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Natur

05.09.2018

Mini-Bäume sind seine große Leidenschaft

Besonders stolz ist Bonsai-Züchter Lampert Drey auf seinen Lärchen-Wald im Miniaturformat.<b>  </b>

Lampert Drey züchtet Bonsais und hat eine ungewöhnliche Sammlung. Jetzt zeigt er besondere Exemplare

Ein ganzer Wald in einer Blumenschale? Ja, auch so können Bäume wachsen. Und zwar daheim bei Lampert Drey. Er hat seinen Lärchenwald mit rund einem Dutzend Bäumen auf einer Säule im Garten stehen. Die Bäumchen sind schon mehrere Jahre alt, aber nur zehn bis 30 Zentimeter groß. Das hat einen Grund: Der Rentner hat sie als Bonsais gezogen.

Normalerweise steht Dreys Miniwald in seinem Doppelhausgarten in Ottmaring bei Friedberg. Demnächst wird das erstaunliche Stück Natur in einer Bonsai-Schau im Botanischen Garten in Augsburg zu sehen sein – zusammen mit vielen weiteren spektakulären Mini-Bäumen des Augsburger Arbeitskreises im Bonsai-Club Deutschland.

All diese Bäumchen sind in der Tradition fernöstlicher Gartenkunst gezogen. Doch mit Bonsai-Bäumen ist das so eine Sache. Sie sind sehr dekorativ, aber auch sehr empfindlich. Wie man sie am Leben erhält und gedeihen lässt, damit hat Lampert Drey über Jahre hinweg Erfahrungen sammeln müssen.

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Ein Buch brachte ihn auf die Idee

Seine große Leidenschaft für Bonsais begann vor etwa 35 Jahren. Zu dieser Zeit wurden die Bäumchen in Deutschland richtig populär und standen in vielen Wohnzimmern. „Ich habe damals eine etwa hundert Jahre alte Bonsai-Kiefer in einem Gartenbuch gesehen und war fasziniert“, erzählt Drey. Das Bild im Gartenbuch ließ dem Ottmaringer keine Ruhe mehr. Bald darauf kaufte er sich in Fürstenfeldbruck auf einer Gewerbeschau eine ganz gewöhnliche junge Rotbuche. Sein Ziel war, daraus einen Bonsai-Baum zu machen. Der Naturliebhaber wälzte Fachliteratur und holte sich Tipps von Freunden. Doch die kleine Rotbuche überlebte nach dem Austrieb- und Wurzelschnitt den ersten Winter nicht. „Überlebt hat aber meine Begeisterung“, sagt er.

Das japanische Wort „bonsai“ besteht aus den beiden Wörtern bon „Schale“ und sai „Pflanze“. Entsprechend müssen die Bäume gezogen werden. Sie brauchen regelmäßig einen speziellen Schnitt, damit sie ihre Form behalten, aber auch vital bleiben. Der Anfang sei sehr schwer gewesen, sagt Drey. Inzwischen kommt er aber zu guten Ergebnissen. In seinem Garten hat er 15 Bonsais und weitere 30 Bäume in der Entwicklungsphase. Zu seinen ältesten Exemplaren zählen eine über 35 Jahre alte Kastanie im Miniaturformat und drei fast ebenso alte Winterlinden. Welcher Baum ist ihm am meisten ans Herz gewachsen? „Ich liebe sie alle“, sagt er.

Fast wie eine Meditation

Früher war Drey als Gemeindebeamter tätig. Aus seinem Hobby hat er Kraft für seinen Beruf geschöpft. Er sagt: „Für mich hat es fast etwas Meditatives, einen Baum zu entwickeln.“ Das große Ziel der Bonsai-Gärtner sei, einen Baum zu formen, der aussieht wie in freier Natur, aber im Kleinen. Über die Jahre hinweg hat er sich auch mit Hintergründen der Bonsai-Tradition in China und Japan befasst. Dorthin reisen will er aber nicht unbedingt. Sightseeing sei nicht sein Ding, sagt der 67-Jährige. Viel lieber zieht er seine eigenen Bonsais. Ohne meinen Garten wäre es schwierig für mich.“ Drey möchte auch andere Menschen für sein Hobby begeistern, und zwar zusammen mit dem Bonsai Arbeitskreis Augsburg, in dem er sich engagiert. Rund 60 besonders schöne Mini-Bäumchen sind deshalb von 7. bis 9. September in einer Schau im Botanischen Garten zu sehen.

Das gibt es bei der Ausstellung zu sehen

Ausstellung: Die Schau des Augsburger Arbeitskreises ist von 7. bis 9. September in der Überwinterungshalle des Botanischen Gartens zu sehen. Geöffnet ist am Freitag und Samstag jeweils von 9 bis 20 Uhr und am Sonntag von 9 bis 17 Uhr. Offizielle Eröffnung ist am Samstag um 11 Uhr.

Exponate: Ausgestellt werden voraussichtlich 60 Bäume unterschiedlicher Größe. In einer Sonderausstellung sollen auch noch in der Entwicklung befindliche Wälder ausgestellt werden. Die meisten Exponate wurden in den vergangenen Jahren von Mitgliedern des Arbeitskreises aus Baumschulpflanzen, aus Sämlingspflanzen oder aus in der freien Natur ausgegrabenen Pflanzen entwickelt. Nur bei wenigen handelt es sich um aus Japan oder China importierte Pflanzen. Diese werden aber seit Jahren oder Jahrzehnten von Mitgliedern des Arbeitskreises gestaltet.

Expertentipps: Am Samstag, 8. September, wird der renommierte Bonsai-Gestalter Hartmut Münchenbach ab 10 Uhr zu Baumbesprechungen und einer Demonstration zur Verfügung stehen. Am Sonntag führen Arbeitskreismitglieder Gestaltungsmaßnahmen an Bäumen vor und stehen zu Baumbesprechungen zur Verfügung.

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