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Neusäß

08.03.2018

Vater stirbt auf A8 vor Augen von Sohn und Schwiegertochter

Auf der Autobahn wurde ein Autofahrer getötet.
Bild: Christoph Bruder / Bruder Media

Bei einem Unfall auf der A8 wurde ein Mann in seinem Wagen eingeklemmt und tödlich verletzt. Der Unfallverursacher sitzt nun in Untersuchungshaft.

Hilflos haben Sohn und Schwiegertochter mitansehen müssen, wie der Vater bei dem schweren Unfall am Mittwochabend auf der A8 ums Leben kam. Der 33-Jährige stand nur wenige Meter entfernt auf dem Standstreifen, als ein 19-jähriger Ukrainer in seinem VW-Caddy mit hoher Geschwindigkeit und nahezu ungebremst ins Heck des Passats krachte. Der Aufprall war nach Auskunft der Polizei so heftig, dass der Wagen des Vaters mehr als 60 Meter nach vorne katapultiert und dabei bis zur B-Säule zusammengequetscht wurde. Der 56-Jährige erlang noch an der Unfallstelle seine tödlichen Verletzungen. Auslöser für den tragischen Unfall war ein vorausgegangener Unfall mit einem Lastwagen. Dieser hatte seinen Anhänger verloren.

Warum sich die Deichsel des Anhängers aus dem Kupplungsmaul der Zugmaschine gelöst hatte, konnte bislang noch nicht geklärt werden. Jedenfalls rollte der Anhänger von der Straße und kippte um. Die Bergungsarbeiten führten zu einem kilometerlangen Rückstau. Gegen 18 Uhr näherten sich diesem dann der 33-Jährige mit seiner gleichaltrigen Ehefrau. Der Mann konnte gerade noch rechtzeitig bremsen. Hinter dem Paar aus Baden-Württemberg fuhr der Vater in einem VW-Passat. Der 56-Jährige schaffte es allerdings nicht mehr, rechtzeitig zum Stehen zu kommen und touchierte ganz leicht das Heck des Citroens des Sohns. Dabei entstand nur ein minimaler Schaden mit kleiner Delle und Kratzer an der Stoßstange.

19-Jähriger wegen fahrlässiger Tötung in U-Haft

Der Sohn fuhr daraufhin mit seinem Citroën auf den Standstreifen, um die Unfallstelle zu räumen. In diesem Moment näherte sich dem Stauende der 19-jährige VW-Caddy-Fahrer mit hoher Geschwindigkeit und raste in das Heck des Passats. Das Fahrzeug blieb anschließend nach mehreren Drehungen um die eigene Achse entgegen der Fahrtrichtung auf der linken Spur liegen. Für den 56-jährigen Fahrer kam jegliche Hilfe trotz Reanimation durch den Notarzt zu spät. Sohn und Schwiegertochter des Unfallopfers wurden vor Ort durch Einsatzkräfte der Malteser und dem ACO psychologisch betreut und versorgt.

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Der Unfallverursacher aus der Ukraine war bei dem Aufprall offenbar nicht angegurtet und kam deshalb zur vorsorglichen Untersuchung ins Klinikum. Er war augenscheinlich nicht so schwer verletzt und wurde am Donnerstagvormittag bereits wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Allerdings befindet er sich nun in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde Haftbefehl wegen fahrlässiger Tötung erlassen.

Bereits etwa einen Kilometer vorher wurde auf das Stauende aufmerksam gemacht. Die Staatsanwaltschaft ordnete ein unfallanalytisches Gutachten an. Der Sachschaden beläuft sich auf insgesamt rund 21.000 Euro.

Tödlicher Unfall auf der A8: Rettungsgasse klappte nicht

Verärgert ist die Polizei vor allem auch darüber, dass bei diesem tragischen Unfall sich etliche Verkehrsteilnehmer nicht an die Straßenverkehrsordnung hielten. So wurde erneut keine Rettungsgasse gebildet. Dabei fielen insbesondere ausländische Lkw-Fahrer negativ aus. Sie blockierten mit ihren Gespannen teils vierspurig, also inclusive des Standstreifens, die Autobahn. Dies verhinderte ein schnelles Vorankommen an die Unfallstelle.

Einige Stunden später kam es zu einem weiteren Unfall auf der A8. Aus noch ungeklärter Ursache kam am frühen Donnerstagmorgen ein Sattelzug kurz vor Burgau in Richtung Stuttgart von der Fahrbahn ab. Dabei kippte der Auflieger um. Der 26-jährige Fahrer kam mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Die Bergungsarbeiten dauerten mehrere Stunden. Weil ein Kran den umgekippten Auflieger aufrichten musste, war in Richtung Stuttgart zeitweise nur der linke Fahrstreifen frei. Der Verkehr staute sich über mehrere Kilometer zurück. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf 130.000 Euro. Auch hier bildeten viele Fahrer keine Rettungsgasse und vor allem Lastwagen blockierten die Mittelspur.

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09.03.2018

Das riecht nach Handynutzung während des Autofahrens! Mir ist gestern auch auf freier gerader Landstrasse ein Auto auf einmal auf meiner Spur entgegen gekommen, Blick nach unten auf´s Smartphone! So einen möchte man rausziehen und .............

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