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Augsburg

07.09.2020

Schulbeginn in Augsburg: Wie der Unterricht in Corona-Zeiten aussieht

Am Dienstag beginnt das neue Schuljahr, der Unterricht findet im Regelbetrieb statt. Wegen der Corona-Pandemie wird dennoch einiges anders sein.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Zum ersten Mal seit März herrscht ab Dienstag Regelbetrieb an den Schulen. Um dies zu ermöglichen, wurde in den Ferien gearbeitet. Was die Kinder erwartet.

2408 Mädchen und Buben kommen am Dienstag in Augsburg in die erste Klasse – fast 200 mehr als noch vor einem Jahr. Sie alle sollen den Tag in guter Erinnerung behalten. „Jeder weiß, wie wichtig der erste Schultag für sie und ihre Familien ist“, sagt Markus Wörle, der Leiter des Staatlichen Schulamtes. Die Grundschulen setzten deshalb alles daran, ihn trotz Corona angemessen zu gestalten. Das wird nicht einfach – und auch für die Älteren wird im Unterricht vieles anders laufen.

Erstmals seit Mitte März ist in den Bildungsstätten wieder Regelbetrieb angesagt. Die Erstklässler jedoch dürfen sich zumindest zum Auftakt am Dienstag auf Besonderheiten einstellen – zum Beispiel einen gestaffelten Beginn. An der Hans-Adlhoch-Schule in Pfersee beispielsweise werden die ersten Klassen im Halbstundentakt in der Aula begrüßt, bevor sie dann in ihre jeweiligen Zimmer gehen. Durch das Schichtsystem sei es möglich, dass die Eltern ihre Kinder begleiten können und zugleich die gebotenen Hygieneregeln gewahrt werden, sagt Wörle.

Der Hygieneplan für die Schulen sieht verschiedene Szenarien vor

Davon gibt es im neuen Schuljahr jede Menge, wie der 31 Seiten starke „Rahmen-Hygieneplan“ des Kultusministeriums beweist. Dieser sieht je nach Infektionsgeschehen verschiedene Szenarien vom Regelbetrieb bis zum Distanzunterricht vor, jedoch keine vollständigen schulartübergreifenden Schulschließungen mehr wie im Frühjahr.

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Auch das Fiebermessen bleibt in den Klassenzimmern tabu. Vielmehr soll es Kindern mit leichten Erkältungssymptomen erlaubt sein, in die Schule zu kommen. Wörle und sein Team sind sich bewusst, dass diese Vorgabe in der Praxis nicht immer leicht umzusetzen ist und bei Grenzfällen zu Konflikten führen kann. Das Schulamt appelliert deshalb an alle Beteiligten, „verantwortungsvoll zu handeln“.

Dazu zählt die freiwillige Teilnahme der Lehrkräfte an Corona-Tests. Die Akzeptanz sei überraschend hoch, sagt Wörle. „82 Prozent unserer 1269 Lehrer haben mitgemacht, am Montag folgen noch weitere Testungen.“ Die Ergebnisse sollen innerhalb eines Tages vorliegen.

In den Mensen der Augsburger Schulen gibt es Schichtbetrieb

Der Regelbetrieb beinhaltet neben dem Unterricht auch Ganztagsangebote bis hin zum Mittagessen. In den Mensen wird es dadurch mehr Schichten geben als gewohnt. Klassen und Gruppen sollen generell so wenig wie möglich durchmischt werden. Die Unterrichtsräume sind laut Schulamt mit Waschbecken und Desinfektionsmitteln ausgestattet. Zudem werde intensiver geputzt.

Die Schulen in Augsburg bereiten sich auf das Ende der Sommerferien vor – auch mit Corona-Regeln für die Toiletten.
Bild: Annette Zoepf

An der Grundschule müssen Kinder den Mund-Nasen-Schutz momentan nur in Begegnungsbereichen tragen – vom Gang über Sanitäranlagen bis zum Pausenhof. Ab der fünften Jahrgangsstufe gilt zunächst einmal für die neun ersten Schultage für Lehrer und Schüler auch während des Unterrichts eine Maskenpflicht zum Schutz vor einer Corona-Ausbreitung.

An der Agnes-Bernauer-Realschule weisen Schilder die Wege

So auch an der Agnes-Bernauer-Realschule, in der als weitere Präventionsmaßnahme in den vergangenen Tagen viel geklebt worden ist: Neue Hinweisschilder wurden angebracht und Wegweiser auf dem Boden befestigt. „Wir haben ein Einbahnstraßensystem bei den Aufgängen, das anhand von Pfeilen erklärt wird“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Sabine Botschafter. Desinfektionsspender stehen im Eingangsbereich und bei den Räumen der Verwaltung bereit, in jedem Klassenzimmer befinden sich am Waschbecken Seife, Einweghandtücher und Desinfektionsmittel.

 

Erfahrungen mit Abstand- und Hygienevorschriften konnte die Schulfamilie bereits im vergangenen Schuljahr sammeln. Nun werden die Vorkehrungen erweitert. Derzeit werde im Kollegium ausgeklügelt, wie im Detail vorgegangen wird. Sabine Botschafter: „Sind versetzte Pausen bei uns sinnvoll? Kann auch der Fachunterricht im Klassenzimmer abgehalten werden, und sollen sich die Schülerinnen im Klassenzimmer umziehen, bevor es zur Turnhalle geht? Das sind Fragen, die uns derzeit beschäftigen.“

Für die Fünftklässlerinnen gibt es ein Geschenk

Ebenso das Thema Maskenpflicht. „Wie das im Schulalltag funktioniert, müssen wir abwarten“, sagt Botschafter. Die Fünftklässlerinnen an ihrer Realschule jedenfalls werden am Dienstag wie gewohnt in der Aula empfangen und erhalten eine kleine Schultüte als Begrüßungsgeschenk. „Die Eltern werden sich dieses Mal allerdings nicht allzu lange im Schulhaus aufhalten können. Die Fünftklässler gehen nach der Begrüßung auch direkt in ihre Klassenzimmer.“

Am Peutinger-Gymnasium wird versucht, den Start für die Fünftklässler so „normal wie möglich“ zu gestalten. Als Begrüßungsgeschenk steht für jeden neuen Gymnasiasten eine Tasse mit nettem Aufdruck bereit. „Es wird eine Schulhausführung mit den Tutoren und eine Schulhausrallye geben, allerdings natürlich alles unter Berücksichtigung der Hygieneregelung“, so Schulleiter Stephan Lippold.

Das Tragen von Masken im Unterricht ist für Schüler ab der fünften Klasse Pflicht.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Das bedeutet: Das Tragen der Masken ist Pflicht, Klassenverbände dürfen nicht gemischt werden. Es gibt aber auch Einschränkungen – so kann in diesem Jahr jeder Fünftklässler nur eine Begleitperson mitbringen – und Veränderungen. „Der Klassenleiterunterricht wird auf zwei Tage ausgedehnt, damit sich möglichst schnell eine Bindung zu dieser Bezugsperson entwickelt, falls es wieder Distanzunterricht geben sollte“, betont Lippold. Die Fünftklässler werden dafür gleich zu Beginn geschult. Als wichtiger Baustein gilt für die neuen Gymnasiasten der einwöchige Aufenthalt im Schullandheim im Januar oder Februar. „Ob der stattfinden kann, steht natürlich noch in den Sternen“, sagt der Schulleiter.

Am Peutinger-Gymnasium werden Corona-Maßnahmen fortgesetzt

Fest steht hingegen, dass am Peutinger-Gymnasium alle eingeführten Maßnahmen wie das Einbahnstraßensystem und regelmäßiges Stoßlüften fortgeführt und auch erweitert werden. Lippold: „Wir führen getrennte Pausen für die Jahrgangsstufen fünf bis sieben und acht bis zehn ein, sofern das zu keinem Problem bei den Stundenplänen führt.“

Maskenpflicht Die Bewegung „Grundrechte wahren“ ging am Samstag in Augsburg gegen eine Maskenpflicht an Schulen auf die Straße. Den Bericht dazu lesen Sie im Innenteil dieser Ausgabe.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Miriam Zissler: Unterricht mit Maske: Es wird nur gemeinsam funktionieren

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Alle Neuigkeiten zum Coronavirus in Augsburg lesen Sie in unserem News-Blog.

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