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Stadtentwicklung: Stadtteile brauchen eine Mitte

Kommentar Von Stefan Krog
27.08.2019

Durch den Abriss eines Gebäudes bekommt das Zentrum von Lechhausen eine neue Chance. In anderen Vierteln sieht es nicht so gut aus.

Man kann Lechhausen beglückwünschen: Mit dem Flößerpark und der Umgestaltung am Schlössle haben Stadt und private Bauherren viel Geld in die Hand genommen, um den Stadtteil attraktiver zu machen. Zuletzt ging auch in Hochzoll am Zwölf-Apostel-Platz endlich etwas voran, in Oberhausen wurde der Friedensplatz eingeweiht, in Pfersee gibt es eine Perspektive für die Umgestaltung des Platzes bei St. Michael.

Die Stadtteile sind, nachdem es im Wahlkampf vor sechs Jahren parteiübergreifend Versprechungen gab, stärker in den Fokus gerückt. Nach teils jahrelangem quälenden Vorlauf tut sich nun etwas. In den Stadtteilzentren spielt sich das alltägliche Leben ab – oder eben nicht, wenn sie veröden. Es ist höchste Zeit für die Jakobervorstadt, dass nun die Weichen für eine Sanierung gestellt werden.

Ohne funktionierende Stadtteilzentren ist auch der Ruf nach einer Verkehrswende illusorisch. Wenn die Leute weniger Auto fahren sollen, kann das nur gehen, wenn sie Angebote finden, die zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar sind – der Supermarkt auf der „Grünen Wiese“ gehört nicht dazu. Immerhin scheint sich die Supermarkt-Versorgung in den Stadtteilen seit einigen Jahren wieder zu bessern.

Gleichwohl dürfte der Handel in den Stadtteilen künftig wohl eine geringere Rolle einnehmen als bisher. Leider! Die Zahl der kleinen Läden sinkt, was vermutlich an der Online-Konkurrenz liegt. Auch wenn die Stadt sich mit Einzelhandels- oder Stadtplanungskonzepten bemüht, ist der Trend kaum zu stoppen, sondern nur zu verlangsamen. Insofern wird man Stadtteilentwicklung künftig vielleicht stärker ohne Läden denken müssen. Noch wichtiger werden öffentliche Plätze werden, auf denen Begegnungen stattfinden. Auch Kirchen, Begegnungszentren, Schulen und Büchereien werden künftig vielleicht stärker eine Funktion als öffentlicher Anlaufpunkt haben.

Lesen Sie hier den Artikel: Hier schlägt das neue Herz Lechhausens

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