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Langweid

27.07.2020

Langweider Mittelschul-Absolventen: Auf zur Polizei und zu SGL

Sie waren die Besten in diesem Jahr: (v. l.) Athanasia Tzamara, David Kergert und Nicolas Modlmeir.

Plus Die Abschlussfeier der Mittelschüler in Langweid ist trotz Abstand herzlich. David Kergert gehört zu den besten QA-Absolventen im Landkreis Augsburg.

Stolze Eltern, erleichterte Schüler und Lehrer, die mit beiden Gefühlen auf ein anstrengendes Schuljahr zurückblickten. Mit einer kurz gehaltenen Feier auf Abstand und doch mit viel Herzlichkeit verabschiedeten sich die Schüler der beiden Abschlussklassen der Mittelschule Langweid in der Mehrzweckhalle von ihrer Schulzeit.

„Es ist nicht jeder gleich begabt, Erfolge bei schulischen Abschlüssen können unterschiedliche Qualität haben, aber aufrechte Menschen, kooperative Partner und sympathische, teamfähige junge Leute, die werden ihren Weg finden.“ So schickte Schulleiterin Gabriele Ott ihre Zöglinge auf die Reise in weiterhin aufregenden Zeiten. „Von 31 QA-Schülern haben 78 Prozent diese besondere Prüfung bestanden. Das ist ein großer Erfolg“, gratulierte sie den jungen Leuten, die mit Jeans oder schickem Kleid ganz unterschiedlich ihren großen Tag feierten. Ein Großteil hat nach rund 1700 Schultagen nun einen Ausbildungsplatz, einige werden weiterführende Schulen besuchen, andere berufsvorbereitende Maßnahmen beginnen.

Bester QA in Langweid: Schulprimus mit Note 1,5

Schulprimus David Kergert erreichte mit einem Notenschnitt von 1,5 den besten QA in Langweid und ist unter den besten 25 QA-Absolventen im gesamten Landkreis. Er drückt weiterhin die Schulbank, um die Mittlere Reife abzulegen. Dafür nimmt er sich zwei Jahre Zeit, denn schon im kommenden Jahr die nächste Abschlussprüfung zu schreiben, das muss nicht sein. Danach schwebt ihm eine kaufmännische Ausbildung vor.

Auch Nicolas Modlmeir und Athanasia Tzamara bekamen Applaus für ihre beachtlichen Notendurchschnitte von 1,7 und 1,8. Athanasia hat ein Faible für die Jüngsten und besucht deshalb ab September die Kinderpflegeschule in Neusäß. Langfristiges Ziel ist aber ein ganz anderes. Polizistin möchte sie werden und hat dafür schon das Sportabzeichen gemacht. Nicolas hatte erst vor, im Bereich IT eine Lehrstelle zu suchen, schwenkte dann aber doch noch einmal um. Er wird eine Ausbildung zum Zerspaner bei der SGL antreten. Doch die Fortbildung zum Programmierer für die computergesteuerten Maschinen und damit auch wieder die IT hat er schon fest im Kopf.

Das mit viel Eigeninitiative zu gestaltende Lernen zu Corona-Zeiten war für die drei kein Problem. „Einfach“ war es für David Kergert kurz und bündig. Gar nicht so übel, weil für die bis zum Lockdown erarbeiteten guten Noten so schon keine großen Einbrüche mehr zu befürchten waren, fand Nicolas Modlmeir den Unterricht unter völlig veränderten Vorzeichen. Zu Hause war das Lernpensum stressfrei und konzentriert zu absolvieren, so hatte Athanasia Tzamara keine Probleme mit Unterrichtsausfällen und Online-Unterricht.

67 Prozent mit Migrationshintergrund

Die Langweider Schule geht immer neue Wege, um allen Schülern, egal woher sie auch stammen, gleiche Chancen zu geben. Langweid ist die Gemeinde mit dem höchsten Bevölkerungsanteil an Zuwanderern im Landkreis. Das spiegelt sich auch in der Schule wider. 67 Prozent der Schüler haben einen Migrationshintergrund. Um möglichst viele Chancen für Praxiserfahrung und zum Kennenlernen potenzieller Arbeitgeber anbieten zu können, werden Kontakte zur Wirtschaft geknüpft. Kooperationsverträge mit dem Elektrogroßhändler Sonepar und der Einzelhandelskette Lidl wurden geschlossen, die Weichen für das Berufswahlsiegel des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft sind gestellt. Damit werden Schulen ausgezeichnet, die Berufsorientierung in der Schulentwicklung verankert haben.

Auch die Zeugnisübergabe 2020 ist anders. Klassenleiterin Simone Boppel bringt es mit dem Wägelchen.

„Ihr habt viel geschafft“, und nun ist es Zeit für etwas ganz Neues. Pfarrer Benedikt Huber machte der Jugend mit einem Mark-Forster-Song Mut für alles, was kommen würde. „Jetzt ist erst mal große Pause“, gab Bürgermeister Jürgen Gilg den Tipp, sich von den letzten Wochen, in denen nichts war wie geplant, zu erholen, bevor das Abenteuer Leben in die nächste Runde geht. Wie es weitergeht im nächsten Schuljahr, weiß bislang niemand. Erst in der letzten Ferienwoche wird entschieden, welches der Konzepte, das Gabriele Ott mit ihrem Team für den Neubeginn entworfen hat, umgesetzt werden kann. Auf der Website der Schule werden Eltern und Schüler informiert werden.

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