Langweid

07.05.2019

Der Abschied stand im Fokus

Abschiedsstimmung herrschte beim Drittliga-Meister TTC Langweid vor dem letzten Spiel bei Sarah Alzinger, Martina Erhardsberger, Martyna Dziadkowiec und Katharina Schneider. Vorsitzender Alfons Biller betätigte sich als Rosenkavalier.
Bild: Oliver Reiser

Warum der bereits feststehende Drittliga-Meister TTC Langweid das letzte Saisonspiel verliert

Das Team des TTC Langweid beendete die Saison 2019/20 der 3. Tischtennis-Bundesliga der Frauen mit einer 4:6-Niederlage gegen Rapid Chemnitz. Langweid stand aber schon vorher als Meister und Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest.

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Dennoch hätte das Team die Saison gern mit einem Sieg beendet, zumal drei Spielerinnen in der Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nicht mehr „aufschlagen“ werden und für sie dieses Spiel ein Abschied war: Katharina Schneider und Martina Erhardsberger können sich aufgrund ihrer beruflichen Anforderungen nicht mehr die notwendige Zeit für Tischtennis in hohen Ligen nehmen. Matryna Dziadkowiec, hat ihren neuen Wohnsitz in Köln und will aufgrund der Entfernung lieber dort in einem Verein spielen. Nachwuchsspielerin Sarah Alzinger sieht sich sportlich noch nicht reif für eine der höchsten drei Ligen und wechselt zur TSG Thannhausen, näher zum Heimatort.

Diese „Abschiedsstimmung“ beeinflusste ganz offensichtlich die Leistung der TTCL-Spielerinnen. „Oh, das wird wohl nichts heute“, sagten sich die rund 60 Zuschauer, die zum Abschluss gar noch einmal für „Rekordbesuch“ sorgten, bei den Doppelspielen. Es waren nicht die zwei Auftaktniederlagen, die zur Skepsis veranlassten, sondern die Nervosität der Langweiderinnen mit ungewohnten Fehlern.

Der Abschied stand im Fokus

In den ersten Einzelspielen sah es nicht nach einer Wende aus. Können und Kampfgeist von Katharina Schneider führten dann aber doch zu von den Zuschauer stark applaudierten Siegen. Der mit dem 2:2 zurückgekehrte Optimismus im TTC-Lager verflog aber in den Spielen der Positionen 3 und 4 schnell wieder. Zwei glatte Niederlagen von Martina Erhardsberger und Sarah Alzinger führten zum 2:4-Rückstand. Den konnten aber Katharina Schneider und Martyna Dziadkowiec zwar wieder ausgleichen, die Hoffnung zumindest auf ein 5:5 aber nicht aufflackern lassen. Dazu waren die nervöse Vorstellung von Matina Erhardsberger und der jungen Sarah Alzinger in deren ersten Einzelspielen nicht angetan. So kam es dann auch zum 4:6. Trotzdem feierten die Spielerinnen und stießen auf die Meisterschaft mit Sekt an.

Über der Meisterfeier stand jedoch das Abschiednehmen und gegenseitiger Dank. Vorsitzender Alfons Biller Zollte den Spielerinnen großes Lob für ihren Team- und Kampfgeist sowie die Identifikation mit dem Verein und Langweid. „Was kann ich für den Verein tun“, sahen unsere Spielerinnen vordergründig, lobte Biller: „Sie brachten sich nicht nur sportlich ein sondern auch organisatorisch.“ Hiefür führte er voran Katrin Meyerhöfer an, die sich nach ihrer langen und erfolgreichen Aktivenzeit im Bereich der Finanzverwaltung und als Betreuerin verdient machte.

Martina Erhardsberger hat nicht nur zehn Jahre für Langweid erfolgreich gespielt, sondern war Nachfolgerin von Willy Schweinberger als Managerin. Katharina Schneider ist mit einer 15-jährigen Spielzeit ein Langweider „Urgestein“ und brachte ihre Fähigkeiten auch organisatorisch und wenn notwendig auch als Trainerin ein. Diese langen Verbindungen mit und zu einem Verein sind selten zumal wenn ein Verein Sparsamkeit praktizieren muss. Jeweils drei Jahre haben Martyna Dziadkowiec und Sarah Alzinger für Langweid gespielt.

Katharina Schneider und Martina Erhardsberger beweisen auch nach ihrem offiziellen Karriereende Vereinstreue. Sie wechseln nicht etwa zu Vereinen in unteren Ligen, sondern gegebenen Falls in andere TTC-Teams als Ersatz oder sogar mit regelmäßigerem Einsatz. Katrin Meyerhöfer ist, wenn Not gegeben ist, bereit als Mannschaftsbetreuerin einzuspringen.

Ein neues Team, das Neugierde weckt

Alfons Biller blickte aufgrund des Abgangs von vielen Spielerinnen auch auf die kommende Saison in der 2. Bundesliga und nahm den Fans die Angst, kein taugliches Team zu haben. Maria Krazelova, die im Spiel gegen Chemnitz privat verhindert doch sehr gefehlt hat, bleibt im Team.

Dazu kommen drei Talente. Eine Spielerin aus Ecuador, die zum Ende vergangenen Saison in Kufstein (1. Bundesliga von Österreich) gespielt hat, eine Italienerin, die mit Casetl Goffredo Vizemeisterin wurde, und eine Litauerin. Ergänzt wird das Team von der langjährigen Langweiderin Cennet Durgun, die aus beruflichen Gründen als Spielerin ein Jahr Pause gemacht hat. Alfons Biller ließ auch durchblicken dass man bei den Verpflichtungen der gewohnten Sparsamkeit treu bleibt. Das Team weckt Neugierde, wie die Reaktionen der Langweider Anhänger zeigten. (jug)

TTC Langweid – Rapid Chemnitz 4:6. Schneder/Alzinger - Valentova Lasch 7:11, 7:11, 8:11, Dziadkowiec/Erhardsberger Kiok/Schädlich 11:6, 6:11, 7:11, 9:11, Schneider - Lasch 12:10., 11:2, 14:11, Dziadkowiec - Valentova 9:11, 11:6, 6:11, 11:7, 14:12, Erhardsberger - Schädlich 6:11, 8:11, 7:11, Alzinger - Kijok :11, 8:11, 5:11, Schneider _ Valentova 11:8, 11:7, 10:12, 17:15, Dziadkowiec - Lasch 6:11, 11:9, 12:10, 11:7, Erhardsberger _ Kijok 9:11, 11:9, 7:11, 9:11, Alzinger - Schädlich 8:11, 4:11, 7:11.

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