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Augsburg / Königsbrunn

25.09.2019

Arbeiten für die Verlängerung der Linie 3 starten

Am Königsbrunner Nahverkehrsknotenpunkt verlegten die Stadtwerke am Mittwoch symbolisch die ersten Meter Straßenbahngleis. Die ersten Vorbereitungsarbeiten starten kommende Woche.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Ab kommender Woche finden Erdarbeiten an der Trasse für die Linie 3 zwischen Haunstetten und Königsbrunn statt. Ab März läuft dann der eigentliche Streckenbau.

Für die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 von Haunstetten-West nach Königsbrunn werden kommende Woche die Vorarbeiten starten. Über den Winter sollen Erdarbeiten auf der Trasse laufen. In einem ersten Schritt wird dazu das Gebüsch entfernt. In der Regel werde man das Erdreich einen Meter tief ausheben müssen, um einen Unterbau für die Gleise bauen zu können, so Martin Müller, Projektleiter bei den Stadtwerken.

Bis zum März sollen auch die Archäologen die Trasse unter die Lupe genommen haben. Ab dem Frühjahr 2020, so der Augsburger Stadtwerke-Chef Walter Casazza, wolle man in die Hauptbauphase gehen. In Betrieb genommen werden soll die 4,2 Kilometer lange Trasse dann Ende 2021.

Linie 3: Königsbrunn setzt große Hoffnungen in Tram

Zum symbolischen Baustart verlegten die Stadtwerke am Mittwoch ein Gleisstück an der künftigen Endhaltestelle Königsbrunn-Zentrum neben der Eisarena. Beim Bau des Nahverkehrsknotens vor einigen Jahren waren Bahnsteige für die Tram mitgeplant worden. Der Königsbrunner Bürgermeister Franz Feigl (CSU) erinnerte daran, dass die Überlegungen für eine Verlängerung schon 40 Jahre zurück gingen. „Heute ist ein historischer Moment. So nervös war ich das letzte Mal bei meiner Hochzeit“, so Feigl.

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Königsbrunn setze große Hoffnungen in die Straßenbahn. „Bis zum Jahr 2030 rechnen wir mit 30 Prozent mehr Verkehr, wenn die städtebauliche Entwicklung wie vorgesehen vorangeht“, so Feigl. Ihm schwebt vor, die Tram über die Endhaltestelle neben dem Schulzentrum/ehemaliger Königstherme hinaus zu verlängern.

Gribl und Sailer: Nahverkehr muss ausgebaut werden

Landrat Martin Sailer und der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl (beide CSU) betonten die Wichtigkeit des Ausbaus von öffentlichem Nahverkehr in der Region. „Wir werden Wachstums- und Zuzugsregion in den kommenden Jahrzehnten bleiben“, so Sailer. Dies lasse sich nur mit mehr öffentlichem Nahverkehr stemmen. In der Vergangenheit, so Gribl, seien Gebietsreformen die Antwort auf Änderungen bei Bevölkerungszahlen gewesen. „Die Gebietsreform des 21. Jahrhunderts ist die Mobilität und interkommunale Zusammenarbeit.“ Mobilität könne Städte entlasten, indem sie das Wachstum nach außen verlagert. Allerdings müsse sie umweltfreundlich sein.

Stadtwerke-Chef Casazza sagte, er hoffe, dass die Inbetriebnahme bis 2021 gelinge. „Die Menschen warten darauf.“ Königsbrunn sei in Bayern die größte Stadt ohne Schienenanschluss. „Diesen Zustand wollen wir jetzt beenden.“

Die Bauzeit ist relativ kurz kalkuliert, was daran liegt, dass die Strecke nur in geringen Teilen durch bebautes Gebiet läuft. Auf Augsburger Flur läuft die Tram entlang der Postillionstraße, die auf einer Seite an unbebaute Äcker grenzt. In den kommenden Jahren soll hier das neue Stadtviertel Haunstetten Südwest entstehen. Auf Königsbrunner Flur läuft die Straßenbahn zwar durch bebautes Gebiet, allerdings wurde die Strecke hier über Jahrzehnte freigehalten.

Die Stadtwerke gehen davon aus, dass die Archäologen bei ihren Untersuchungen auf der Trasse fündig werden. Hier dürften in der Frühzeit Menschen gesiedelt haben. Bei Neubauvorhaben nahe der Trasse gab es in der Vergangenheit schon Funde. Teils verläuft die Straßenbahntrasse im Bereich von Haun-stetten über einer ehemaligen Kiesgrube, die mit Müll verfüllt wurde. In diesem Bereich seien besondere Bodenarbeiten nötig, so Projektleiter Müller. Ab März 2020 sollen dann das Gleisbett und die Oberleitungsmasten entstehen. „Wir werden dabei mit mehreren Kolonnen gleichzeitig arbeiten, um zügig voranzukommen“, so Casazza.

Linie 3 zwischen Augsburg und Königsbrunn: Verkehr im 15-Minuten-Takt

Die Straßenbahn soll auf der Verlängerungsstrecke zwischen Haunstetten-West und Königsbrunn im 15-Minuten-Takt fahren. Die Stadtwerke rechnen auf diesem Abschnitt mit 10.000 Fahrgästen pro Tag, wobei in diese Zahl auch die Fahrgäste der bisherigen Schnellbuslinie 740 eingerechnet sind, die mit Start der Tram eingestellt wird. Das neue Viertel Haunstetten Südwest ist bei der Fahrgastzahlen-Berechnung aber noch nicht berücksichtigt.

Die Kosten für die Verlängerung liegen bei 52 Millionen Euro, wobei Bund und Freistaat den größten Teil fördern. Dass sich die Verhandlungen über Jahrzehnte hinzogen, lag daran, dass es Unstimmigkeiten gab, wer die Betriebskosten bei einer grenzüberschreitenden Tramlinie zu zahlen hat. 2015 einigten sich die Stadt Augsburg mit dem Landkreis Augsburg und der Stadt Königsbrunn. Die Fahrzeit von Königsbrunn in die Augsburger Innenstadt wird bei einer knappen halben Stunde liegen. Dies entspricht in etwa der Fahrzeit des 740ers, wobei dieser im morgendlichen Berufsverkehr vom Stau auf der B17 ausgebremst wird.

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