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Landkreis Augsburg

19.12.2018

Geschenke für Kunden? Statt Sekt gibt`s Spenden

Viele Kunden verschenken zu Weihnachten an Mitarbeiter von Betrieben Geschenke.

Viele Unternehmen verzichten auf Kundenpräsente zum Fest und unterstützen stattdessen einen guten Zweck. Was dürfen Mitarbeiter im Gegenzug eigentlich annehmen?

Eine Flasche Wein für den Lieblingsmetzger oder einen Zehner für den Postboten, der jeden Tag die Päckchen an die Haustüre schleppt. Viele Kunden verschenken zu Weihnachten an Mitarbeiter von Betrieben Geschenke. Doch dürfen diese solche Aufmerksamkeiten annehmen?

Robert Krebs, Inhaber des Sportgeschäfts Krebs in Zusmarshausen, hat da keine Bedenken. Er sagt: „Es sind meistens nur Kleinigkeiten wie eine Flasche Wein, die uns die Stammkunden vorbeibringen. Und das beruht meistens auf Gegenseitigkeit, wenn wir zum Beispiel mal einen Ski umsonst montieren.“ Geschenke für die Kunden gibt es im Gegenzug aber nicht. „Wir unterstützen lieber die Vereine in der Umgebung und spenden Sachpreise für deren Tombola.“

Stammkunden bringen kleine Aufmerksamkeiten vorbei

Ähnlich läuft es auch beim Autohaus Mayrhörmann in Diedorf. Auch dort werde zu Weihnachten immer wieder gespendet, sagt Angela Tillner aus der Marketingabteilung. „Stammkunden bringen immer mal kleine Aufmerksamkeiten vorbei, aber das ist nie mehr als eine Flasche Sekt oder Plätzchen.“

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Ganz klare Regeln gibt es stattdessen bei den Zustellern des Briefzentrums der deutschen Post in Gersthofen. Pressesprecher Erwin Nier erklärt: „Es gibt die Vorschrift, dass Sachgeschenke bis 25 Euro angenommen werden dürfen. Bargeld sehen wir nicht so gerne, sanktionieren es aber auch nicht.“ Mit dieser Regelung will das Unternehmen Bestechung vermeiden. „Es soll niemand sagen, ein Zusteller bedient jemanden bevorzugt, nur weil er zu Weihnachten etwas zugesteckt bekommen hat.“

Keine Belohnungen und Geschenke

Auch für die Mitarbeiter im Landratsamt Augsburg gibt es diese Vorschrift. Nach Angaben der Pressestelle liegt den Mitarbeitern eine Dienstanweisung vor, die ihnen die Annahme von Belohnungen und Geschenken verbietet. Ausgenommen sind hierbei Geschenke bis zu einem Wert von 20 Euro pro Jahr und Mitarbeiter und eine Bewirtung bei Veranstaltungen. Absolut tabu sind Barmittel oder Gutscheine.

Geschenke für die Mitarbeiter werden beim Landratsamt Augsburg nicht verteilt. Stattdessen spendet Landrat Martin Sailer zu Weihnachten an gemeinnützige Organisationen. In diesem Jahr unterstützt er das Leserhilfswerk unserer Zeitung dieKartei der Not. Auch das Königsbrunner Bauunternehmen Dumberger hat sich heuer dazu entschlossen, auf Kundengeschenke zu verzichten, und stattdessen an den Verein Glühwürmchen, der krebs-, schwerst- und chronisch kranken Kindern hilft, zu spenden. Eine Mitarbeiterin erklärte: „Wir möchten zu Weihnachten lieber etwas Gutes tun. Deshalb werden wird die Weihnachtsspenden auch in Zukunft beibehalten.“

Bei den Lechwerken ist Spenden statt Schenken bereits seit 2004 üblich. Laut Pressesprecher Ingo Butters stellt das Unternehmen das Geld, das es auf diese Weise einspart, einem guten Zweck zur Verfügung. „Wir wählen dafür gemeinnützige Institutionen aus, die sich für benachteiligte Menschen in der Region Bayerisch-Schwaben einsetzen.“

Bei der Kreissparkasse Augsburg fließt das Budget ebenfalls in einen Spendentopf. Vorstandsvorsitzender Richard Fank: „Damit kommt es direkt sozialen, gesellschaftlichen, kulturellen oder sportlichen Projekten in der Region zugute.“

Lesen Sie hier: Das Geschenk ? Kein Geschenk!

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