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Augsburg

02.09.2019

So viele Kandidaten wie noch nie wollen Augsburger Oberbürgermeister werden

Der Augsburger Stadtrat im Sitzungssaal im Rathaus: Mehr als 600 Personen wollen in diesem Gremium mitreden.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die Kommunalwahl in Augsburg wird sehr spannend. Das liegt daran, dass mehr als 600 Kandidaten in den Stadtrat wollen. Wer definitiv aufhört.

Ein gutes halbes Jahr dauert es noch bis zur Kommunalwahl. Etwas mehr als 200.000 stimmberechtigte Augsburger sind am Sonntag, 15. März, aufgerufen, den Oberbürgermeister der Stadt Augsburg zu wählen und über die Zusammensetzung des Stadtrats mit seinen 60 Mitgliedern zu bestimmen. Eines ist bereits sicher: Das Feld der Kandidaten ist so groß wie nie zuvor. Dies gilt sowohl für die OB-Kandidaten als auch die Personen, die sich für den Stadtrat bewerben. Zwei neue Gruppierungen stellen sich erstmals zur Wahl. Womöglich kommt die V-Partei ebenfalls hinzu. Neulinge müssen 470 Unterstützungsunterschriften erbringen. Die Eintragung in die Listen erfolgt zum Jahreswechsel.

Kommunalwahl in Augsburg: Zwölf Stadträte hören auf

Noch wissen die Augsburger nicht genau, wen sie überhaupt wählen können. Nahezu alle Parteien und Gruppierungen haben ihre OB-Kandidaten in Stellung gebracht. Dagegen ist die Stadtratsliste mit bis zu 60 möglichen Kandidaten zum Großteil noch nicht nominiert. Dies geschieht in den kommenden Wochen. Absehbar ist, dass es zu einem Stühlerücken im Stadtrat kommen wird. Ein Fünftel der Stadträte tritt nicht mehr an. Auf der Regierungsbank gibt es zwei Abschiede. Am weitreichendsten ist der freiwillige Rückzug von Oberbürgermeister Kurt Gribl. Er tritt am 15. März nicht mehr an. Abschied nimmt altersbedingt Bildungsreferent Hermann Köhler (CSU). Der 66-Jährige kandidiert auf der CSU-Liste, als Referent kann er jedoch nicht weitermachen. Die neue Stadtregierung nimmt im Mai 2020 ihre Arbeit auf.

Kommunalwahl in Augsburg: Zwölf OB-Kandidaten sind dabei

Wähler werden unter wohl mindestens zwölf OB-Kandidaten ihre Entscheidung zu treffen haben. 2014 waren es neun Bewerber. Die Zahl der Stadtratskandidaten dürfte nach jetzigem Stand weit über der Marke von 600 Personen liegen. Bei der Kommunalwahl 2014 waren es 588 Stadtratskandidaten bei elf Parteien und Gruppierungen, die angetreten waren. Der weiße Stimmzettel war damals 98 mal 43 Zentimeter groß.

So viele Kandidaten wie noch nie wollen Augsburger Oberbürgermeister werden

CSU Finanz- und Wirtschaftsreferentin Eva Weber ist Oberbürgermeisterkandidatin. Sie geht, so die Einschätzung von politischen Beobachtern, als Favoritin ins Rennen. Mit 28 Stadträten ist die CSU gegenwärtig mit Abstand stärkste Kraft im Stadtrat. Das Gesicht der CSU-Fraktion wird sich in der neuen Periode gewaltig verändern. Für zehn Stadträte ist definitiv Schluss. Sie stehen nicht auf der Stadtratsliste. Rainer Schaal, Thorsten Große, Dimitrios Tsantilas, Markus Arnold, Rolf von Hohenhau, Hedwig Müller, Johannes Hintersberger, Thorsten Kunze, Katja Scherer und Jürgen Schmid scheiden aus.

SPD Ordnungsreferent Dirk Wurm geht für die SPD, den Koalitionspartner der CSU, als OB-Kandidat ins Rennen. Er will in die Fußstapfen von Paul Wengert treten, der von 2002 bis 2008 als SPD-Mann Rathauschef in Augsburg war. Die SPD wird ihre Liste am 21. September nominieren. Fraktionschef Florian Freund sagt: „So viel kann ich schon sagen: Es wird die eine oder andere Überraschung dabei sein.“ Die SPD achte darauf, dass die Liste ein Spiegel der Stadtgesellschaft sein werde. Laut Freund sind aus den Ortsvereinen rund 90 Bewerbungen für die 60 Plätze eingegangen. Von den amtierenden Stadträten hat Dieter Benkard seinen Rückzug angekündigt.

Grüne Einen Schritt weiter als die SPD sind die Grünen, die beide Nominierungen abgeschlossen haben. Die Fraktionsvorsitzende Martina Wild ist OB-Kandidatin. Die sechs Stadträte der Grünen, die mit CSU und SPD die Stadtregierung stellen, treten wieder an. Antje Seubert steht allerdings auf einem wenig chancenreichen Listenplatz (33).

Pro Augsburg Vier Stadträte stellt Pro Augsburg. Das Quartett kandidiert wieder. Die Fraktionsvorsitzende Claudia Eberle geht als OB-Kandidatin in die Wahl. Die Liste wird am 24. September aufgestellt. Nach wie vor wird spekuliert, ob womöglich CSU-Stadtrat Rainer Schaal bei Pro Augsburg eine neue politische Heimat findet.

Freie Wähler Gekürt ist der OB-Kandidat: Peter Hummel, der bislang nicht im Stadtrat sitzt, wird’s machen. Zwei Stadträte haben die Freien Wähler derzeit. Stadtrat Volker Schafitel hört allerdings 2020 auf, Regina Stuber-Schneider wird einen Spitzenplatz auf der Liste einnehmen. Nominiert wird am 16. September. Mit auf der Liste soll eine Kandidatin stehen, die erst kurz vor der Wahl 18 Jahre alt wird. Es ist Fußballerin Raffaela Kleber.

Die Linke Bezirksrat Frederik Hintermayr ist OB-Kandidat. Gemeinsam mit Christine Wilholm bildet er das Spitzenduo. Am 14. September wird die Liste aufgestellt, auf der auch der amtierende Stadtrat Otto Hutter auftaucht.

AfD Stadtrat und Landtagsabgeordneter Markus Bayerbach ist OB-Kandidat.

ÖDP Stadtrat Christian Pettinger ist als OB-Kandidat nominiert worden. Die Liste wird wohl Anfang November aufgestellt.

WSA Die Gruppierung WSA (Wir sind Augsburg) vertritt Peter Grab im Stadtrat. OB-Kandidatin ist Anna Tabak, die Liste mit 60 Kandidaten wird allerdings von Grab angeführt.

Polit-WG Voraussichtlich im Oktober wird die Liste aufgestellt. Gut möglich, dass Stadtrat Oliver Nowak als OB-Kandidat ins Rennen geht.

FDP Derzeit ist die FDP nicht im Stadtrat vertreten. Die Liste mit 60 Kandidaten ist aufgestellt. Angeführt wird sie von OB-Kandidat Lars Vollmar.

Augsburg in Bürgerhand Die Bürgervereinigung tritt erstmals an. Bruno Marcon ist OB-Kandidat. Die Mitstreiter auf der Liste lassen noch etwas auf sich warten. Am 25. Oktober findet die Nominierungsversammlung statt. Es sollen alle 60 Plätze belegt werden.

V-Partei Die Partei der Veganer, deren bekanntestes Gesicht der Bundesvorsitzende Roland Wegner ist, hat angekündigt, bei der Wahl antreten zu wollen.

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