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Gessertshausen

21.01.2019

Tägliche Hup-Konzerte nerven die Anwohner in der Buchenstraße

Ein Wohnmobilfahrer geht seit einigen Tagen den Anwohnern in der Buchenstraße in Gessertshausen gehörig auf die Nerven. Laut Polizei hupt er tagsüber wie auch nachts zweimal an jedem geparkten Fahrzeug, an dem er vorbeifährt.
Bild: Martina Diemand (Symbolfoto)

Plus Der Fahrer eines Wohnmobils drückt in Gessertshausen bei jedem Auto, das er passiert, zweimal auf die Hupe. Jetzt ermittelt die Polizei.

Ein Wohnmobilfahrer geht seit einigen Tagen den Anwohnern in der Buchenstraße in Gessertshausen gehörig auf die Nerven. Laut Polizei hupt er tagsüber wie auch nachts zweimal an jedem geparkten Fahrzeug, an dem er vorbeifährt.

Am Sonntagmorgen – es war 6.30 Uhr – stellte ein verärgerter Anwohner den Fahrer des Wohnmobils zur Rede. Klar: Bei der Huperei könne doch niemand mehr in Ruhe schlafen. Es entwickelte sich ein Streit, der mit einem Anruf bei der Polizei in Zusmarshausen endete. Die ermittelt nun, um wen es sich beim Fahrer des Wohnmobils handelte.

Über die Gründe kann nur spekuliert werden

Natürlich würde auch interessieren, was die Gründe für die Hupkonzerte sind – im Augenblick kann darüber aber nur spekuliert werden. Vielleicht ist der Fahrer ein fröhlicher Mensch, der andere gerne an seiner Heiterkeit teilhaben lassen möchte. Logisch: Wer mit dem Wohnmobil in Richtung Urlaub unterwegs ist, muss gut gelaunt sein und immer ein Grinsen im Gesicht haben.

Denkbar wäre auch, dass der Fahrer musikalisch ist – vielleicht spielt er eine Eigenkomposition, die nur keiner der Anwohner als solche erkennen will. Musik zu jeder Tages- und Nachtzeit ist schließlich nicht jedermanns Sache.

Findet er keinen geeigneten Parkplatz?

Eine weiterer Grund für das auffällige Hupe könnte auch in anderen persönlichen Beweggründen liegen. Beispielsweise als Ausdruck einer Verärgerung. Ist der Fahrer des Wohnmobils sauer, dass er in der Buchenstraße keinen geeigneten Parkplatz findet? Ein Wohnmobil kommt je nach Ausführung auf sechs bis sieben Meter Länge. Manchmal sind es sogar noch mehr, um Küche, Bad, Sitzgelegenheit und bequeme Betten auf vier Rädern unterzubringen. Vielleicht gab es auch Anfeindungen, dass das Wohnmobil anderen Otto-Normal-Fahrzeugen in der Buchenstraße schon einmal den Platz weggenommen hat.

Wie dem auch sei: Die Polizei wirft jetzt ein Auge auf die Straße und auf den Fahrer, sofern festgestellt werden kann, wer wirklich am Steuer und an der Hupe saß. Laut Alfred Götz von der Polizeiinspektion Zusmarshausen könnte es zu einer Anzeige wegen Ruhestörung kommen. Im schlimmsten Fall steht eine Körperverletzung im Raum, wenn jemand durch die fehlende Ruhe körperlich geschädigt wurde.

Ein Bußgeld droht dem Fahrer allemal. Für den missbräuchlichen Gebrauch von Warnsignalen sieht der Gesetzgeber vor:

  • Ohne Anlass hupen 5 Euro Bußgeld, keine Punkte.
  • Ohne Anlass ein Lichtzeichen geben 10 Euro.
  • Hup-Konzert 10 Euro.

Grundsätzlich gilt: Autofahrer dürfen nur hupen, um auf Gefahren aufmerksam zu machen. Außerhalb geschlossener Ortschaften geht ein bisschen mehr. Dort gilt sogar: Autofahrer dürfen per Hupe anzeigen, dass sie überholen wollen. Dennoch: Beim Hupen ist jedenfalls generell Zurückhaltung oberste Pflicht. In Paragraf 16 der Straßenverkehrsordnung heißt es zum Beispiel: „Schallzeichen dürfen nicht aus einer Folge verschieden hoher Töne bestehen.“ Wie ist es wenn jemand heiratet und die Hochzeitgesellschaft im Autokorso in eine Hup-Orgie verfällt? Auch das ist eine Ordnungswidrigkeit.

Unter Umständen kann es teuer werden

Gefährdet ein Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer durch Hupen, kann es unter Umständen auch teuer werden: Eine Geldstrafe in Höhe von 200 Euro zuzüglich Schmerzensgeld musste ein Autofahrer zahlen, der eine ältere Radfahrerin mit der Hupe erschreckt hatte. Die Frau stürzte und verletzte sich dabei. Der Fall kam dann vor Gericht: In Frankfurt konnte der Autofahrer nicht glaubhaft machen, dass es eine konkrete Gefahrenlage gab und er deshalb auf die Hupe gehauen hatte.

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