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Augsburg

31.01.2019

Kriegshaber: Viel Schönes, aber auch ein Schandfleck

Die ehemalige Gaststätte Schwarzer Adler ist eine denkmalgeschützte Bauruine. Die Stadt setzt jetzt darauf, dass der neue Eigentümer die Sanierung des Gebäudes an der Ulmer Straße angeht.

Rund 250 Besucher kamen zum Auftakt der Veranstaltungsreihe. Lob gab es für den Reesepark, Bauruinen sind den Bürgern ein Dorn im Auge. Was sich die Stadtteilbewohner wünschen.

Lob hört Oberbürgermeister Kurt Gribl gerne. Insbesondere, wenn die anerkennenden Worte von der Vertreterin einer anderen Partei kommen. Birgit Ritter, Vorsitzende der SPD Kriegshaber und Vorstandsmitglied der Arge, geriet beim ersten Stadtteilgespräch ins Schwärmen: „Das Reese-Gelände ist ein Traum, ein Geschenk für die Bürger.“ Um das Geschenk noch etwas größer ausfallen zu lassen, zählte Ritter als Wünsche für das Neubaugebiet „öffentliche Toiletten und weitere Sitzgelegenheiten im Bereich der Spielplätze“ auf.

Noch in diesem Jahr sollen laut Baureferent Gerd Merkle zusätzliche Sitzbänke und Abfallkörbe aufgestellt werden. Im Übrigen seien die Parkanlagen noch nicht ganz fertiggestellt. Bei den Sanitäranlagen will die Stadt hingegen auf das aus anderen Stadtteilen bekannte Konzept „Die nette Toilette“ setzen, das umliegende Einrichtungen einbindet. Bewusst werde auf öffentliche Toiletten verzichtet, um Folgeprobleme zu vermeiden, so Merkle.

Straßenbahndepot als Veranstaltungsort?

Der Wunsch der Arge nach einem öffentlichen Platz für Veranstaltungen könnte sich im Norden des Reese-Areals erfüllen. Zwischen Ulmer und Langemarckstraße, wo die Wohnbaugruppe 140 Wohnungen und einen Supermarkt errichtet, entsteht laut Baureferent eine entsprechende Freifläche. Der OB wiederum will die Stadtwerke auf eine Nutzung des alten Straßenbahndepots ansprechen, das im Herzen des Stadtteils liegt. Kulturreferent Thomas Weitzel brachte als weitere Option den Biergarten und die Freiflächen rings ums Kulturhaus Abraxas ins Spiel. „Sie haben den Platz in gewisser Weise schon.“

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Keine Hoffnung auf eine schnelle Lösung machte OB Gribl den Kriegshaberern hingegen in Sachen Grünbrücke über die Bürgermeister-Ackermann-Straße. Hier müsse erst der Bau der Linie 5 abgewartet werden. „Es ist auch zumutbar, die Straße zu überwinden.“

Seit vielen Jahren ist den Bürgern die Bauruine der ehemaligen Gaststätte Schwarzer Adler in der Ulmer Straße ein Ärgernis. CSU-Ortsvorsitzender Rolf Schnell sprach dieses Thema an und erhielt von Liegenschaftsreferentin Eva Weber die Antwort, dass der Eigentümer der Immobilie gewechselt habe. „Wir werden uns mit ihm wegen eines Sanierungskonzepts zusammensetzen. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, und es gibt schützenswerten Baumbestand.“

Größte Grundschule Augsburgs hat nur einen halben Hausmeister

Mit der Instandhaltung von Gebäuden hatte der Redebeitrag einer Elternbeirätin zu tun. „Warum muss sich die Grundschule Kriegshaber als größte in Augsburg den Hausmeister mit einer anderen Schule teilen?“ Bildungsreferent Hermann Köhler führte dies auf Vorgaben des kommunalen Prüfungsverbandes zurück, die sich an Flächen orientieren. „Wo es geht, sind wir dabei, dies wieder zurückzuentwickeln.“ Schließlich sei die Präsenz von Hausmeistern auch aus Sicherheitsgründen sinnvoll, etwa um den Aufenthalt nicht berechtigter Personen zu verhindern.

Einige Themen, die in der mit rund 250 Gästen voll besetzten Aula der Grundschule angesprochen wurden, waren nicht stadtteilspezifisch – zum Beispiel Wohnstraßen, die mit Lastwagen zugeparkt sind. In Kriegshaber seien vor allem die Straßen des Reeseparks und die Langemarckstraße betroffen, hier würden sogar Fahrzeuge über 7,5 Tonnen geparkt. Dies sei nicht erlaubt, erklärte Ordnungsreferent Dirk Wurm. Die eigens eingerichtete Nachtschicht der Verkehrsüberwachung werde auch nach Kriegshaber kommen, versprach er. „Dann wird aber jeder Parksünder verwarnt, nicht nur Lastwagenfahrer.“

Baureferent: Es gibt Sanierungsbedarf beim Straßenunterhalt

Den schlechten Zustand der Straßen im Bereich Kobelweg und Geschwister-Scholl-Straße beklagte ein alteingesessener Anwohner. Den Gehweg voller Teerbatzen etwa könne er mit seinem Rollator gar nicht benutzen. „Es gibt beim Straßenunterhalt Sanierungsbedarf“, räumte Baureferent Merkle ein. Er rief die Bürger dazu auf, verkehrsgefährdende Schäden sofort zu melden. Doch auch wenn im städtischen Doppelhaushalt drei Millionen Euro für den Straßenunterhalt vorhanden seien, werde sich ein flächendeckender Ausbau hinziehen.

Neben den Wortbeiträgen notierten die Besucher des Stadtteilgesprächs Wünsche und Anliegen auch auf Kärtchen. Alle Anfragen, auch die vorab mitgeteilten, will die Stadt bis Ende März beantworten und im Internet unter dem Link www.augsburg.de/stadtteilgespraech/kriegshaber/veröffentlichen.

Lesen Sie dazu auch: Kriegshaber boomt: Kein anderer Stadtteil wächst so stark

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