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Parteien I

11.05.2015

Mehr als 90 Prozent für Carolina Trautner

Zufrieden mit dem Parteitag: (von links) Johann Mayer, Carolina Trautner und Martin Sailer.
Bild: Christoph Frey

Der angekündigte Führungswechsel gelingt der Kreis-CSU reibungslos. Teilweise umkämpft waren dagegen die Vize-Posten

Das Rednerpult war noch ganz auf Martin Sailer zugeschnitten. Trotz hoher Absätze verschwand die zierliche Carolina Trautner dahinter fast, das Publikum im Saal sah nur die obere Gesichtshälfte. Trautners Wahlergebnis dagegen hatte sich schon an die ihres Vorgängers angepasst. Mit fast 91 Prozent der Stimmen wählten 154 Delegierte am Samstag in Nordendorf die 53-jährige Landtagsabgeordnete als Nachfolgerin Sailers zur Kreisvorsitzenden der CSU.

Die erste Frau in dieser Position im Augsburger Land hatte keinen Gegenkandidaten und war von Sailer vorgeschlagen worden. Dieser hatte nach zehn Jahren als CSU-Chef im Kreis auf eine neuerliche Kandidatur verzichtet, weil es Zeit sei für neue Akzente an der Spitze der Partei. Weitab von den nächsten Wahlen sei der Zeitpunkt überdies günstig und außerdem, so Sailer, habe er nicht mehr genügend Zeit für dieses Amt.

Die über 2600 Mitglieder starke CSU im Augsburger Land ist die bestimmende politische Kraft im Landkreis. Sie entsendet Abgeordnete in die Parlamente von Straßburg, Berlin und München, stellt die meisten Bürgermeister und den Landrat. Die 2013 in den Landtag gewählte Trautner übernimmt den Vorsitz einer Männerriege: Weniger als ein Viertel der Parteimitglieder im Landkreis sind Frauen.

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Die neue Vorsitzende („Ich bin eine CSUlerin durch und durch“) stimmte die Delegierten auf neue Herausforderungen ein. Der demografische Wandel, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land seien für sie zentrale politische Aufgabenstellungen in den nächsten Jahren. Ihr Vorgänger und Förderer Sailer hatte zuvor die Partei zum Zusammenhalt aufgerufen. „Wir sind erfolgreich, wenn wir vor Ort geschlossen sind“, sagte Sailer und spielte auf Auseinandersetzungen in einzelnen CSU-Ortsverbänden an, unter der das Kommunalwahlergebnis gelitten hätte. In der Vergangenheit habe es die CSU im Kreis geschafft, den Generationenwechsel „glänzend“ zu bewältigen, so Sailer. „Daran müssen wir weiter hart arbeiten.“

Bei der Wahl der vier Stellvertreter Trautners folgten die Delegierten zunächst der Empfehlung Sailers. Die Vize Sabine Höchtl-Scheel (Graben) und Michael Higl (Meitingen) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Beide hatten keine Mitbewerber. Diese tummelten sich dafür bei den Wahlen der beiden weiteren Stellvertreter, die als Stimmungsbarometer dafür gelten, wer zu wem hält innerhalb der CSU, und wer für höhere Aufgaben zu gebrauchen sein könnte. Um den dritten Vize traten zunächst Ulrike Höfer (Gessertshausen), Stefan Buck (Gersthofen) und der politisch ehrgeizige JU-Chef Matthias Neff (Wehringen) an. Buck und Neff kamen in die Stichwahl, die der Gersthofer mit zwei Stimmen Vorsprung für sich entschied. Verlierer Neff war dafür der Gewinner, als es bei der Wahl des vierten Vize erneut zu einem Stichentscheid kam – diesmal zwischen Neff und dem Zusmarshauser Christian Weldishofer.

Einen besonders langen Applaus erhielt der Stadtberger Johann Mayer. Er war unter drei Vorsitzenden (Eduard Oswald, Markus Ferber und Martin Sailer) Schatzmeister. Seine Nachfolge tritt die Gablingerin Karin Ruf an.

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