Sportporträt

16.10.2019

Fußball ist ihre Nummer eins

Mit 13 Jahren trainiert Annabell Aumann schon bei den Frauen der SG Inchenhofen/Ecknach mit. Die Stürmerin weiß genau, wo das Tor steht.
Bild: Sebastian Richly

Plus Die Realschülerin ist mit 13 Jahren die jüngste Spielerin der Fußballerinnen der SG Inchenhofen. Warum sie derzeit bei den Spielen zuschauen muss.

Dass ihre Teamkameradinnen teilweise doppelt so alt sind wie sie, stört Annabell Aumann nicht im Geringsten. Die 13-Jährige wechselte zu dieser Saison zu den Frauen der SG Inchenhofen/Ecknach. Die Leahaderin kehrt damit zu ihrem Heimatverein zurück, in den vergangenen Jahren spielte sie in den Mädchenmannschaften der SG Hollenbach/Petersdorf.

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„Es macht mir viel Spaß in Inchenhofen. Ich kenne einige Spielerinnen sehr gut und bin super aufgenommen worden“, so Aumann, die allerdings aufgrund ihres Alters derzeit keine Ligaspiele machen darf. Erst ab 17 Jahren darf sie bei der Großfeldmannschaft mitmachen. Mutter Doris Aumann erklärt: „Zur neuen Saison wird es wohl eine Mannschaft in der Freizeitliga geben, dann darf auch Annabell mitmachen.“ Bis dahin heißt es erst einmal, fleißig trainieren: „Ich würde schon gerne spielen, aber auch das Training macht mir sehr viel Spaß und ich kann sehr viel lernen“, so Annabell Aumann. Bei der SG Hollenbach gehörte sie zu den wichtigsten Spielerinnen. Der Großteil der Tore ging in der abgelaufenen D-Junioren-Saison auf ihr Konto. Wie viele Treffer es genau waren, weiß sie nicht: „Ich habe nicht mitgezählt, weil es so viele waren.“ Dabei zeigte sich die Inchenhofenerin nicht nur auf dem Rasen treffsicher, sondern auch in der Halle. Beim Jugendkreispokal war Aumann mit fünf Toren beste Schützin und maßgeblich am Sieg ihres Teams beteiligt. Nicht umsonst wurde sie zur besten Spielerin des Turniers gewählt. Diese Leistung brachte ihr auch den Titel Sportlerin des Monats Januar der Aichacher Nachrichten ein.

Gelernt wird bei Annabell erst nach dem Training

Aktuell kann sie ihrer Mannschaft nicht mit Toren helfen. Bei den C-Juniorinnen der SG Hollenbach wäre das anders gewesen, doch die 13-Jährige entschied sich für einen Wechsel. Mutter Doris erklärt: „Sie hat jetzt Ganztagsschule und würde es gar nicht rechtzeitig ins Training schaffen. In Inchenhofen kann sie zum Sportplatz radeln.“ Denn meist kommt die Realschülerin, die die achte Klasse der Maria-Ward-Schule in Schrobenhausen besucht, erst abends nach Hause. Gelernt wird an Trainingstagen erst nach dem Fußball: „Das ist vielleicht gar nicht schlecht, denn nach dem Fußball hat sie den Kopf frei anstatt direkt nach der Schule gleich wieder den Kopf anstrengen zu müssen“, so Mutter Doris, die früher in der Schwaben- und Bayernauswahl gespielt hat: „Wir sind eine Fußballer-Familie.“ Vater Andreas war früher viele Jahre in Inchenhofen aktiv und auch Annabells Bruder spielt in der E-Jugend der Leahader.

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Angefangen im Verein hat Annabell Aumann im Alter von acht Jahren. Doch schon davor wurde im heimischen Garten gegen die Eltern gekickt. „Ich war ohnehin ständig am Fußballplatz, bis ich dann endgültig in der Mannschaft gespielt habe.“ Damals ging es noch gegen die Jungs: „Gegen die habe ich meist lieber gespielt, weil es für mich eine größere Herausforderung war und ich mich durchsetzen musste“, so Aumann: „Wenn du gut bist, respektieren sie dich auch, da ist es egal, ob Mädchen oder Junge.“ Egal ist der Inchenhoferin auch der Altersunterschied: „Klar bin ich kleiner und jünger, aber das ist egal. Ich weiß, wie ich mich durchsetzen kann.“ Diese Nachteile macht die 13-Jährige mit ihren Stärken wieder wett.

Trainer: Annabell ist eiskalt im Abschluss

Trainer Luca Schön weiß, was er an seiner Nachwuchsspielerin hat: „Sie ist eine absolute Instinktfußballerin. Sie weiß, wo das Tor steht und ist eiskalt im Abschluss“, so der Coach, der hinzufügt: „Von der Leistung her und auch von der Fitness kann sie locker mithalten, nur ist sie eben noch zu jung.“ Im einzigen Freundschaftsspiel durfte Aumann dann aber ran. Es gab nur ein Problem: „Wir haben in Hollenbach immer auf dem kleinen Feld und ohne Abseits gespielt. Ich musste erst einmal nachfragen, wie das mit dem Abseits eigentlich funktioniert. Am Anfang war es schwierig, aber zum Ende des Spiels wusste ich Bescheid.“ Und wie war es gegen die zum Teil deutlich älteren Gegenspielerinnen? „Die waren körperlich schon überlegen, aber ich bin sehr flink und habe versucht, ihnen einfach davon zulaufen.“

Einen Lieblingsverein oder ein fußballerisches Vorbild hat Aumann übrigens nicht: „Ich schaue mir lieber live ein Spiel hier in Inchenhofen an, als mich vor den Fernseher zu setzen.“ Überhaupt mag es die 13-Jährige sportlich. Auch beim Volleyball und beim Tennis hat sich die Inchenhofenerin bereits versucht: „Aber Fußball war und ist meine Nummer eins.“ Das bleibt auch so, obwohl die Realschülerin derzeit nur im Training ran darf. Zwei Mal pro Woche geht es für 90 Minuten auf den Platz und am Wochenende drückt sie von außen die Daumen. Aumann: „Ich würde aber viel lieber mitspielen.“

Drei Fragen an Annabell Aumann

Wen würdest du gerne einmal kennen lernen oder treffen?

Annabell Aumann: „Die Sängerin Vanessa Mai finde ich total toll. Ihre Musik ist jetzt nicht so ganz mein Geschmack, aber ich mag ihre Art und wie sie als Mensch ist. Sie ist total bodenständig und nett. Nach einem ihrer Konzerte hat sie mal einen Fan danach zum Eis-Essen eingeladen. Das machen nicht viele Prominente.“

Mit welcher Sportart kannst du überhaupt nichts anfangen?

Annabell Aumann: „Ich bin eine schlechte Schwimmerin, überhaupt kann ich mit Wassersport nichts anfangen. Ich gehe zwar schon ins Wasser, aber wirklich schwimmen tue ich nicht. Ich komme gar nicht schnell genug voran.“

Womit kann man dich so richtig auf die Palme bringen?

Annabell Aumann: „Ich lege sehr viel Wert auf Pünktlichkeit, vor allem meine eigene. Am meisten regt es mich auf, wenn ich selber zu spät dran bin. Was auch gar nicht geht, wenn meine Mutter mich zu einer Uhrzeit abholen will und dann zu spät kommt. Da rufe ich dann sofort an und frage, wo sie bleibt.“

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