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Landkreis Augsburg

20.04.2015

Auslandseinsätze zwischen Ebola und Baywatch

Wochenlang  war  Wolfgang Pentz aus Dinkelscherben in Liberia im Ebola-Einsatz.
Bild: Sammlung Pentz

Die Erlebnisse  der Rot-Kreuz-Retter sind sehr unterschiedlich

 Am Anfang stand eine verwaiste Anlage zur Trinkwasseraufbereitung. Später kam die Katastrophe. In diesen zwei Sätzen lassen sich zwei Meilensteine für den Aufbau des Kompetenzzentrums für die internationalen Hilfe des Bayerischen Roten Kreuzes zusammenfassen, das beim Roten Kreiz Augsburg Land angesiedelt ist. Von dort aus werden die internationalen Einsätze der Nothelfer koordiniert, wenn in einem Land eine Naturkatastrophe über die Menschen hereingebrochen ist, wenn Krieg und Not herrschen.

Die Anfänge waren eher zufällig, sagt Günther Geiger. Seine Amtszeit als Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes geht in zwei Wochen zu Ende, doch als Ehrenamtlicher will er das Kompetenzzentrum weiter führen – gemeinsam mit Alexander Leupolz. Der Logistik-Experte aus Königsbrunn hat sich bei vielen internationalen Hilfseinsätzen einen Namen gemacht. Begonnen hat alles damit, dass die Rot-Kreuzler aus dem Augsburger Land nach der Auflösung eines Zentraldepots um die Wasseraufbereitungsanlage bewarben und „auf einmal stand das Ding bei uns auf dem Hof“, sagt Geiger. Die Rot-Kreuzler wurden in der Folgezeit immer öfter um Hilfe gefragt.

Der verheerende Tsunami in Asien an Weihnachten 2004 und seine Folgen schließlich stellte Rettungsorganisationen aus aller Welt vor ganz neue Herausforderungen. „Dieses Ereignis hat in der Katastrophenhilfe alles verändert,“ sagt Geiger zehn Jahre später. Helfer aus dem Augsburger land sind seitdem in aller Herren Länder im Einsatz gewesen. Auf den Malediven, in Indonesien, China, den USA oder in Haiti.

Erst im Februar war der Dinkelscherber Wofgang Pentz als Freiwilliger in Liberia, wo der Ebola-Virus Tausende von Toten forderte, und kümmerte sich an der westafrikanischen Küste um die Trinkwasseraufbereitung.

Eine der wesentlichen Aufgaben des Kompetenzzentrums besteht darin, künftige Helfer aus Bayern für internationale Einsätze zu schulen. Bei Lehrgängen am heimischen Baggerweiher sei schon so manche Illusion zerstoben, sagt Geiger. Wobei die internationalen Einsätze nicht immer in Katastrophengebiete führen. Als aktuelles Projekt zeigte Geiger Bilder von der Ausbildung der ersten Rettungsschwimmer in Marokko, die tatsächlich ein wenig an die US-Serie „Baywatch“ erinnerten, deren Helden rettungsschwimmer sind. Der Wüstenstaat hat 3000 Kilometer Küste und schöne Strände, aber keine Wasserwacht. Das soll sich nun ändern.

Der Vortrag über die internationalen Aktivitäten war Teil des Treffens der Vizepräsidenten des Deutschen Roten Kreuzes am Wochenende in Augsburg, welche des Kreisverband Augsburg Land ausrichtete. Bei der Tagung ging es unter anderem um die Erfahrungen im Ebola- Einsatz, die Rolle des Roten Kreuzes beim G7-Gipfel in Elmau und die Lage der Flüchtlinge in Deutschland.

Dabei kritisierten die BRK-Vizepräsidentin Brigitte Meyer aus Merching (Kreis Aichach-Friedberg) und die DRK-Vizepräsidentin Donata Freifrau Schenck zu Schweinsberg, dass sich dien Lage der Asylbewerber trotz diverser Asylgipfel nur schleppende verbessere. In Bayern komme in staatlichen Gemeinschaftsunterkünften nur ein betreuer auf 180 Menschen. Zudem sei die Zusammenführung von Familien für Flüchtlinge aus Syrien durch bürokratische Hürden unnötig erschwert."Aufgefallen

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