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Landkreis Augsburg

05.11.2019

Prozess in Augsburg: Mann missbraucht seine Freundin im Schlaf

Weil ein Mann seine Freundin im Schlaf sexuell missbraucht hat, ist er nun verurteilt worden. 
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Weil sie Schlaftabletten zu sich nimmt, bekommt eine Frau nicht mit, wie ihr Freund sie sexuell missbraucht. Der Täter streitet die Vorwürfe zunächst ab.

War der Sex in der Silvesternacht 2015 einvernehmlich oder nicht? Um diese Frage drehte sich eine Verhandlung vor dem Augsburger Amtsgericht. Bei der Polizei gab die Geschädigte an, ihr damaliger Freund habe sie im Schlaf missbraucht. Der Angeklagte aus dem westlichen Landkreis wies diese Vorwürfe allerdings zunächst von sich.

An Silvester 2015 soll er seine damalige Freundin im Schlaf missbraucht haben. Wegen einer Krankheit habe die Frau Medikamente nehmen müssen. An besagtem Abend eine Schlaftablette. Laut Staatsanwaltschaft habe der Angeklagte den Tiefschlaf seiner damaligen Freundin „bewusst ausgenutzt“. Gegen den Angeklagten lag nun ein Strafbefehl vor. Vorgesehen war eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Legt ein Angeklagter keinen Einspruch gegen einen Strafbefehl ein, gilt die Verurteilung. Der 51-Jährige widersprach allerdings, da er sich keiner Schuld bewusst war. Vor Gericht plädierte sein Verteidiger zunächst für einen Freispruch.

Täter will nichts von Schlaftablette gewusst haben

Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die Geschädigte eine Schlaftablette eingenommen hatte, erläuterte der Angeklagte vor Gericht. „Sonst hätte ich es nicht gemacht“, sagte er. Dennoch sei ihm aufgefallen, dass sich die Frau an jenem Abend sehr passiv verhalten und kaum bewegt habe. Immer wieder fragte Richterin Melanie Koch vor Gericht nach Details. Doch daran wollte sich der Mann nicht mehr erinnern. Auch Alkohol soll im Spiel gewesen sein. Nur so viel: Am nächsten Morgen habe ihn die Geschädigte mit der Tat konfrontiert. „Was hast du mit mir gemacht“, habe sie gefragt. Als er davon erfahren habe, dass das Opfer unter dem Einfluss von Medikamenten stand, sei er „am Boden zerstört gewesen“, sagte der Angeklagte vor Gericht. „Ich war schockiert.“ Nach der Tat habe die Geschädigte die Beziehung sofort beendet. Doch offenbar wollte der 51-Jährige das nicht akzeptieren. Immer wieder fuhr er zur Wohnung seine Ex-Freundin. „Sehr oft“, gab der Mann vor Gericht zu. Erst als sie ihn wegen der Silvesternacht anzeigte, habe er damit aufgehört, ihr nachzustellen.

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Letztlich räumt der Angeklagte die Vorwürfe ein

Die Ausführungen des Angeklagten vor Gericht machten die Richterin stutzig. Auch die Verteidigerin der Geschädigten fragte immer wieder nach. „Es ist schon komisch, dass Sie sich an so viel nicht mehr erinnern können“, sagte sie. Schließlich bat der Verteidiger des Angeklagten um eine Pause, um sich mit seinem Mandanten zu besprechen.

Letztlich akzeptierte der 51-Jährige den Strafbefehl mit einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung doch. Nachdem er zunächst Einspruch einlegte, räumte er die Vorwürfe vor Gericht doch ein. Damit ersparte er der Geschädigten eine Aussage. Ein Urteil musste die Richterin damit nicht mehr sprechen.

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