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Landkreis Augsburg

30.01.2020

Die Wünsche aus dem Augsburger Land an den neuen Bischof

Bertram Meier ist neuer Bischof von Augsburg. Am Mittwochmorgen hat Papst Franziskus in Rom die Ernennung des 59-Jährigen bekannt gegeben.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Augsburg hat einen neuen Bischof. Was die Vertreter der Pfarrgemeinden im Landkreis Augsburg sich von ihm erhoffen.

Im ganzen Landkreis läuten die Kirchturmglocken: Bertram Meier ist neuer Bischof von Augsburg. Am Mittwochmorgen hat Papst Franziskus in Rom die Ernennung des 59-Jährigen bekannt gegeben. Dieser ist damit der Nachfolger des ehemaligen Bischofs Konrad Zdarsa, der im Juli vergangenen Jahres altersbedingt zurücktrat.

In der Diözese Augsburg war der neue Bischof schon lange ein bekanntes Gesicht. In Augsburg hatte er bereits Theologie studiert und hat nach seiner Priesterweihe in Rom 1985 zahlreiche Tätigkeiten im Bistum Augsburg übernommen. Unter anderem war er dort schon Stadtpfarrer, Dekan, Kaplan und Jugend- und Hochschulseelsorger.

Er kennt die unterschiedlichen Perspektiven

Martin Gall, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Dinkelscherben, ist daher erfreut über die Ernennung Meiers zum neuen Bischof von Augsburg: „Es ist seine Stärke, dass er schon etliche Jahre in der Diözese tätig war. Durch seine verschiedenen Tätigkeiten kennt er die unterschiedlichen Perspektiven der Augsburger Kirchengemeinde.“

Trotzdem sei er überrascht gewesen von der Wahl: Er habe es noch nie erlebt, dass ein Diözesanadministrator, der schon lange im Bistum beschäftigt war, dann auch Bischof wurde. Er hoffe, dass Bertram Meier diese Position nutzt, um wieder Glaubensfreude in die Diözese zu bringen. In dieser Hinsicht ist er zuversichtlich: „Meier kann gut auf die Leute zugehen und mit ihnen ins Gespräch kommen.“

Die Glaubwürdigkeit der Kirche in Augsburg herstellen

Das ist auch für Ursula Raffler von der Pfarrei St. Raphael in Steppach die wichtigste Aufgabe für den neuen Augsburger Bischof. Im Moment sei in der katholischen Kirche die Diskrepanz zwischen Reden und Tun immer größer geworden. Meier habe also viel damit zu tun, die Glaubwürdigkeit der Kirche in Augsburg wieder herzustellen. „Die Menschen, vor allem die jungen, wenden sich immer mehr von der Kirche ab. Das muss der neue Bischof registrieren und dagegenhalten, indem er wirklich auf die Menschen zugeht und sie wieder ernst nimmt“, sagt Raffler.

Sie sei jedoch skeptisch: „Die Entscheidung ist eine friedliche Lösung, aber keine revolutionäre.“ Sie sei nicht sicher, ob Meier, der schon lange in der Diözese beschäftigt war, wirklich frischen Wind in die Kirche bringen kann.

Katholiken mehr in das Geschehen in der Kirche einbinden

Anders sieht das Raimund Kitzinger, Diakon in Zusmarshausen. Er kenne den neuen Bischof gut und sei sehr erfreut über die Wahl. Denn: „Bertram Meiers Denkweise ist hervorragend für die Diözese Augsburg.“ Er erhoffe sich von ihm, dass er das Gottesdienstangebot in Augsburg wieder verbessert die Augsburger Katholiken mehr in das Geschehen in der Kirche einbindet. Das sei ihm besonders im Vergleich mit Meiers Vorgänger Konrad Zdarsa wichtig. Dieser habe zu oft seine eigene Vorstellung durchsetzen wollen, ohne die Menschen mit einzubeziehen.

Ursula Raffler von der Pfarrei Steppach hat ebenfalls einen konkreten Wunsch an den neuen Bischof: „Es wäre schön, wenn wieder mehr Laien in den Pfarreien mit einbezogen werden würden.“ So könne das Gesicht der Ortspfarreien erhalten bleiben und es könnten wieder mehr Anlaufstellen für die Gläubigen der Region geschaffen werden.

„Von außen kann man nur schimpfen“

„Ich hoffe, dass durch den neuen Bischof eine verstärkte Öffnung hin zur Ökumene stattfindet“, sagt die Gersthofer Kolpingsfamilien-Vorsitzende Patricia Steiner. „Es wäre schön, wenn Meier einen Aufbruch brächte und den Menschen mitgäbe, es lohnt sich trotz aller Probleme und Skandale, bei der Kirche zubleiben. Man kann nur etwas ändern, wenn man dazu gehört. Von außen kann man nur schimpfen“, so Patricia Steiner.

„Ich habe mich gefreut, als ich hörte, dass es Bertram Meier ist, weil er hier schon alles kennt und sich nicht erst einarbeiten muss“, sagt Susanne Eser, die Pfarrgemeinderatsvorsitzende in Langweid zu der Ernennung. „Ich hoffe, dass es jetzt einen neuen Schub gibt und dass die Kirche in Augsburg wieder gestärkt wird.“

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