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Neusäß/Edenbergen

29.01.2020

Unfall auf der A8: Polizei zeichnet Ersthelfer aus

Fünf Fahrzeuge, darunter auch ein Lastwagen, waren am frühen Morgen des 6. Dezembers um 5.25 Uhr zusammengestoßen. Zwei Autos brannten vollständig aus.
Bild: Marcus Merk

Plus Bei einem schweren Unfall brennen zwei Autos vollständig aus. Vier Menschen verhindern Schlimmeres, denn eine Rettungsgasse fehlt erneut.

Dramatische Szenen spielten sich Anfang Dezember auf der A8 zwischen Neusäß und Edenbergen ab. Fünf Fahrzeuge, darunter auch ein Lastwagen waren am frühen Morgen um 5.25 Uhr zusammengestoßen. Zwei Autos brannten vollständig aus. Zu massiven Problemen hatte bei der Rettung der Verletzten vor allem die fehlende Rettungsgasse gesorgt.

Nur durch das beherzte Eingreifen von Ersthelfern konnte Schlimmeres verhindert werden. Sie zogen einen der Fahrer aus seinem Auto und versorgten ihn, bevor der Wagen in Flammen aufging. Nun wurden die drei Männer und eine Frau von der Polizei für ihren mutigen Einsatz ausgezeichnet.

Unfall auf der A8: Selbstloses und mutiges Einschreiten der Ersthelfer

Während andere Verkehrsteilnehmer bei Unfällen immer wieder einfach zu ihrem Handy greifen und filmen oder fotografieren, hätten diese Menschen, ohne zu zögern, beherzt geholfen. „Ich danke ihnen für ihr selbstloses und mutiges Einschreiten, sagte Polizeipräsident Michael Schwald zu den Ersthelfern.

Freuten sich über die Auszeichnung (von links): Josef Sitterer (Leiter der Autobahnpolizeistation Gersthofen), Timo Nopper, Bastian Poche, Polizeipräsident Michael Schwald, Sabrina Jahn und Jozsef Balogh.
Bild: Pp Schwaben Nord

Sabrina Jahn, Timo Nopper, Bastian Poche und Jozsef Balogh hätten Zivilcourage in höchstem Maße beweisen, zumal sich die Retter bei ihrem Einsatz selbst in Gefahr begeben hatten. Seine Wertschätzung und seinen Respekt zollte auch der Leiter der zuständigen Autobahnpolizei in Gersthofen, Erster Polizeihauptkommissar Josef Sitterer, den vier Helfern.

Lkw-Fahrer auf der A8 hatte einen Renault übersehen

Bei einer lockeren Gesprächsrunde erzählten die vier Helfer ihre Eindrücke vom Unfalltag in eindrucksvoller Weise. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei wechselte am 6. Dezember ein Lastkraftwagen vom rechten auf den mittleren Fahrstreifen. Dabei hatte er einen Renault übersehen, der zur gleichen Zeit den mittleren Fahrstreifen befuhr. Der Renault schleuderte und kam quer auf dem linken und mittleren Fahrstreifen zum Stillstand.

Ein folgender Dacia-Fahrer konnte dem Renault nicht mehr ausweichen, touchierte diesen und schleuderte selbst in einen weiteren Lastkraftwagen. Der unverletzte Renault-Fahrer verließ geistesgegenwärtig sein Fahrzeug und brachte sich auf der Betongleitwand in Sicherheit. Kurz darauf kollidierte ein herannahender Opel mit dem querstehenden, nun unbesetzten, Renault. Die beiden Autos verkeilten sich, drehten sich mehrfach auf der Fahrbahn und begannen zu Qualmen.

Gesamtschaden beträgt rund 220.000 Euro

An den drei Autos entstand jeweils ein Totalschaden, die beiden Lastwagen wurden ebenfalls stark beschädigt. Der Sachschaden an den Fahrzeugen wurde auf circa 70.000 Euro geschätzt. Zudem war unter anderem durch das Feuer ein Fahrbahnschaden von rund 150.000 Euro entstanden, teilte die Polizei mit.

Der schwere Unfall hatte erneut die Diskussion über ein Tempolimit auf der A8 entfacht. Nach einer Unfallstatistik der Pansuevia, die den 58 Kilometer langen Abschnitt zwischen Augsburg und Ulm betreut, war im Jahr 2019 die Zahl der Unfälle auf der Autobahn um rund 19 Prozent gestiegen.

Innenminister überprüft das aktuelle Unfallgeschehen

Mittlerweile mehren sich die Stimmen der Unterstützer. Die Polizei spricht sich für eine Regulierung der Geschwindigkeit aus, ebenso die Grünen im Landtag. Und zuletzt forderten auch die CSU-Bundestagsabgeordneten Volker Ullrich, Hansjörg Durz, Georg Nüßlein und Katrin Staffler in einem Brief an Innenminister Joachim Herrmann und den noch amtierenden Verkehrsminister Hans Reichhart eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Herrmann hatte daraufhin eine Überprüfung des aktuellen Verkehrsunfallgeschehens angekündigt. „Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir entscheiden, ob Maßnahmen wie temporäre Tempolimits notwendig sind“, hat er vor wenigen Tagen unserer Redaktion schriftlich mitgeteilt.

Ob ein Tempolimit den schweren Unfall hätte verhindern können, kann niemand sagen. Die nun im Polizeipräsidium ausgezeichneten Ersthelfer freuten sich jedenfalls sichtlich über die Wertschätzung der Polizei. Und auch wenn jeder hofft, nicht noch einmal in so eine Situation zu geraten, war sich das Quartett einig. „Wir würden jederzeit wieder so zu handeln.“ (mit cf, kinp)

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