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Zusmarshausen/Jettingen-Scheppach

10.06.2020

Corona bringt die Banken-Ehe der Raiffeisenbanken durcheinander

Die Raiffeisenbanken Augsburger Land West und Jettingen-Scheppach wollen fusionieren.
Bild: Kirstges (Symbolbild)

Plus Die Raiffeisenbanken Augsburger Land West und Jettingen-Scheppach wollen fusionieren. Nun macht Corona den Banken einen Strich durch die Rechnung. Was das für die Kunden bedeutet.

Wer heuer heiraten möchte, kann ein Lied davon singen: Corona bringt die Pläne vieler mächtig durcheinander. Auch die der Banken-Ehe zwischen der Raiffeisenbank Augsburger Land West und Jettingen-Scheppach. Aus Sicht der Vorstände steht der Fusion eigentlich nichts mehr im Wege. Doch zuerst müssen die Mitglieder den Plänen zustimmen. Wegen des Coronavirus ist das derzeit allerdings nicht möglich.

Bereits im Februar hatten die beiden Banken einen Kooperationsvertrag geschlossen und die Verschmelzung als Ziel benannt. Dieser vorausgesetzt ist allerdings die Zustimmung der Mitglieder bei einer Generalversammlung. Danach kann die endgültige Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden erfolgen. Im Vorfeld dazu soll es mehre Infoveranstaltungen für die Mitglieder geben. Doch die Corona-Bestimmungen machen das derzeit unmöglich. Weil größere Ansammlungen von Menschen zur Zeit nicht erlaubt sind, ist unklar, wie es weitergeht. Die Vorstände der Banken zeigen sich allerdings zuversichtlich.

Niedrige Zinsen und schärfere Vorschriften sind ein Grund für die Fusion

Hintergrund der geplanten Fusion seien große Herausforderungen in der Branche. Niedrige Zinsen und immer schärfer werdende Vorschriften machten besonders kleinen Banken zu schaffen. Würde man nichts unternehmen, müsse man auf Dauer Bestand oder Öffnungszeiten der beiden Filialen in Jettingen und Scheppach eingrenzen, erklärten die Vorstände. Durch die Fusion komme es zu Synergieeffekten, von denen beide Banken profitierten. Die Verantwortlichen versprechen, dass durch die Fusion weder Personal noch Filialen abgebaut werden. Gerade im ländlichen Gebiet sei die persönliche Beratung vor Ort immens wichtig, betonen die Verantwortlichen. Das Filialnetz bleibe deshalb unverändert.

Corona bringt die Banken-Ehe der Raiffeisenbanken durcheinander

Geführt werden soll die neue Genossenschaftsbank von den Vorständen der Augsburger Land West Karl Rau und Hermann Scherer. Die Vorstände der Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach, Markus Deubler und Peter Dopfer, hatten sich bereits vor Längerem für eine berufliche Neuorientierung entschieden. Hermann Scherer geht davon aus, dass sich die Regeln in Bezug auf Corona in den kommenden Wochen und Monaten lockern. „Sobald es möglich ist, werden wir die Versammlung durchführen.“ Karl Rau appelliert im Gespräch mit unserer Zeitung dabei auch an die Verhältnismäßigkeit, schließlich sinke die Zahl der Coronainfizierten. Außerdem verweist er auf ähnliche Versammlungen, bei denen es in jüngster Vergangenheit bereits Ausnahmeregelungen gegeben habe.

Die technische Fusion ist derzeit im November geplant.
Bild: Mathias Wild (Symbol)

Online-Abstimmung über Fusion der Raiffeisenbanken ist keine Option

Die Abstimmung online durchzuführen, ist für die Vorstände keine Option. Besonders mit Blick auf die älteren Mitglieder, erklärt Markus Deubler. Derzeit ist die technische Fusion für den 14. November geplant. Sollte die Zustimmung der Mitglieder im Oktober noch immer nicht vorliegen, müsse dieser Termin verschoben werden. Doch schon jetzt bereiten die beiden Banken ihre neue Ehe vor. Dabei geht es darum, die technische Ausstattung, Prozesse und Produkte auf einen Stand zu bringen.

Eine der auffälligsten Veränderungen für die Kunden werden neue Bankverbindungen sein. Die Kunden der Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach bekommen neue IBAN-Nummern – und deshalb auch neue Bankkarten. Die Kunden der Raiffeisenbank Augsburger Land West können ihre IBAN behalten. Auch nach der Fusion sollen Zahlungsaufträge für eine Übergangszeit von zwei Jahren mit der alten IBAN ausgefüllt werden können.

Was ändert sich für die Kunden der Raiffeisenbank im Augsburger Land?

Abgesehen von dieser offensichtlichen Veränderung sollen die Kunden der Banken wenig von der Fusion spüren, versprechen die Vorstände. Sie versichern, dass es keine Nachteile für die Kunden geben werde – auch, wenn die Produkte der beiden Banken auf einen Stand angepasst werden müssen. Über den Namen sind sich die beiden Partner übrigens schon einig: Jeder behält im Grunde seinen. Allerdings soll die Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach künftig den Zusatz „Niederlassung der Raiffeisenbank Augsburger Land West“ erhalten.

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