Startseite
Icon Pfeil nach unten
Aichach
Icon Pfeil nach unten

Aichach-Friedberg: So häufig sind die Menschen im Landkreis Aichach-Friedberg krank

Aichach-Friedberg

So häufig sind die Menschen im Landkreis Aichach-Friedberg krank

  • |
  • |
  • |
    Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für Fehltage im Landkreis Aichach-Friedberg.
    Atemwegserkrankungen sind der häufigste Grund für Fehltage im Landkreis Aichach-Friedberg. Foto: Susann Prautsch, dpa (Symbolbild)

    Die Zahl der Krankheitstage pro Arbeitnehmer im Landkreis Aichach-Friedberg steigt. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse hervor, der sich auf die Daten dort versicherter Personen bezieht. 2022 war jede Arbeitskraft durchschnittlich 19,7 Tage krankgeschrieben – das sind rund vier Tage mehr als im Jahr zuvor. Damit setzt sich ein deutschlandweiter Trend fort, der sich laut Statistischem Bundesamt seit 2007 zeigt: Die Krankheitstage steigen schon seit Jahren an. Immerhin: Den Menschen im Wittelsbacher Land geht es offenbar besser als in anderen Landkreisen in der Region.

    Besonders die Zahl der Atemwegserkrankungen steigt

    Denn wie die Statistik zeigt, waren die Beschäftigten hier sogar noch häufiger krank. In Augsburg waren die Menschen im Schnitt 21,6 Tage krankgeschrieben. Besonders psychische Erkrankungen sind hier auf einem traurigen Spitzenwert (4,3 Tage). In den Landkreisen Dillingen lag der Wert bei 21,4, in Günzburg bei 21,3 und im Augsburger Land bei 21,0. In allen Regionen aber sind die Krankschreibungen 2022 im Vergleich zum Vorjahr deutlich angestiegen. Bundesweit spricht die Barmer sogar von einem "drastischen und noch nie zuvor beobachteten Ausmaß"

    Die häufigste Ursache für eine Krankschreibung waren laut dem aktuellen Gesundheitsreport der Krankenkasse Atemwegserkrankungen. 4,2 der 19,7 Tage fielen im Landkreis Aichach-Friedberg in diesen Bereich; 2019 waren es nur 1,5 Tage. Damit steht der Kreis nicht allein da – auch in anderen Regionen lässt sich die höhere Zahl an Fehltagen vorwiegend auf Atemwegserkrankungen zurückführen. Das hänge besonders mit den Corona-Maßnahmen zusammen, die dazu führten, dass viele Menschen von Grippe- und Erkältungswellen verschont blieben, so die Krankenkasse. "Durch die weniger strikten Maßnahmen und die dadurch verbundenen veränderten Lebensumstände und Verhaltensweisen lässt sich der deutliche Anstieg an Atemwegserkrankungen 2022 erklären", so die Barmer-Experten.

    19,7 Tage fehlte ein Arbeitnehmer im Landkreis Aichach-Friedberg durchschnittlich im Jahr 2022 krankheitsbedingt.
    19,7 Tage fehlte ein Arbeitnehmer im Landkreis Aichach-Friedberg durchschnittlich im Jahr 2022 krankheitsbedingt. Foto: Jens Büttner, dpa (Symbolbild)

    Der Aichacher Allgemeinarzt Dr. Andreas Ullmann hat noch eine weitere Erklärung: Bereits 2022 habe es vielerorts keine Corona-Tests mehr gegeben. "Sicherlich befinden sich deshalb auch Corona-Infektionen unter den Atemwegserkrankungen, weil es typische Symptome sind", so Ullmann. Diese Entwicklung sieht er auch für das laufende Jahr. Grundsätzlich sehe er aber nicht wesentlich mehr Atemwegserkrankungen als vor der Corona-Pandemie. "Auch für 2023 sind die Zahlen nach meinem Gefühl nicht steigend." Atemwegsinfekte seien an sich eine recht häufige Erkrankung.

    Psychische Erkrankungen sorgen für lange Ausfälle

    Ebenfalls für viele Krankentage sorgen psychische Erkrankungen. Laut Barmer Gesundheitsreport fehlten Arbeitskräfte in Aichach-Friedberg deshalb 3,3 Tage im Jahr 2022. Grundsätzlich führt eine psychische Erkrankung oftmals zu langen Ausfällen, weshalb sie sich erheblich auf die Gesamtstatistik auswirken. Zum Vergleich: 2021 waren es 3,1 Tage. Erkrankungen des Muskel-Skelettsystems – im häufigsten Fall Rückenschmerzen – sorgten für 3,8 Ausfalltage pro Arbeitnehmer (2021: 3,6). "In beiden Bereichen sehen wir seit Jahren keine rückläufigen Zahlen", sagt Allgemeinmediziner Ullmann. Große Anstiege nehme er aber auch keine wahr: "Im Vergleich zu vor Corona sehe ich grundsätzlich keine großen Veränderungen – mit Ausnahme von Corona selbst natürlich." 

    Das Statistische Bundesamt sieht dagegen seit Jahren einen Anstieg bei den Krankheitstagen je Beschäftigtem im Jahr. Die absoluten Zahlen weichen von den Daten der Barmer Krankenkasse ab, da die Statistiken hier auf die sogenannte Arbeitsvolumenberechnung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zurückgehen. Demnach lag der Tiefstand an Krankheitstagen im Jahr 2007 mit durchschnittlich 12,7; 2022 waren es 15,0 Tage. 

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden