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Augsburg

13.05.2020

Freibadsaison steht auf der Kippe: Bleiben die Becken im Sommer leer?

Das kleine Lechhauser Bad nahe der Augsburger Ulrichsbrücke muss ebenfalls auf den Start in die Saison warten: Derzeit könnte es ohnehin noch nicht losgehen. Das Wasser in den Becken fehlt.
Bild: Michael Hörmann

Plus Sämtliche Bäder in Augsburg haben wegen des Coronavirus derzeit geschlossen. War es das mit der Freibadsaison? Die finanziellen Folgen wären gravierend.

Das kleine Bad nahe der Ulrichsbrücke am Lech nimmt eine Sonderrolle ein: Der Besuch des Lechhauser Bads ist kostenlos. Das Bad startet normalerweise zeitlich immer etwas später in die Freibadsaison als Familienbad, Bärenkellerbad und Fribbe. Doch derzeit ist fraglich, ob es überhaupt zur Freibadsaison kommt. Die Corona-Pandemie bremst nicht nur die Schwimmer aus. Auch das Personal im Bäderamt blickt in eine ungewisse Zukunft. Die Mitarbeiter wissen nicht, ob es für sie in den nächsten Wochen und Monaten in den Bädern etwas zu tun gibt. Wie berichtet, ist Kurzarbeit zumindest ein Thema. Entschieden ist aber noch nichts.

Der Bäderbetrieb in der Stadt ruht seit Wochen. Alle Hallenbäder haben wegen Corona geschlossen. Freibäder sind nicht geöffnet. Oberbürgermeisterin Eva Weber sagt auf Anfrage: „Die Freibäder werden im Moment für einen Badebetrieb vorbereitet und könnten nach einer weiteren Lockerung der Maßnahmen geöffnet werden.“ Sollte es eine Freibadsaison geben, werden sich Besucher auf diverse Einschränkungen gefasst machen müssen. Die Stadt bereitet sich schon mal darauf vor, den Badebetrieb in Corona-Zeiten zu organisieren.

Freibadsaison Augsburg: Das sagt Oberbürgermeisterin Eva Weber

Eva Weber erläutert: „Wir beschäftigen uns mit Fragen der Zugangsregelungen, Zahlungsmodalitäten sowie dem Schutz unserer Mitarbeiter im Fall einer Öffnung.“ Man mag sich die Situation an einem heißen Sommertag vorstellen: An der Kasse bilden sich Warteschlangen. Wie sich dieses Szenario mit dem geforderten Mindestabstand in Verbindung bringen ließe, bleibt abzuwarten. Auch dürfte es darum gehen, wie viele Menschen gleichzeitig in ein Schwimmbecken dürfen. Die Stadt Augsburg wird sich dabei an Vorgaben des bayerischen Kabinetts orientieren. Ministerpräsident Markus Söder hatte zuletzt geäußert, „dass vor Juni ohnehin nichts geht bei den Freibädern“.

Die Corona-Pandemie hat den Fahrplan der Stadt Augsburg ohnehin längst über den Haufen geworfen. Ursprünglich war gedacht, dass es im Familienbad am 9. Mai losgeht. Bärenkellerbad und Fribbe sollten nun am kommenden Samstag folgen.

Ungeklärt ist gegenwärtig, wie es in den städtischen Hallenbädern weitergeht. Derzeit ist kein Betrieb möglich. Das Alte Stadtbad und das Hallenbad Göggingen haben sich bereits in die Sommerpause verabschiedet. In diesen Einrichtungen finden im Moment Revisionsarbeiten statt. Würde ein Badebetrieb in absehbarer Zeit erlaubt sein, könnte das Stadtbad wie geplant im September öffnen, das Hallenbad Göggingen wäre dann bereits Mitte August dran.

Das Familienbad: Die Tore sind geschlossen, sowohl Hallen- als auch Freibäder sind in Augsburg zu.
Bild: Silvio Wyszengrad

Noch gibt es bei der Stadt die Hoffnung, dass in den beiden anderen Hallenbädern ein eingeschränkter Betrieb möglich ist, sofern die staatlichen Vorgaben dies zulassen. In diesem Fall könnten Plärrerbad sowie das Hallenbad Haunstetten den Schwimmvereinen eingeschränkt zur Verfügung stehen.

Freibäder geschlossen: Was macht jetzt das Personal in den Bädern?

Und wie geht’s weiter beim Personal? Die Bäderteams bestehen aus insgesamt 71 Mitarbeiter inklusive Saisonkräften. Ein Teil der Mannschaft arbeitet derzeit in den Bädern, aber eben längst nicht alle Beschäftigten. Diese Mitarbeiter werden soweit möglich innerhalb der Stadtverwaltung auch für andere Tätigkeiten in anderen Dienststellen eingesetzt. So helfen aktuell Mitarbeiter des Bäderamtes bei der Tafel sowie unterstützend im Aufsichtsdienst bei den städtischen Museen aus. Tafel steht für die Versorgung mit Lebensmittel für Bedürftige. Auf dem Messegelände werden diese Pakete gegenwärtig verpackt und zu den Verteilstellen gebracht. Es handelt sich um eine gemeinsame Aktion der Stadt mit der Augsburger Tafel.

Würde die Freibadsaison in Augsburg wegen des Coronavirus komplett ausfallen, hätte die Stadt einen gravierenden Einnahmeausfall. Die Einnahmen beliefen sich im Jahr 2019 (Mai bis September) auf 440.000 Euro. Im Vorjahr waren es fast 250.000 Besucher in den städtischen Freibädern. Das kleine Lechhauser Bad taucht in dieser Statistik nicht auf, da die Gäste nicht erfasst werden. Derzeit könnte die Badesaison allerdings noch gar nicht im Bad beginnen. Es fehlt Wasser in beiden Becken.

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