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Augsburg

28.02.2015

Ärger um Münchner Bier auf Augsburger Stadtmarkt

Nicht nach jedermanns Geschmack: Bier aus dem Augsburger Sudhaus wird auf dem Stadtmarkt durch Münchner Gerstensaft ersetzt.
Bild: Silvio Wyszengrad

Statt Hasenbräu wird in der Marktgaststätte jetzt Augustiner ausgeschenkt. Das erzürnt einen CSU-Stadtrat. Der SPD-Ordnungsreferent versteht die Aufregung nicht.

Augsburgs CSU-Stadtrat Günter Göttling versteht die Welt nicht mehr: Neuerdings wird auf Augsburgs Stadtmarkt Münchner Bier ausgeschenkt. Der „Hase“ in der Marktgaststätte hat ausgedient. Den Gästen wird statt Hasenbräu jetzt Augustiner serviert. Göttling, regelmäßiger Besucher des Stadtmarkts und städtischer Marktpfleger, sähe es viel lieber, wenn weiter Gerstensaft aus der Region in der Marktgaststätte fließen würde. Warum nur Bier aus München – ausgerechnet in Augsburg?

Ordnungsreferent Dirk Wurm (SPD), zuständig für den Stadtmarkt, sagt, dass alles „ordentlich und korrekt“ gelaufen sei. Die Stadt habe einen Pachtvertrag mit Wirtin Karin Brasseur, die seit fast 20 Jahren die Marktgaststätte betreibt. Die Wirtin sei frei in ihrer Entscheidung, mit wem sie zusammenarbeitet. „Es gibt keine Brauereibindung“, sagt Wurm, „und damit keine Verpflichtung, heimisches Bier auszuschenken.“ Dass die Marktgaststätte in die Jahre gekommen ist, stach nicht nur Gästen beim Besuch ins Auge. Auch die Stadträte debattierten schon länger darüber, wie eine Gaststätte ausschauen könnte, die modernen Ansprüchen entspricht. Wirtin Karin Brasseur hat sich gegen die Sanierung nicht gesträubt. Im Gegenteil: Sie saniert auf eigene Kosten, suchte aber einen Partner. Von der klammen Stadt, der die Immobilie gehört, war kein Geld zu erwarten. Mit der Hasen-Brauerei ist sich die Wirtin nicht einig geworden, Augustiner-Bräu machte das Rennen. Blaue Schirme der Münchner stehen nun bereits im Außenbereich, das Logo der Hasen-Brauerei, das jahrelang über dem Eingang der Gaststätte prangte, wurde gestern abmontiert. Die neue Schankanlage ist installiert, die Toilettenanlage wird renoviert. „Es gibt eine neue Terrasse, die mit Sicherheit die Attraktivität des Marktes erhöht“, verspricht die Wirtin.

Die Aufregung über das Münchner Bier könne sie nicht nachvollziehen, man solle die Angelegenheit nicht so bierernst nehmen: „Wir leben in einer globalisierten Welt und diskutieren über Freihandelsabkommen.“ Es gebe „kein böses Blut“ mit der Hasen-Brauerei, sagt sie: „Ich habe ein Dankeschön-Schreiben für die langjährige Zusammenarbeit erhalten, das mich gefreut hat.“ Stadtrat Göttling freut sich nicht. Wenn er allerdings von der Marktgaststätte in Richtung Fuggerstraße ein paar Schritte weitergeht, müsste er sich übrigens gleich nochmals ärgern. Die Marktgaststätte ist nicht das erste Lokal auf dem Stadtmarkt, das mit einer auswärtigen Brauerei zusammenarbeitet. Das Café Piccolino serviert König-Ludwig-Bier aus der Kaltenberger Schlossbrauerei mit Hauptsitz in Fürstenfeldbruck.

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