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Augsburg

01.09.2020

Asylunterkunft für Familien an der Berliner Allee wird ausgebaut

An der Berliner Allee sind zusätzliche Wohncontainer für Asylbewerber eingetroffen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die Asylunterkunft an der Berliner Allee in Augsburg hat künftig Platz für bis zu 200 Personen. Neben den Wohncontainern gibt es bald auch Schulräume.

Seit Dezember gibt es an der Berliner Allee eine Unterkunft für Flüchtlinge. Standort ist nahe dem früheren Ledvance-Werk (vormals Osram). In der Einrichtung leben vornehmlich Familien mit schulpflichtigen Kindern. Sie kommen aus dem Irak, Syrien, der Türkei, Pakistan und Nigeria. Momentan haben dort rund 50 Personen eine vorübergehende Bleibe gefunden. Anfang des Jahres war die Belegung deutlich höher. Als die Einrichtung an den Start ging, waren es knapp 100 Bewohner. Fast alle kamen aus der Türkei.

Die Asylunterkunft ist eingezäunt. Ein Sicherheitsdienst ist rund um die Uhr im Einsatz. Zuständig für die Betreuung der Einrichtung ist die Regierung von Schwaben. Sie hatte von Anfang an betont, dass die Unterkunft auf bis zu 200 Personen ausgerichtet sei. In erster Linie soll es bei Familien bleiben. Ziel sei es zudem, die schulpflichtigen Kinder vor Ort zu unterrichten.

Eigene Schule für Asylbewerber in Augsburg

Diese Pläne werden jetzt konkret. Noch in diesem Jahr werden auf dem Gelände Schulräume entstehen. Der Unterrichtet findet dann in dafür eigens aufgestellten Containern statt. Neben der Schule in Containerbauweise gibt es auch eine Kantine und zusätzliche Büroräume. In diesen Büros werden ehrenamtliche Helfer sitzen, die sich um die Flüchtlingsfamilien kümmern. „Die Unterstützer sind bereits seit Juli im Einsatz“, sagt Karl-Heinz Meyer, Sprecher der Regierung von Schwaben auf Anfrage.

Bis zu 200 Flüchtlinge können dort wohnen

Dass die Schulräume dann auch mit genügend Schülern belegt sein werden, zeichnet sich ab. Zwischenzeitlich gibt es in der Einrichtung Platz für bis zu 200 Personen. Eine zweite Wohncontaineranlage ist in den zurückliegenden Wochen errichtet worden. Diese ist nach Auskunft der Regierung von Schwaben auch funktionsfähig. „Wir beginnen im September mit der schrittweisen Belegung“, sagt Meyer. Für die schulpflichtigen Kinder, die in der Unterkunft leben, wird sich dann auch einiges ändern. Sie waren anfangs in die Herrenbachschule gegangen, in eigenen Klassen wurden sie unterrichtet. Als wegen der Corona-Pandemie kein Unterricht mehr im Schulgebäude möglich war, gab es kurzfristig eine Lösung. Meyer erinnert daran: „Dank Unterstützung der vor Ort betreuenden Malteser und nicht zuletzt der Lehrkräfte der Grund- und Mittelschule Herrenbach konnte jedoch ein gut funktionierendes Schulsystem in der Unterkunft, ergänzt durch eine intensive Hausaufgabenbetreuung, eingerichtet werden.“

Kaum noch Flüchtlinge aus der Türkei

Dass mittlerweile kaum noch Türken in der Unterkunft an der Berliner Allee leben, hängt mit internen Änderungen in der Asylbetreuung zusammen. Die Unterkunft ist eine Anker-Einrichtung. Anker steht abgekürzt für Zentrum für Ankunft, Entscheidung, Rückführung. Aktuell ist der Anker Schwaben für die Herkunftsländer Irak, Gambia und im Wechsel mit den übrigen bayerischen Anker-Einrichtungen für Flüchtlinge aus Nigeria zuständig. Für das Herkunftsland Türkei sind in Bayern bis auf Weiteres ausschließlich die Anker Mittelfranken und Oberbayern zuständig.

Wie berichtet, ist die zentrale Anlaufstation für in Schwaben ankommende Flüchtlinge in Augsburg. In der Aindlinger Straße in einem Lechhauser Industriegebiet ist das Verwaltungsgebäude. Hier werden die Personalien aufgekommen. Danach werden die Flüchtlinge auf mehrere Einrichtungen verteilt. Sie sind in Augsburg, Mering, Neu-Ulm und Kempten.

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