht überrascht über die Bewertung des Vorschlags durch Gutachter und Straßenbauamt: „Das war zu erwarten.“ Notwendig sei eine Feinuntersuchung der Trasse und kein „oberflächliches Papier“. Der Anwalt der Igusag werde eine Antwort formulieren. Rolf Fissel, Zweiter Bürgermeister und Mitglied der Interessengemeinschaft Ortsumgehung Affing (IGOA), zeigte sich ebenfalls nicht überrascht: „Allenfalls, dass es so deutlich ausfällt.“ Die Igusag-Trasse sei „Augenwischerei“ und „regelrecht zerpflückt worden“. Fissel: „Wir haben eine Amtstrasse und die Variante ist nicht haltbar.“

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