Meitingen

24.11.2019

Rudelbildung und Rote Karte

Finale furioso im Derby. Mit seiner ersten Aktion, einem Foul an Manuel Lippe, sah der gerade eben eingewechselte Emanouil Chouiloulidis die Rote Karte, die Schiedsrichter Hufnagel schon in der Hand hält. 
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Finale furioso im Derby. Mit seiner ersten Aktion, einem Foul an Manuel Lippe, sah der gerade eben eingewechselte Emanouil Chouiloulidis die Rote Karte, die Schiedsrichter Hufnagel schon in der Hand hält. 
Bild: Karin Tautz

In der Nachspielzeit wird es im verbissen geführten Derby zwischen dem TSV Meitingen und dem TSV Gersthofen noch einmal richtig emotional

Im Sommer dieses Jahres hat der TSV Gersthofen den bis dato ungeschlagenen TSV Meitingen mit einem 3:1-Sieg von der Tabellenspitze der Fußball-Bezirksliga Nord gestürzt. Diesmal kamen die Ballonstädter als Spitzenreiter in die Lechauen, doch den Gastgebern gelang es nicht, die imposante Serie der Schwarz-Gelben zu beenden. Nach 90 spannenden und unterhaltsamen Derbyminuten, die mit Rudelbildung und Roter Karte ein furioses Ende erlebten, trennten sich die beiden Kontrahenten 1:1. Ein Unentschieden, mit dem der mittlerweile seit elf Spielen ungeschlagene TSV Gersthofen vielleicht etwas besser leben kann.

Nachdem im Vorfeld die Atmosphäre schon etwas angeheizt wurde, begannen beide Mannschaften zunächst Duftmarken zu setzen. Mit rustikalen Fouls wollte man sich gleich mal Respekt verschaffen. Da hätte Schiedsrichter Hendrik Hufnagel durchaus besser durchgreifen können. Zunächst hatte der TSV Gersthofen etwas mehr vom Spiel, Manuel Lippe konnte Meitingens Keeper Daniel Wagner aber nicht in Verlegenheit bringen (9.). In der 17. Minute traf er aus spitzestem Winkel den Pfosten. Mit viel Einsatz und viel Laufarbeit gegen den Ball übernahm dann der TSV Meitingen die Spielkontrolle. In der 13. Minute war Denis Buja aus 18 Metern noch an Jürgen Engelleiter gescheitert, zehn Minuten später köpfte er eine Maßflanke von Fabian Wolf, der auf der linken Seite der Gersthofer Abwehr enorme Probleme bereitet, zum verdienten 1:0 ins Netz. Da ließ ihm die schwarz-gelben Dreierkette aber auch viel zu viel Raum.

Die Hausherren kamen nun immer besser in Fahrt, doch Mateo Duvnjak und Denis Buja machten nach einem Fehler von Florian Gai viel zu wenig draus (35.), Fabian Wolf traf wenig später nur den Pfosten (44.) und setzte eine verunglückte Flanke knapp über den Kasten (45.). Der 1:0-Pausenstand schmeichelte den Gästen, die in den letzten Partien jeweils erst im zweiten Durchgang auf Touren kamen. Diesmal war es nichts anders, doch die wesentlich besseren Chancen waren aufseiten des TSV Meitingen zu verzeichnen.

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Mateo Duvnjak agierte jedoch zu umständlich (53.), Denis Buja scheiterte an Engelleiter (55.) und Nico Baumeister, der seinen Kopfball von der Linie köpfte (56.). Statt 2:0 stand es nach 61 Minuten 1:1. Ferkan Secgin knallte eine Flanke von Manuel Lippe direkt in den Winkel.

Jetzt war Derby mit offenem Schlagabtausch angesagt. Das 2:1 für Meitingen hatte zunächst Johannes Nießner auf dem Fuß, der mit einer Drehung seinen Gegenspieler austanzte, dann aber über den Querbalken ballerte (65.). In der 80. Minute zögerte Florian Heiß, der zunächst mit zwei gekonnten aber riskanten Tacklings gegen Lippe und Baumeister einen Gersthofer Treffer verhinderte, im Fünfer zu lange. Die einzige Gersthofer Möglichkeit hatte Riccardo Anzano (67.), der knapp vorbei zielte.

Richtig rund ging es in diesem Derby noch in der Nachspielzeit. Zunächst hatte Okan Yavuz gegen Alexander Heider die taktische Textilbremse gezogen, dann fällte der gerade eben eingewechselte Emanouil Chouiloulidis in seiner ersten Aktion den schnellen Manuel Lippe und sah dafür die Rote Karte. Ein Deja Vu für den Griechen, der schon im Hinspiel Rot gesehen hatte. Den fälligen Freistoß setzte Okan Yavuz ans Außennetz. Dann pfiff Schiedsrichter Hufnagel an und auch die zuvor bei der Rudelbildung sehr aggressiven Kontrahenten versöhnten sich wieder. Schließlich ist ja jetzt Winterpause und Weihnachten nicht mehr weit.

TSV Meitingen: Wagner – Nießner, Fichtner, Heiß, Huckle – Lettrari (57. Heider), Schuster (90. Chouiloulidis), Ranitovic, Wolf – Buja, Duvnjak.

TSV Gersthofen: Engelleiter – Ciritci, Gai, Durner – Anzano, Oktay Yavuz (49. Neziri), Kine (57. Lux), Okan Yavuz, Lippe – Baumeister (89. Biehal), Secgin.

Tore: 1:0 Buja (24.), 1:1 Secgin (61.). – Rot: Chouiloulidis (90.+3/ Meitingen). – Schiedsrichter: Hendrik Hufnagel (Lenzfried) - Zuschauer: 370.

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