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Landkreis Augsburg

03.08.2018

Viele Retter kommen doppelt ins Schwitzen

Der Rettungsdienst hat derzeit viel zu tun. (Symbolbild)
Bild: Alexander Kaya

Die Menschen zieht es ins Wasser, in den Wäldern herrscht höchste Brandgefahr. Welche Herausforderungen die heißen Tage für Polizei, Feuerwehr, Wasserwacht und Rettungsdienst bringen.

Den Rettungskräften im Augsburger Land steht ein heißes Wochenende bevor: Die Hitze, die sich seit einer Woche über Schwaben gelegt hat, stellt sie vor besondere Herausforderungen.

Die Wasserwacht: Die Mitglieder sind in erhöhter Alarmbereitschaft: Schließlich suchen am Wochenende viele Menschen eine Abkühlung im Freibad, See oder Fluss. Damit der Badespaß sicher ist, gibt es Regeln. Eltern sollten sie auf jeden Fall mit ihren Kindern besprechen, sagt Martin Gschwilm. Er ist der Vorsitzende der Kreis-Wasserwacht Augsburg-Land. Er sagt: „Wir raten grundsätzlich dazu, nur an bewachten und für den Badebetrieb freigegebenen Gewässern zu baden.“ Denn dort gibt es auch sichere Anfahrtswege für die Retter.

Schließlich geht es im Notfall um Sekunden, wie das jüngste Beispiel zeigt: Am Ilsesee war ein 74-Jähriger aus Augsburg untergegangen. Badegäste reagierten sofort und zogen den Mann aus dem Wasser. Ersthelfer begannen mit Wiederbelebungsmaßnahmen, bis Mitglieder der Wasserwacht Königsbrunn innerhalb kürzester Zeit eintrafen. Der Mann überlebte.

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Der Rettungsdienst: Auch in den kommenden Tagen haben die Mitarbeiter des Roten Kreuzes mit vielen Menschen zu tun, die unter der Hitze leiden. Um Beschwerden oder gar einen Kollaps zu vermeiden, hat Thomas Haugg, der Geschäftsführer des BRK-Kreisverbands Augsburg-Land, einige Tipps: Täglich sollten ein bis zwei Liter mehr als sonst getrunken werden. Das Rote Kreuz empfiehlt natriumhaltiges Mineralwasser. Patienten mit einer Herzschwäche sollten die Trinkmenge mit ihrem behandelnden Arzt absprechen. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte außerdem mit dem Hausarzt klären, ob bei großer Hitze Besonderheiten vorliegen. Logisch: Körperliche Anstrengungen unter Sonneneinstrahlung vermeiden und nach Möglichkeit nicht in der prallen Sonne aufhalten. Eine Kopfbedeckung ist obligatorisch.

Ebenso klar sollte sein, dass Kinder oder Tiere bei der Hitze nicht unbeaufsichtigt im Auto bleiben dürfen. Die anstauende Hitze kann zur Lebensgefahr, im schlimmsten Fall zum Tode führen. Im Zweifel immer die 112 anrufen – so wie jüngst ein Vater aus Gersthofen. Er hatte sich nach dem Einkaufen durch ein Missgeschick ausgesperrt. Im Auto saß sein Kind. Die verständigte Feuerwehr fackelte nicht lange und schlug eine kleine Seitenscheibe ein, um an den Autoschlüssel zu gelangen. Feuerwehr-Kommandant Wolfgang Baumeister aus Gersthofen: „Der Vater hatte absolut richtig gehandelt.“

Die Feuerwehr: Mit der Hitze steigt die Waldbrandgefahr. Für den größten Teil des Landkreises wird am Samstag die höchste Gefahrenstufe erreicht. „Die Lage bleibt angespannt“, sagt Kreisbrandmeister Alfred Zinsmeister. Neu ist die Situation nicht: Mit dem Ernstfall werden die Freiwilligen der Feuerwehren immer wieder bei Übungen konfrontiert. Schwerpunkte sind dann die Wasserförderung an die Einsatzstelle: Entweder mit langen Schlauchstrecken, im Pendelverkehr mit Feuerwehrfahrzeugen mit größeren Wassertanks oder auch mit landwirtschaftlichen Geräten. Zinsmeister erklärt: „Ortskenntnis und auch die Unterstützung durch die Forstbehörden spielen hier mit.“

Für große Waldbrände könnten über das Innenministerium auch Hubschrauber mit Außenlastbehälter angefordert werden. Ein wichtiger Aspekt bei diesen Einsätzen ist die Sicherheit der Rettungskräfte. „Ausreichende Getränkeversorgung ist bei diesen anstrengenden Tätigkeiten besonders wichtig“, so Zinsmeister.

Die Polizei: Sie hat wie die Wasserwacht die Rettungswege zu Badegewässern im Blick: Die Zufahrten müssen frei bleiben. Im Fokus steht am Wochenende auch die „Kulturina“ in Gersthofen. In den vergangenen Jahren kamen rund 40000 Gäste zum Festival, was ein höheres Polizeiaufkommen erfordert. Unterstützung bekommt die zuständige Inspektion Gersthofen vom Einsatzzug. Ins Schwitzen bringt den ein oder anderen Polizisten auch die neue dunkle Dienstkleidung. Trotz Funktionsunterziehhemd fühlt sie sich mit der taktischen Überziehweste wie mehrere Lagen mit T-Shirts an.

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