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Ankunft

21.09.2015

Wieder Flüchtlinge in der Realschul-Turnhalle

Die Sporthalle der Realschule in Neusäß hat sich gestern Abend wieder mit Flüchtlingen gefüllt. Vier Busse mit jeweils 50 Menschen sind am frühen Abend aus Passau angekommen. Die erschöpften Familien und Alleinreisenden wurden noch am Abend einem Gesundheitscheck unterzogen.
Bild: Marcus Merk

200 Menschen kamen gestern Abend an. Sie sollen aber nur wenige Tage in Neusäß bleiben

Neue Menschen, gleicher Ort: Die Turnhalle der Realschule in Neusäß ist wieder belegt. Allerdings nicht mit sportelnden Schülern, sondern mit Flüchtlingen. Wie schon Anfang August haben auch jetzt wieder Mitarbeiter des Landratsamts Augsburg in den vergangenen Tagen 200 Matratzen in der Halle ausgelegt sowie Decken und Kissen verteilt. Kisten mit Spielsachen stehen ebenfalls bereit.

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Und gestern im Laufe des Abends kamen sie dann: 200 Flüchtlinge aus Passau, die aus Österreich nach Deutschland eingereist waren. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien, einige aus Afghanistan. Bis zur Ankunft der vier Busse war Marion Koppe nicht einmal das bekannt. Als Leiterin der Abteilung öffentliche Sicherheit und Ordnung im Landratsamt ist sie für die Einrichtung der Halle zuständig. Schon Stunden vorher war sie gestern vor Ort, um gemeinsam mit anderen Mitarbeitern des Landratsamts die Menschen in Empfang zu nehmen. Am späteren Abend wurden sie auch von Landrat Martin Sailer und Bürgermeister Richard Greiner begrüßt. Als die Flüchtlinge dann endlich ankamen, sah man ihnen die Strapazen ihrer manchmal monatelangen Reise an. Ein Caterer, der auf die Versorgung solcher vorübergehenden Einrichtungen spezialisiert ist, versorgte die Familien und Alleinreisenden mit Essen.

Denn die konnten sich auch nach der Ankunft noch nicht einfach schlafen legen. „Als allererstes werden die Flüchtlinge medizinisch untersucht, ob sie Fieber oder offensichtliche Krankheiten haben“, so Ulrich Gerhardt, Büroleiter des Landrats. Damit soll ausgeschlossen werden, dass die Flüchtlinge an Krankheiten leiden und andere anstecken. Außerdem wurden sie von der Regierung von Schwaben registriert. Im Laufe der Woche sollen sie nun noch eingehend medizinisch untersucht werden. Am Donnerstag sollen 20 bis 50 der Flüchtlinge in andere Orte in Schwaben verlegt werden. Und am Freitag reisen dann auch die restlichen in andere Kommunen in Bayern weiter. Doch den Schülern der Realschule steht ihre Sporthalle eine weitere Woche nicht zur Verfügung. „Am Samstag machen wir das gleiche Spiel noch mal“, so Koppe. Am Freitag werden dafür die Betten desinfiziert und neu überzogen. Dahinter steckt ein praktischer Gedanke: Um nicht in zwei Wochen wieder neu umbauen zu müssen, übernimmt der Landkreis Augsburg gleich zwei Schichten hintereinander als Erstaufnahmeeinrichtung.

Die Leitung der Realschule Neusäß hatte die Schüler darauf vorbereitet, dass sie sich in diesen Tagen den Platz am Schulzentrum mit den Flüchtlingen teilen müssen. „Die Schule wollte keine Abtrennung der Bereiche“, so Marion Koppe. Stattdessen habe sie die Schüler aufgefordert, Rücksicht zu nehmen. Außerdem sind Mitarbeiter eines Security-Dienstes vor Ort.

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