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Kreis Augsburg

28.08.2019

Männer schwer verletzt: Nordendorfer sind nach Pfeil-Attacke geschockt

In dem Haus in der Raiffeisenstraße in Nordendorf soll der mutmaßliche Pfeil-Schütze zusammen mit seiner Freundin gelebt haben. Erst seit etwa einem halben Jahr wohne er dort, sagen Anwohner. Sie beschreiben den 34-Jährigen als unauffällig. 
Bild: Marcus Merk

Die beiden schwer verletzten Opfer sind nach der Pfeil-Attacke in Nordendorf außer Lebensgefahr. Wie Anwohner den 34-Jährigen beschreiben.

Die Raiffeisenstraße in Nordendorf ist zum Tatort geworden. Polizisten schirmen die Straße ab, Beamte in zivil durchsuchen das große Haus mit weißen Klinkersteinen. Am Montag soll ein 34-jähriger Anwohner von dort mit Pfeilen auf zwei Männer geschossen haben.

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Laut Polizei handelt es sich um Zufallsopfer. Das jüngere Opfer, ein 39-Jähriger, erlitt durch einen Treffer schwere Verletzungen im Gesicht. Der Zweite, ein 47-jähriger Mann, wurde von einem Pfeil am Oberkörper getroffen. Beide Opfer befinden sich in nach Operationen in ärztlicher Behandlung, aber laut Polizei nicht in Lebensgefahr. Der mutmaßliche Täter sitzt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Kannte man den mutmaßlichen Schützen in Nordendorf?

Der Schock bei den Anwohnern in der Raiffeisenstraße ist noch immer groß. „Wir sind hier täglich unterwegs“, sagt einer der Nachbarn. Den mutmaßlichen Schützen kennt er nicht persönlich. Wie viele der Anlieger beschreibt er ihn als „unauffälligen jungen Mann“. Erst seit etwa einem halben Jahr soll er in Nordendorf leben. Gesehen habe man ihn im Ort selten.

Stattdessen habe man viele Lieferdienste bemerkt, die vor dem Haus mit großen Garten hielten. Dort steht auch der Wagen des mutmaßlichen Täters – ein auffällig teurer schwarzer Sportwagen mit Münchener Kennzeichen. Autos wie dieses seien in der Raiffeisenstraße öfter unterwegs gewesen, seit der 34-Jährige dort zusammen mit seiner Freundin lebe.

Anwohner in Nordendorf wollen Alarm gehört haben

Noch am Morgen der Tat wollen Anwohner Alarmsignale in der Nähe des Tatorts gehört haben. „Um 4.30 Uhr und um 8 Uhr morgens ging der Alarm los“, sagt ein Nachbar. Es habe sich angehört, wie die Alarmanlage eines Autos. Ob das etwas mit der Tat zu tun hat, ist unklar. Ebenso wie der genaue Ablauf. Laut Polizei sollen die beiden Opfer zufällig in der Gegend gewesen sein.

Am Dienstag steckte in der Plane eines Lastwagen vor dem Haus des mutmaßlichen Täters noch ein Pfeil. Der Fahrer ist eines der beiden Opfer.
Bild: Marcus Merk

Wie ein Kollege des verletzten polnischen Lastwagenfahrers erzählt, hatte der Sattelschlepper des Opfers Fenster geladen. Ob die Fenster an die Adresse des mutmaßlichen Täters geliefert werden sollten, ist unklar. Bei dem anderen Opfer, einem 39-Jährigem, soll es sich um einen Handwerker aus der Nachbarschaft handeln. Er war offenbar mit seinem weißen Kleintransporter zur Tatzeit in der Raiffeisenstraße unterwegs.

Mutmaßlicher Schütze hat Druckluft-Waffe verwendet

Der mutmaßliche Täter soll mehrfach geschossen haben. Dabei ging auch die rechte Seitenscheibe des Sattelschleppers zu Bruch, der direkt vor dem Grundstück des Schützen stand. In der Plane des LKW steckte eine weiterer Pfeil. Die Polizei suchte weiträumig nach Geschossen. Auch auf den Dächern der umliegenden Häuser, wie ein Nachbar erzählt.

Zur Tatwaffe gibt es Neuigkeiten. „Bei der Abschusseinrichtung handelt es sich um ein gewehrähnliches, auf Druckluft basierendes Abschussgerät für Pfeile“, erklären die Beamten. Auf Nachfrage teilt die Polizei mit, dass es sich bei der dabei nicht um einen Eigenbau handelt. Im Internet findet man frei verkäufliche Pfeilabschussgeräte, die tödlich seien können. Um welchen Waffentyp es sich bei der Tat in Nordendorf genau handelt, ist noch unklar.

Betroffen über den Vorfall in Nordendorf zeigt sich Bürgermeister Elmar Schöniger. Er wünsche er den Opfern eine schnelle Genesung. Schöniger: „Hoffentlich wird der Täter schnell zur Rechenschaft gezogen.“

Mehr Hintergründe zum mutmaßlichen Pfeil-Schützen aus Nordendorf lesen Sie hier.

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